Kommunalwahl 2025

Stimmenkönigin ohne Mehrheit, SP wartet und ein Comeback

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Der bürgerliche Block formiert sich – bislang ohne die Allianz der Mitte und die Parteien Sozialdemokratie, Einheitsliste und Sozialistische Volkspartei. Holger Mikkelsen (LA, Mitte) fordert zu einer breiten Zusammenarbeit auf.

Eine frustrierte Stimmenkönigin, Schleswigsche Partei in der Warteschleife – und zwei politische Karrieren, mit denen wohl die wenigsten gerechnet hatten: Am Tag nach der Wahl ziehen Parteien eine erste Bilanz. Zwei Namen fallen auf. Noch wartet die Schleswigsche Partei auf einen Wink an den Verhandlungstisch – und ist damit nicht allein.

Der Rückgang der Sozialdemokratie von zehn Mandaten auf nunmehr sieben ist dramatisch. Dabei erhielt Bürgermeisterkandidatin Marie Skødt über 2.300 persönliche Stimmen – mehr als jede andere Person in der Kommune Hadersleben. „Ein einzelnes Mandat, ein paar hundert Stimmen – das hätte gereicht, um den amtierenden Bürgermeister abzulösen“, sagt sie rückblickend. „Wir haben gelacht, wir haben gekämpft – und ja, vielleicht kommt da auch noch eine Träne.“

Ihre Kernthemen bleiben, betont sie: Altenpflege, Kitas, Schulen, Hilfe für Familien. Und da hakt es in der Kommune Hadersleben bekanntlich besonders. 

Eine Wahlniederlage muss Lene Bierbaum aus Woyens (Vojens) einstecken, die als Venstre-Vorsitzende seit vier Jahren den Vorsitz im Sozial- und Handicapausschuss innehat und Mitglied des Familienausschusses ist. Sie wird ab Januar nicht mehr im Kommunalrat sitzen. 

Marie Skødt verhehlt ihre Enttäuschung über die Wahlniederlage nicht.

Knapp an einem zweiten Mandat vorbei

Lene Bierbaum (Mitte) verliert ihr Mandat.

Während sich der bürgerliche Block auf Ressortverteilungen geeinigt hat, wartet die Mitte-Allianz – zu der auch die Schleswigsche Partei (SP) gehört – auf ein Gesprächsangebot. „Ich bin gespannt, wie sie das Puzzle fertiglegen wollen“, sagt SP-Spitzenkandidat Carsten Leth Schmidt. Noch sei unklar, wie sich die Verhandlungsführer den 15 Mandaten nähern wollen, die bisher außen vor bleiben – und ob inhaltlich wirklich ein neuer Kurs geplant sei. 

Ärgerlich: Laut Leth haben etwa 160 Stimmen an einem zweiten Mandat für das Mitte-Bündnis gefehlt.

LA: „Lasst uns zusammenarbeiten!“

Carsten Leth Schmidt wartet noch auf ein Gesprächsangebot.

Holger Mikkelsen von der Liberalen Allianz zeigt sich zufrieden: Gemeinsam mit Helle Have zieht der frühere Venstre-Politiker ins Kommunalparlament ein. „Wir wollen zu einem breit getragenen, kooperativen Kommunalparlament beitragen. Die besten Lösungen entstehen, wenn man einander zuhört, auch über Parteigrenzen hinweg“, betont Mikkelsen.

20-jährige Landwirtin übernimmt Vizevorsitz

Jakob Vindel Duedahl (links) ist der neue Mann der Radikalen Venstre. Hier ist er neben seinem Vorgänger Børge Koch zu sehen.

Für Aufmerksamkeit sorgt Klara Steenholdt von den Dänemarkdemokraten. Die Partei erzielte zwei Mandate und ist erstmals im Rat vertreten. Mehr noch: Mit 20 Jahren übernimmt die junge Landwirtin aus Beftoft (Bevtoft) den stellvertretenden Vorsitz im Sozialausschuss – als jüngstes Ausschussmitglied der Kommune.

Überraschendes Comeback – ohne Wahlplakat

Und dann ist da noch Thies Mathiasen von der Dänischen Volkspartei. Vier Jahre lang war er nicht im Kommunalparlament – jetzt ist er zurück. Ohne ein einziges Wahlplakat. DF holte drei Mandate – für die Partei ein Erdrutschsieg.

Thies Mathiasen (DF) war eine der Überraschungen des Abends. Er feiert nach einer vierjährigen Pause ein Comeback – ohne ein Wahlplakat aufgehängt zu haben. Seine Partei konnte ihre Sitze verdreifachen (Archivbild).