Kommunalwahl 2025

Trotz Solarzoff: Stimmenplus für die SP

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Olav Hansen, Hans-Iver Kley, Andreas Geuss und Carsten Leth Schmidt (rechts) vom SP-Team beobachteten am Wahlabend gebannt die Ergebnisse am Großbildschirm im Rathaus.

Trotz Gegenwind holt der Spitzenkandidat der Schleswigschen Partei, Carsten Leth Schmidt, zur Kommunalwahl so viele Stimmen wie nie zuvor. Das Mandat gelingt – mithilfe des Wahlbündnisses. Zum Sitz aus eigener Kraft fehlt nicht viel. Und auch der politische Nachwuchs macht sich bemerkbar. Eine Bilanz.

Bei den persönlichen Stimmen hat Carsten Leth Schmidt ein deutliches Zeichen gesetzt: Der SP-Spitzenkandidat erhielt 400 Stimmen – das sind 134 (50,4 Prozent) mehr als bei der Wahl vor vier Jahren. Damit liegt Leth parteiintern vorn. 

Bemerkenswert ist das vor allem vor dem Hintergrund seiner Rolle: Als Vorsitzender des kommunalen Klima- und Technikausschusses steht er regelmäßig im Fokus – etwa bei kontrovers diskutierten Projekten wie dem Solarpark bei Kastvrå. Kritik blieb nicht aus – doch am Rückhalt in der Wählerschaft hat das offenbar nichts geändert.

Unter dem Strich hat die Partei der deutschen Minderheit in der Kommune Hadersleben 100 Stimmen mehr bekommen als bei der vergangenen Wahl und landet nach der Feinzählung am Tag danach bei insgesamt 915 Stimmen. Damit fehlten der SP nur 23 Stimmen zum Mandat aus eigener Kraft – ohne Wahlbündnis. 

Manche verlieren – andere holen auf

Bei der jüngsten Wahl ging Eliška Hansen erneut für die Partei der deutschen Minderheit ins Rennen.

Zu diesem Ergebnis haben auch andere SP-Kandidierende beigetragen und respektable Ergebnisse erzielt, auch wenn nicht alle an ihren Erfolg von 2021 herankamen. Sabina Wittkop-Hansen erhielt 85 Stimmen (nach 131), Hans-Iver Kley kam auf 72 (nach 98), Piet Schwarzenberger auf 29 (nach 40). 

Einige konnten zulegen. Eliska Hansen verbesserte sich von 34 auf 50 Stimmen, Newcomerin Anna Lea Leth Schmidt erzielte 73. Die 18-Jährige ist neu im politischen Geschäft und zugleich Tochter des Spitzenkandidaten. Auch Andreas Geuss, der zum ersten Mal kandidierte, schaffte mit acht Stimmen seinen Einstieg in die Lokalpolitik.

Stadt gewinnt, Land verliert

Piet Schwarzenberger sortierte die Ergebnisse. Je später der Abend, umso mehr konnte das SP-Team aufatmen. Neben ihm sind Leth Schmidt und Sabina Wittkop-Hansen zu sehen.

Bei der geografischen Auswertung zeigt sich ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. Die SP legte besonders in den urbanen Wahlbezirken zu: In Hadersleben Nord und Hadersleben West stiegen die persönlichen Stimmen jeweils um 35, in Hadersleben Süd um 24. Auch Kjelstrup (Kelstrup) (+28) und Hoptrup (+20) verzeichneten kräftige Zuwächse.

Allerdings musste die Minderheitenpartei vor allem in ländlicheren Gebieten Einbußen hinnehmen: In Sommerstedt (Sommersted) verlor sie 27 Stimmen, in Gramm 18, in Arnum 10 und in Ösby (Øsby) acht. In der Region Sommerstedt macht sich für den Klimavorsitzenden Leth vor allem der umstrittene Plan für einen Solarpark in Kastvrå bemerkbar, für den er sich starkmacht. 

Nicht am Ziel, aber nah dran

Wer nicht wählt, wählt auch: 160 Stimmen haben laut Leth am zweiten Mandat für das Bündnis gefehlt. Carsten Leth Schmidt ist ab Januar zwar nicht Teil der bürgerlichen Konstituierung und wartet – immer noch – mit den anderen 14 Mitgliedern des neuen Parlaments, die außen vor sind, auf ein Gesprächsangebot. „Doch die Ergebnisse machen Mut – auch für 2029.“

Vater und Tochter standen zur Kommunalwahl am 18. November gemeinsam auf dem Wahlzettel. Auch für die 18-jährige Anna Lea wurde sie zu einem Erfolg. Hier sind beide mit Hund „Minka“ zu sehen.