Deutsche Schulen

Theaterprobe: So lief es für Ali Baba und seine vier Räuber

Veröffentlicht Geändert
Johanne (12) spielt den Räuberhauptmann in dem Theaterstück Ali Baba und die vier Räuber.

Die Weihnachtszeit ist auch die Zeit der Theaterstücke an den deutschen Schulen – so auch in Rothenkrug. Dort haben insgesamt 18 Kinder das Stück „Ali Baba und die 40 Räuber“ umgeschrieben und neu interpretiert. Am Freitagmorgen war die Generalprobe. Warum aus 40 Räubern vier wurden und was der Lehrer zur Leistung seiner Theatertruppe sagt, hat der „Nordschleswiger“ in Erfahrung gebracht.

Liva ist aufgeregt. Die Zehnjährige spielt in dem Theaterstück „Ali Baba und die vier Räuber“ eine Sklavin, darf sich dafür mit Pfauenfedern schmücken. „Ich mag die Rolle, weil sie frech ist. Und ich wollte sie unbedingt!“, erzählt die Schülerin der Deutschen Schule Rothenkrug. Vergangenes Jahr in der vierten Klasse war sie Souffleuse – dieses Jahr sollte es dann schon gerne auf die Bühne gehen, sagt sie.

Johanne hat in dem Stück die Rolle des Räuberhauptmanns. „Als ich die Texte durchgelesen hatte, wusste ich, dass ich diese Rolle will. Ich hab' mich selbst Torsten genannt“, erzählt sie und grinst. Die Zwölfjährige ist nervös. „Ich muss zehnmal die Räuber zurechtweisen.“ Vor ihrem großen Auftritt geht sie hinter der Bühne noch mal ihre Texte durch.

Eine Mitschülerin hilft Liva, die Pfauenfedern in ihrem Zopf festzustecken.

Die Texte haben die Schülerinnen und Schüler zusammen geschrieben, sagt ihr Theaterlehrer Gerhard Völtzer. „Die Hauptarbeit war, das Stück zu entwickeln. Dabei war mir nicht das Stück an sich wichtig, sondern der Prozess“, sagt er. 

Für ihr Theaterstück mussten Johanne und die anderen Kinder viel auswendig lernen.

Dass aus den 40 Räubern am Ende nur vier wurden, ist schnell erklärt: Es sind zusammen lediglich 18 Kinder in der 5. und 6. Klasse der Schule. Und selbst wenn: Für 40 Kinder wäre es auf der Bühne auch ganz schön voll geworden. 

Was die Sprache und das Stück angeht, darin sieht er durchaus eine Herausforderung. Denn: „Es sind wenige Kinder dabei, die Deutsch als Muttersprache haben. Ich hoffe, dass sie bei der Generalprobe deutlich sprechen und vor allem auch eine Spielfreude entwickeln.“ Und eine alte Theaterregel besagt schließlich, eine Aufführung wird immer dann gut, wenn es bei der Generalprobe nicht läuft, sagt er. 

Und dann öffnet sich der Vorhang für Ali Baba und seine vier Räuber: Schnell noch das Bühnenbild umbauen, das machen die Kinder mit Unterstützung der Lehrer selbst. Noch eine Ansprache eines Schülers an das Publikum - in dem vor allem Großeltern, aber auch andere Verwandtschaft sitzen, und los geht's. 

Muss hinter der Bühne die Fäden in der Hand halten: Gerhard Völtzer, Klassenlehrer der 6. Klasse und für den Theaterunterricht verantwortlich.

Johanne ist nach ihrer ersten Szene sichtlich erleichtert, freut sich, dass alles gut geklappt hat: Ihre Räuber hat sie im Griff auf der Bühne. Und auch Liva fühlt sich offenbar wohl in ihrer Rolle, trägt stolz ihre Federn auf dem Kopf. Die Kinder müssen sich viel Text merken, bringen ihre Szenen im wahrsten Sinne sicher über die Bühne.

Ich hoffe, dass sie langsam und deutlich sprechen und eine Spielfreude entwickeln.

Gerhard Völtzer

Und wenn Kinder der 5. und 6. Klasse ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht umtexten, dann klingt das zum Beispiel so: „Quassim, hey Bro! Was ist los mit Dir? Bist Du krank?“

Ihr Lehrer ist hoch zufrieden. „Top, sehr gut!“ Die Kinder hätten so viel auswendig lernen müssen. „Das machen sie wirklich sehr gut.“ 

Und die alte Theaterweisheit, dass eine Aufführung nur dann gut wird, wenn die Generalprobe in die Hose ging? „Ausnahmen bestätigen die Regel!“, sagt Gerhard Völtzer und lacht.

Das Stück „Ali Baba und die vier Räuber“ ist am Sonnabend, 13. Dezember, auf der Weihnachtsfeier der Deutschen Schule Rothenkrug zu sehen: von 14 bis 16 Uhr für die 0. bis 3. Klasse und von 16 bis 18 Uhr für die 4. bis 6. Klasse.

Die Schülerinnen und Schüler haben das Märchen aus Tausendundeiner Nacht selbst umgeschrieben.
Ihr Bühnen-Make-up macht die 12-Jährige Johanne selbst.