Team Nordschleswig Faustball

Trotz Tabellenspitze: Diedrichsen geht mit seiner Mannschaft hart ins Gericht

Veröffentlicht Geändert
Trainer Peter Diedrichsen ist aktuell mit der Einstellung seiner Mannschaft nicht zufrieden (Archivbild Faustball-WM).

Die erste Faustballmannschaft des Team Nordschleswig konnte trotz Personalnot die Tabellenspitze in der Schleswig-Holstein-Liga verteidigen. Trainer Diedrichsen musste selbst aktiv eingreifen und ist über die Art und Weise, wie es dazu kam, stinksauer.

„Vielleicht sind einige einfach für den Mannschaftssport nicht zu gebrauchen. Das muss man leider so klar sagen“, sagt ein angefressener Peter Diedrichsen. Der Trainer der Faustballer vom Team Nordschleswig (Æ Mannschaft) musste am vergangenen Wochenende selbst seine Turnschuhe schnüren und beim Schleswig-Holstein-Liga-Spieltag seiner ersten Mannschaft aushelfen, weil zu viele seiner Spieler abgesagt hatten.

Dabei sind es nicht die Absagen selbst, die ihn aufregen, sondern vor allem die Zeitpunkte, wann diese bei ihm eintrudeln. „Es ist klar, dass es immer mal Gründe gibt, dass jemand mal nicht kann, aber wenn mir zum Beispiel zwei Tage vor dem Spieltag jemand erzählt, er kann doch nicht kommen, weil er zu einer Familienfeier muss, dann weiß er so was sicherlich früher. Es sind immer die gleichen, die kurzfristig absagen. So können wir nicht planen, und das ist auch nicht fair seinen Mannschaftskollegen gegenüber, die dann im Stich gelassen werden. Faustball ist ein Mannschaftssport, und wenn man sich darauf einlässt, muss das auch eine gewisse Priorität haben, sonst funktioniert das nicht“, so Diedrichsen, der seiner Mannschaft „eine Ansage“ gemacht hat und nun hofft, dass diese fruchtet.

Trotz der Unterbesetzung und eines etwas in die Jahre gekommenen, aber wie er betont, immer noch „topfitten“ Trainers auf dem Platz, konnte die erste Mannschaft vom Team Nordschleswig zwei von drei Spielen gewinnen und somit die Tabellenspitze behaupten.

Peter Diedrichsen (Nummer 21) musste am Wochenende selbst mit auf dem Platz stehen.

Die weiße Weste ist damit allerdings dahin: „Wakendorf spielt in der 2. Bundesliga, genau wie wir. Das ist schon ein guter Gegner. Es war ein Spiel, bei dem beide Seiten ans Limit gehen mussten und richtig Feuer drin war. Am Ende waren es Kleinigkeiten in entscheidenden Situationen, in denen wir nicht richtig wach und konzentriert waren, und dann verliert man so ein Spiel“, so der Trainer.

Sein Kapitän, Thore Naujeck, hadert hingegen etwas mit den Unparteiischen. „Es war eigentlich ein gutes Spiel von uns, in dem wir zwar ein paar dumme Fehler gemacht haben, aber auch in einigen Situationen echt Pech mit den Schiedsrichterentscheidungen hatten. Im zweiten Satz wird in der entscheidenden Phase des Spiels ein deutlicher Aus-Ball übersehen, was uns dann schon deutlich ins Hintertreffen gebracht hat“, so Naujeck.

Nichtsdestotrotz sieht der Trainer seine Mannschaft weiterhin voll im Soll: „Wir stehen immer noch ganz oben, und haben weiterhin alles in der eigenen Hand.“

Im Spiel gegen Wakendorf hatte auch Angreifer Hans Martin Asmussen nicht seinen besten Tag.

Weniger rosig sieht es tabellarisch für die zweite Mannschaft des Team Nordschleswig aus. Auch die Saisonspiele vier, fünf, sechs und sieben gingen verloren, wodurch die Mannschaft weiterhin das Schlusslicht der Schleswig-Holstein-Liga ist.

„Man hat leider sehr deutlich gemerkt, dass Kurt Asmussen gefehlt hat. Es ist eine blutjunge Truppe, der ich gar keinen Vorwurf machen kann, denn sie haben alles reingeworfen, was sie hatten, aber man muss leider auch sagen, dass der Sprung von der Bezirksoberliga in die Schleswig-Holstein-Liga riesig ist. Sie sind natürlich geknickt, aber das gehört zu ihrem Entwicklungsprozess dazu“, sagt Peter Diedrichsen.

Die zweite Mannschaft bekam das Fehlen ihres Kapitäns Kurt Asmussen schmerzhaft zu spüren.

Für beide Mannschaften war es der letzte Spieltag in diesem Jahr. Ab Januar beginnt dann die Vorbereitung für die Heim-Europameisterschaft im August in Tondern. „Ich habe den Jungs gesagt, dass es jetzt im Winter losgeht und wir uns anschauen werden, wer wirklich Bock auf die EM hat. Wir haben mehr Spieler als Kaderplätze, also werden sich alle voll reinhauen müssen, um dabei zu sein“, so Trainer Diedrichsen, der davon ausgeht, dass eine Europameisterschaft vor eigenem Publikum für jeden Ansporn genug sein sollte, in den kommenden Monaten Gas zu geben.