Analyse

„Zwei Fronten, eine Kita: Was der Kindergarten Jürgensgaard jetzt aushalten muss“

Veröffentlicht Geändert
Die DKA-Problematik und verärgerte Nachbarn halten den Kindergarten im Jürgensgaard auf Trab. Was dabei oft vergessen wird: Im Fokus der Arbeit stehen die Kinder – jeden Tag, den ganzen Tag.

Druck von allen Seiten: Der Kindergarten Jürgensgaard leidet unter dem schlechten Ruf seines Zusammenschlusses – und muss sich jetzt auch noch mit Nachbarschaftsbeschwerden herumschlagen. Dabei hängen beide Probleme nicht zusammen, kommentieren Jan Peters und Marle Liebelt.

Neben den Kindern im Jürgensgaard halten auch die Probleme in anderen Einrichtungen des Kindergarten-Verbundes sowie verärgerte Anwohnende das Kita-Personal beschäftigt.

Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) präsentierte im vergangenen Jahr ein Haushaltsdefizit von 2,5 Millionen Kronen. Mitverantwortlich dafür: die Deutschen Kindergärten Apenrade (DKA).

Die DKA sind ein Zusammenschluss aus zehn deutschen Kindergärten in der Kommune Apenrade. Die Idee hinter der Zusammenlegung war es, Personal flexibler einsetzen und den Arbeitsalltag für die Mitarbeitenden abwechslungsreicher gestalten zu können. Doch in der Praxis scheiterte das Konzept. Außerdem fehlt eine transparente Kommunikation mit den Eltern.

Eltern kehrten dem Kindergarten den Rücken

Personal und Eltern waren unzufrieden. Es kam zu Kündigungen vonseiten des Personals und Abmeldungen von Kindern vonseiten der Eltern. Besonders betroffen: der deutsche Kindergarten in Tingleff (Tinglev).

Auch im Kindergarten Rothenkrug (Rødekro) gab es Herausforderungen. Die Kommune griff ein und stellte die Einrichtung sogar unter verschärfte Aufsicht – wohl noch bis zum Sommer. Dieser Umstand wurde erst kürzlich bekannt.

Schatten auf starken Kindergärten

Trotzdem fällt auch der Blick nun auf alle DKA-Kindergärten – auch auf jene, in denen es keine Probleme gibt. Ein Beispiel ist der Deutsche Kindergarten Jürgensgaard in Apenrade.

Dort herrscht Ruhe – zumindest aus der Elternschaft. Leiter Aljoscha Heitsch ist dort damit beschäftigt, ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Leitung, Personal, Eltern und Kindern zu erhalten und die Nachrichten aus dem Zusammenschluss so gut es geht abzufedern.

Herausforderung on top

Hier ist es allerdings nicht die interne Situation, die für Aufsehen sorgt, sondern ein Konflikt mit den Nachbarn. Sie nutzen einen neuen Bebauungsplan, um gegen den Kindergarten vorzugehen, der dort bereits seit den 1950er-Jahren besteht. Beschwerden gibt es über die Parkplatzsituation, die Lautstärke spielender Kinder und die Umzäunung des Geländes, die sich von der umliegenden Bebauung unterscheidet.

Diese Herausforderungen kommen obendrauf: Alles prasselt auf einmal auf diesen Kindergarten ein, und in der ganzen Diskussion scheint außerhalb des Kindergartens eines in Vergessenheit zu geraten: Es geht um die Kinder.

Kinder sind Kinder

Es ist kaum zu vermeiden, dass die Kleinen lachen, vor Freude kreischen oder auch mal weinen. Auch wenn der Kindergarten versucht, das zeitlich einzugrenzen: Ganz vermeiden lässt es sich nicht.

Familien und Kindergärten gehören zu einer Stadt dazu. Es gehört zur gesellschaftlichen Verantwortung und dem gesellschaftlichen Miteinander, das zu unterstützen und den gemeinsamen Nenner zu finden.

Mehr zu den Deutschen Kindergärten Apenrade:

Alle Artikel zur DKA-Problematik gibt es auf unserer Themen-Seite.