Kommunalwahl 2025

Nächtliche Guerilla-Aktion: JungeSpitzen ziehen mit Kreide in den Wahlkampf

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JungeSpitzen Guerilla-Aktion
„Setz dein Kreuz bei der SP“ leuchtet in gelber Farbe am Busbahnhof in Apenrade – wie lange, das ist abhängig von der Witterung.

Mit einer nächtlichen Aktion wollen die Mitglieder der Jugendorganisation der Schleswigschen Partei noch etwas mehr Farbe in den Wahlkampf bringen. Botschaften vor den deutschen Einrichtungen, in Fußgängerzonen und an Busbahnhöfen sollen Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule auf die SP aufmerksam machen.

„Es ist eine neue Idee, die wir im Zusammenhang mit einem Wahlkampf noch nie gesehen haben“, erklärt die Vorsitzende der Jugendorganisation der Schleswigschen Partei, Wencke Andresen, dem „Nordschleswiger“ zu einer nächtlichen Guerilla-Aktion der „Jungen Spitzen“. 

Ausgerüstet mit Schablonen und Kreidefarbe machten sich am späten Montagabend Mitglieder der „Jungen Spitzen“ an fünf Standorten in den vier nordschleswigschen Kommunen auf den Weg, um Botschaften auf die Straßen zu sprühen. 

Das Ziel: Aufmerksamkeit abseits der seit dem Wochenende an Laternenpfählen hängenden Wahlplakate erregen.

Wencke Andresen ist Vorsitzende der „Jungen Spitzen“.

„Wir haben uns natürlich vorher informiert, wo man sprühen darf“, so die Vorsitzende. Weil Fahrbahnen und Radwege tabu sind, wurden Fußgängerzonen, Bushaltestellen und Orte vor den deutschen Einrichtungen in Angriff genommen – etwa vor der Deutschen Schule in Tingleff und am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig in Apenrade. „Wir haben Orte ausgesucht, an denen viele Leute vorbeikommen.“ Die Gruppen seien jedoch behutsam vorgegangen und hätten in Maßen Botschaften gesprüht.

Drei Slogans in Blau und Gelb

Die „neue Idee“ mit Sprühkreide, die man bisher eher bei Sportevents oder Demonstrationen im Einsatz sehen konnte, soll die Menschen im Wahlkampf überraschen. Daher findet die Aktion auch zu später Stunde statt. Dann können die Menschen am Morgen auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder zum Einkaufen an belebten Orten in Sonderburg (Sønderborg), Tondern (Tønder), Tingleff (Tinglev), Apenrade und Hadersleben (Haderslev) in blauer und gelber Farbe die Wahlslogans „SPitzenklasse“, „Sæt X ved SP“ oder „Ta' parti for Sønderjylland“ lesen. 

Wencke Andresen hatte die Schablonen online gefunden, bestellt und drucken lassen. „Wir haben das vorher auf dem Parkplatz am Haus Nordschleswig ausprobiert“, sagt Andresen. Doch nicht überall hat es am Montagabend dann auch geklappt, die Botschaften gleichzeitig auf den Boden zu bringen. „Weil es geregnet hat, war einiges schon nach dem Aufsprühen gleich wieder verschmiert.“ 

JungeSpitzen Guerilla-Aktion
„SPitzenklasse“: Wie gut die Slogans ankommen, wird sich erst zeigen.

Zweiter Anlauf bei besserem Wetter

Leif Curdes
Leif Curdes, Kandidat für die SP in Sonderburg, brachte Farbe in die Fußgängerzone.

Das Problem: Kreidefarbe braucht etwas Zeit zum Trocknen. Ist es zu nass, wird die Farbe schneller weggespült. 

Dafür gilt gutes Kreidespray gemeinhin als umweltfreundlich und verschwindet – etwa durch Regen – rückstandslos. Die meisten Sprühfarben sind heute pflanzenverträglich und organisch abbaubar. 

Ein neuer Versuch soll nun am Donnerstagabend unternommen werden, verrät Wencke Andresen. Dann soll es laut Wettervorhersage auch etwas trockener sein.