Wort zum Sonntag

„Wunderbar geschaffen!“

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Das Wort zum Sonntag, 16. Februar 2025, von Pastorin Dorothea Lindow aus der Gemeinde Tondern

Rund 3200 km nordöstlich von Neuseeland liegen die Cookinseln, südlich von Hawaii, südlich vom Äquator. Bis nach Nordschleswig sind es rund 17.000 km. Was hat das mit uns zu tun?

Die Cookinseln sind in diesem Jahr das gastgebende Land des Weltgebetstages. Auf den Cookinseln leben ungefähr 15.000 Menschen, von denen 48,8 Prozent zur evangelischen Cook Islands Christian Church gehören. Frauen, die zu dieser Kirche gehören, haben den Gottesdienstentwurf für den Weltgebetstag geschrieben. Am 1. Freitag im März wird der Gottesdienst dieser Frauen weltweit gefeiert, wandert rund um die Welt, denn die Zeitverschiebung zwischen den Cookinseln und uns beträgt 12 Stunden.

Den Weltgebetstag gibt es in Deutschland seit 1927. Erste Gebetstage wurden aber bereits 1887 von Frauen in Kanada und den USA organisiert. Der Weltgebetstag ist die größte ökumenische Frauenbewegung. Jahr für Jahr lernen wir miteinander ein neues Land kennen: dieses Jahr die Cookinseln, letztes Jahr Palästina, kommendes Jahr Nigeria.
Jahr für Jahr wird ein Land ausgewählt. Dort findet sich eine christliche Frauengruppe, die einen Gottesdienst plant. Weltweit feiern Frauen und Männer diesen Gottesdienst am ersten Freitag im März. Wir in Tondern machen seit 20 Jahren in deutsch-dänischer Gemeinschaft mit. Bei uns treffen sich katholische, evangelische und freikirchliche Frauen, es treffen sich Deutsche und Däninnen. Miteinander lassen wir uns auf das ein, was Frauen anderer Kulturen vorbereitet haben.

Erste Fragen sind meist: Wo liegt das Land? War jemand schon mal da? Wovon leben die Menschen? Was essen sie? Was für eine Regierungsform gibt es dort? Gibt es Religionsfreiheit?

„Informiert beten – betend handeln“ – das ist die Idee des Weltgebetstages.
Es macht richtig Spaß, sich miteinander auf ein neues Land einzulassen. Gemeinsam lesen wir, beten, staunen, wundern uns, probieren fremde Rezepte aus. Wir lernen neue Lieder und viel über die Kultur des gastgebenden Landes.
Dieses Jahr wird auch von einer Frau erzählt, die auf den Cookinseln zur Schule ging. Sie heißt Vainiu und ist eine Maorifrau, wurde aber damals gezwungen, in der Schule Englisch zu sprechen. Sie reflektiert ihre Schulzeit, die verschiedenen Kulturen, die nebeneinander existieren, die Konkurrenz zwischen diesen Kulturen und stellt fest: „Gott hat uns überall auf der Welt einzigartige und besondere Sprachen gegeben; wir sollten diese Sprachen ehren und respektieren.“ (Übersetzung aus dem deutschen Weltgebetstagsheft)

Ich habe ihre Geschichte gelesen und fühle mich ihr nah.
Wie gehen die Frauen, die Menschen dort heute miteinander um? Wie leben sie heute ihre verschiedenen Kulturen und Sprachen?
Mir scheinen die Erfahrungen dieser Frauen gar nicht so weit weg zu sein von dem, was Menschen mir hier in Nordschleswig erzählen. Die 17.000 km verschwinden, denn die Erfahrungen verbinden uns. Und uns verbindet, dass wir alle Christen und Christinnen sind; hier in der dänischen Folkekirke oder der Nordschleswigschen Gemeinde, in der Freikirche oder der katholischen Kirche, dort in den verschiedenen christlichen Kirchen, die es vor Ort gibt.

Kommt doch dazu, wenn wir feiern:
In Kollund um 19.00 Uhr, in Høje Kolstruup um 16.30 Uhr und in Tondern deutsch–dänisch um 19.00 Uhr.

Übrigens: Auch wenn der Weltgebetstag von Frauen vorbereitet wurde und wird, sind selbstverständlich alle herzlich willkommen!

Die von den Cook-Frauen gewählte Überschrift für dieses Jahr stammt aus dem Psalm 139 und heißt aufmunternd, bewundernd, staunend: Wunderbar geschaffen!

Herzlich willkommen!

Dorothea Lindow