Tierschutz-Affäre

Spannung vor entscheidender Sitzung für Jørgen Popp Petersen

Veröffentlicht Geändert
Anna-Lena Holm vor dem Rathaus in Tondern

Tonderns Bürgermeister wird am frühen Donnerstagabend seinen Stadtratskolleginnen und -kollegen über die Strafanzeigen in seiner Schweineproduktion berichten. Das geschieht bei einer geschlossenen Sitzung. „Nordschleswiger“-Reporterin Anna-Lena Holm ist vor Ort und sammelt Reaktionen.

Bereits vor der Sitzung ist deutlich: An diesem Abend kämpft Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei (SP) um seine politische Zukunft. Es geht darum, das Vertrauen der anderen Parteien wiederherzustellen.

„Noch ist es hier relativ ruhig, aber wir erwarten jeden Moment die ersten Politikerinnen und Politiker“, sagt „Nordschleswiger“-Journalistin Anna-Lena Holm um 17 Uhr. Sie verfolgt die Ereignisse des Abends.

Von 2019 bis 2024 hat die Nahrungsmittelbehörde Popp Petersen achtmal wegen mangelnden Tierschutzes bei der Polizei angezeigt. In drei Fällen hat er ein Bußgeld bezahlt, das laut „JydskeVestkysten“ insgesamt 32.500 Kronen beträgt. In den übrigen Fällen ermittelt die Polizei weiterhin.

Vertrauen entscheidend für mögliche Wiederwahl

Um 17.30 Uhr wird er den Stadtratsmitgliedern bei einer geschlossenen Sitzung seine Version der Dinge erklären. Er hat jedoch bereits im Vorfeld angekündigt, dass er nicht alle Detaills der Strafanzeigen offenlegen wird.

„Es ist deutlich, dass es am Fall Popp ein öffentliches Interesse gibt. Kolleginnen und Kollegen von anderen lokalen und regionalen Medien sind ebenfalls bereits erschienen, um über den Abend zu berichten“, so Anna-Lena Holm.

Der Stadtrat kann Popp Petersen nicht abwählen. Dennoch kann die Sitzung für seine politische Zukunft entscheidend sein. Nach der Kommunalwahl am 18. November möchte er erneut Bürgermeister werden. Da die Schleswigsche Partei aller Wahrscheinlichkeit nach keine eigene Mehrheit erringen wird, benötigt er dafür das Vertrauen der übrigen Parteien.

Die Dänische Volkspartei und die Sozialistische Volkspartei haben ihn bereits zum Rücktritt aufgefordert. Die übrigen Parteien haben sich bislang vorsichtiger geäußert.