Deutsche Minderheit

Risalamande und Leberpastete: Weihnachtsfeier bringt dänische Bräuche näher

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Die Kinder saßen gemeinsam an der Weihnachtstafel

Dänische Weihnachten: Der Freizeit- und Jugendclub Feldstedt hat dieses Jahr sein erstes Weihnachtsfest organisiert. Doch warum braucht es eine weitere Weihnachtsfeier in der Stadt? Für viele der Kinder hieß es deshalb: ein Nachmittag voller neuer Traditionen.

Die Aula der Deutschen Privatschule Feldstedt verwandelte sich kürzlich in ein weihnachtliches, großes Wohnzimmer. Zwischen den Holzstreben an den Wänden hingen Lichterketten, an denen wiederum kleine Geschenke baumelten. Auf der Leinwand loderte ein großes Kaminfeuer und im Hintergrund vermischten sich die Weihnachtslieder aus der Musikbox mit Kinderlachen. Bo Mansen, Spartenleiter des Freizeit- und Jugendclubs Feldstedt, veranstaltete für fünfundzwanzig Kinder ein typisch dänisches Weihnachtsfest. 

Doch warum?

Die Idee kam dem Spartenleiter, als er bemerkte, wie viele der neu hergezogenen Kinder aus Deutschland die dänischen Weihnachtstraditionen noch nicht kennen. Da die Mehrheit der Schul- und Kindergartenkinder aus Zuzüglern besteht und viele Familien zu Hause weiterhin ein deutsches Weihnachtsfest feiern, sind es solche Veranstaltungen, die die dänischen Traditionen weitervermitteln. Daher sieht er die Weihnachtsfeier als „eine gute Ergänzung zu der Schulweihnachtsfeier in Feldstedt“. 

Bo Mansen hat sich für die Weihnachtsfeier festlich geschmückt.

Zwei Länder – zwei Traditionen

Bo Mansen ist ebenfalls Leiter der Schulfreizeitordnung (SFO) der Privatschule Feldstedt und sieht das Weihnachtsfest ganz im Sinne des Schulslogans „Eine Schule – Zwei Sprachen“. Es gehe nicht nur darum, die deutsche Kultur in Dänemark zu erhalten, sondern auch die dänische den Deutschen zu vermitteln, sagt er.

Auf dem Programm standen ein dänisches Drei-Gänge-Buffet und Weihnachtsbingo. Für die Kinder wurden die typischen Speisen jedoch abgewandelt, verrät Mansen. Der erste Gang bestand aus kalten Vorspeisen, wie Käse-Trauben-Spießen, halben Eiern und Brotscheiben mit verschiedenen Aufschnitten. Als zweiter Gang folgten die warmen Hauptgerichte. Dazu gehörten Kartoffeln, Frikadellen, Rotkohl, Leberpastete, Kartoffelchips und braune Soße. Die Kinder stellten sich bei der Eröffnung des Buffets prompt in einer Reihe auf und packten sich das Weihnachtsessen – teilweise mit skeptischem Blick – auf die Teller. Trotz der anfänglichen Skepsis: Geschmeckt hat es allen.

Die Kinder haben sich reichlich am Buffet bedient, das aus einem traditionellen „Julefrokost“ besteht.

Wer die Mandel findet…

Für die Zweitklässlerin Finja ist es das erste Weihnachten in Dänemark. Sie ist mit ihrer Familie im Januar nach Feldstedt gezogen. Die Weihnachtsfeier des Freizeit- und Jugendclubs ist für sie eine schöne Möglichkeit, die Traditionen ihres neuen Heimatlandes kennenzulernen. Am meisten freute sie sich auf die neue Tradition des „Risalamande“. Ihre achtjährige Freundin Klara äußerte ebenfalls ihre Vorfreude auf den sahnigen Milchreis. Sie wusste bei ihrem ersten „Risalamande“ nicht, wieso man die Mandel sucht, bis ihr ihre Eltern erklärten, dass es dann ein Geschenk gibt. Seitdem ist sie Fan der dänischen Tradition.

Bo Mansen schaut zufrieden auf die glücklichen Kindergesichter. Die Anspannung, ob die Weihnachtsfeier gut bei den Kindern ankommen würde, sei schnell verflogen, als die ersten Kinder kurz nach der Ankündigung ihre Vorfreude äußerten. „Es ist toll zu sehen, wie sehr die Kinder die Angebote annehmen“, sagt Mansen. 

Die achtjährige Finja (l.) und ihre gleichaltrige Freundin Klara.

Übrigens: Die Weihnachtsfeier der örtlichen Vereine findet am 20. Dezember statt.