Deutsche Kindergärten

Vom Kind bis zur Leitung: So wollen die DKA den Zusammenhalt wieder stärken

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Tausende Kinder besuchen die Kindergärten der deutschen Minderheit. In einigen Einrichtungen müssen die Verantwortlichen ein zerrüttetes Verhältnis zu den Eltern aufarbeiten (Archivfoto).

Fester Personalstamm, bessere Kommunikation, stärkeres Teamgefühl: Der Zusammenschluss der deutschen Kindergärten in der Kommune Apenrade hat nach einem Krisenjahr 2024 einiges nachzuholen. Nachdem Heidi Ulrich im Sommer kommissarisch die Distriktleitung übernommen hat, haben die DKA einige Maßnahmen ergriffen, um wieder Ruhe reinzubringen.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Heidi Ulrich. Sie hat im Sommer 2024 kommissarisch die Distriktleitung der Deutschen Kindergärten Apenrade (DKA) übernommen, nachdem sich die damalige Distriktleiterin Morlyn Frenzel Albert und die DKA darauf verständigt hatten, die Zusammenarbeit zu beenden.

Im Februar wurde die zu besetzende Stelle ausgeschrieben.

Dass sich die Ausschreibung bis in dieses Jahr gezogen hat, hat mit den Turbulenzen zu tun, die die DKA im Jahr 2024 prägten: viele Personalwechsel, hoher Krankenstand, ein Minus in der Kasse, verärgerte Eltern und Heidi Ulrichs dafür verantwortliche Vorgängerin.

Ulrich: „Besserung auf dem Weg“

Die Krise – von der einige Kindergärten in dem Verbund mehr, andere weniger betroffen sind – wirkt bis heute. Die Position der Distriktleitung ist eine Schlüsselrolle in den DKA und die richtige Besetzung daher von zentraler Bedeutung.

Darauf allein konnte man jedoch nicht warten: „Wir haben in den vergangenen Monaten bereits intensiv an Maßnahmen gearbeitet, um die Situation zu verbessern“, sagt Heidi Ulrich im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“. Diese Maßnahmen wirkten nicht von einem Tag auf den anderen, „aber wir spüren eine deutliche Verbesserung“.

Aber welche Maßnahmen sind das, die auf das Haben-Konto in den DKA einzahlen sollen?

Heidi Ulrich war von 2009 bis 2017 DKA-Distriktleiterin und wurde im Sommer 2024 kommissarisch zurückgeholt.

Bessere Kommunikation

Eine wichtige Message scheint angekommen: Kommunikation ist das A und O. „Wir wollen, dass Eltern, Personal und alle ganz klar wissen, dass sie zu jeder Zeit zu ihrer Leitung und auch zur Gesamtleitung gehen können, und wenn sie sich dort nicht gehört fühlen, auch zum Vorstand und letztendlich sich an den DSSV wenden können“, sagte der scheidende DSSV-Geschäftsführer Lasse Tästensen in einem Interview mit dem „Nordschleswiger“ Anfang Februar.

„Daran arbeiten wir bereits seit Monaten und werden es noch weiter tun“, erklärt Heidi Ulrich. Sie sei sich bewusst, dass es seine Zeit dauert, bis diese Maßnahme Wirkung zeigt. Die DKA hoffen, das Vertrauen von verärgerten Eltern zurückzugewinnen. Es gebe aber auch viele Einrichtungen, in denen die Leitung eine zufriedene Elternschaft im Rücken hat.

Wenn die Kommunikation läuft, sei die Belohnung eine enge Zusammenarbeit zwischen „tollen und engagierten Eltern und Personal“, berichtet Aljoscha Heitsch von seinen Erfahrungen als Leiter der Apenrader Kindergärten Jürgensgaard/Margarethenweg.

Aljoscha Heitsch ist Leiter der Apenrader Kindergärten Jürgensgaard/Margarethenweg (Archivfoto).

Fester Personalstamm statt Rotationsprinzip

Häufige Personalwechsel innerhalb der DKA-Einrichtungen haben stark zur Unzufriedenheit in einigen Einrichtungen beigetragen.

Gegen einen Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich insgesamt könnten auch die DKA nicht viel unternehmen, betont Ulrich. „Aber wir haben das Rotationsprinzip abgeschafft.“ Die Mitarbeitenden der DKA sollen nur in absoluten Ausnahmefällen in anderen Einrichtungen aushelfen.

Als Vorsitzende des Kindergartenausschusses beim Verband für die Kindergärten und Schulen der Minderheit, dem Deutschen Schul- und Sprachverein (DSSV), steht auch Maria Harbo hinter der Auffassung, dass ein Rotationsprinzip innerhalb des Zusammenschlusses keine gute Lösung war. Sie weist aber auch auf den Umstand hin, dass die Mitarbeitenden bei den DKA angestellt sind und nicht in den einzelnen Kindergärten. „Manchmal hat der Einsatz in einem anderen Kindergarten auch damit zu tun, dass wir den Arbeitsplatz erhalten wollen.“ Mit anderen Worten: Bevor jemandem gekündigt wird, weil die Kinderzahl in einem Kindergarten sinkt, möchte man diese Person lieber in einem anderen Kindergarten weiterbeschäftigen, in dem noch Verstärkung gesucht wird.

Maria Harbo ist die Vorsitzende des Kindergarten-Ausschusses vom DSSV.

Feste Vikare

Gibt es krankheits- oder urlaubsbedingt personelle Engpässe, müssen Vertretungen her – sogenannte Vikare. „Um für mehr Stabilität zu sorgen, haben wir jetzt eine feste Vikarin für alle zehn Einrichtungen eingestellt, die die Kindergärten anrufen können, wenn sie gebraucht wird“, erklärt Ulrich. Je nach Bedarf gebe es die Option, dafür eine weitere Person fest einzustellen.

Stärkung des Leitungsteams

Die Krise ist auch am Leitungsteam nicht spurlos vorbeigegangen. Auch dort gab es Wechsel und Unzufriedenheit. „Mein Eindruck ist, dass wir das in den Griff bekommen haben“, stellt Ulrich fest und bekommt Zustimmung von Aljoscha Heitsch. „Wir Leitungen spüren, dass da viel Unterstützung kommt.“

Inzwischen gebe es regelmäßige Team-Sitzungen, in denen wechselnd pädagogische und betriebsorganisatorische Fragen im Vordergrund stehen. Außerdem sei es Ulrich ein großes Anliegen, dass die Leitungen untereinander und mit der Distriktleitung in engem Austausch stehen und eine Kommunikationskultur pflegen, in der sowohl um Unterstützung gebeten als auch sich gegenseitig unterstützt wird.

Das Leitungsteam der DKA

Weniger Doppelleitungen

Eine Leitung, die für zwei Kindergärten zuständig ist, habe sich laut Ulrich nicht als Erfolgsmodell bewährt. „Die Leitungen müssen in ihrer Einrichtung vor Ort sein“, sagt Ulrich. Das sei eine Erkenntnis, die insbesondere für die Einrichtungen gilt, in denen sich Unmut in der Elternschaft breitgemacht hat. „Wir haben aber auch Einrichtungen, in denen das sehr gut funktioniert.“ Etwa im Waldkindergarten Feldstedt sowie dem Kindergarten Wilsbek, in dem Leiterin Nina Wickerath daran arbeitet, sich mit Naturpädagogik von anderen Kindergärten im Umkreis abzuheben.

Wie die Maßnahmen auch in dem verärgerten Teil der Elternschaft angenommen werden, zeigen die kommenden Wochen und Monate. Immerhin haben die Bemühungen sich gerade erst ausgezahlt: Im Kindergarten Tingleff haben die Eltern ihren DKA auf dem jüngsten Elternabend am Montag einen letzten Vertrauensvorschuss zugesagt.

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