Deutsche Minderheit

Mit Schultüte und Neugier: Sieben Kinder starten ins Abenteuer

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„Was erwartet uns?“ Gemischte Gefühle machen sich bei den Neuen in der ersten Reihe breit.

In Lügumkloster werden sieben Vorschulkinder feierlich eingeschult – mit Liedern, einem Theaterstück und vielen herzlichen Gesten. Schulleiterin Connie Meyhoff Thaysen macht Mut: Lernen heißt auch, Fehler machen dürfen, Fragen stellen und gemeinsam wachsen. Emilie fieberte besonders einer Sache entgegen.

„Ich weiß nicht, was drin ist. Ich darf sie aber nicht öffnen“, sagt Emilie fröhlich, während sie am Mittwoch auf dem Schulhof in Lügumkloster ihre Oma entdeckt und umarmt. Das, was sie – noch nicht – öffnen darf, ist ihre Schultüte. Emilie und sechs weitere Kinder sind mit ihren Eltern die Stufen aus dem ersten Stock vom benachbarten Club herabgekommen, mit den Schultüten im Arm und den Schulranzen auf dem Rücken.

Nach dem Fototermin unter freiem Himmel gehen die erwartungsvollen großen und kleinen Leute in die Turnhalle. Das allgemeine Stimmengewirr verstummt, als Schulleiterin Connie Meyhoff Thaysen zur Probe aufs Mikro klopft.

„Jetzt beginnt für euch ein neues Abenteuer voller Entdeckungen, Spielen, Freundschaften und Lernen ist auch dabei“, begrüßt die Schulleiterin Max, Otis, Maya, Nynne, Claura, Kathrine und Emilie herzlich.

„Jeder bringt etwas Besonderes mit“

Noch darf Emilie ihre Schultüte nicht öffnen, wie sie ihrer Oma verrät.
Die Eltern zücken die Handys für Erinnerungsfotos.

„Ihr seid jetzt Teil unserer Schulfamilie. In der Vorklasse geht es darum, mit anderen gut auszukommen, neugierig zu sein, Fragen zu stellen, gemeinsam zu lachen, zu staunen und Fehler zu machen. Denn aus Fehlern lernen wir. Und jeder von euch bringt etwas Besonderes mit“, so die Schulleiterin zu den Jüngsten, die ganz vorne sitzen.

Sieben kleine Sonnen

Kathrine zeigt stolz ihren Großeltern die Schultüte.

„Kinder sind wie kleine Sonnen, die auf wundersame Weise Wärme, Glück und Licht in unser Leben bringen. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese Sonnen strahlen können – jeden Tag ein bisschen mehr. Ich freue mich auf ein schönes Schuljahr mit euch allen voller kleiner und großer Momente, die wir gemeinsam erleben werden“, sagt Connie Meyhoff Thaysen.

Empfang mit Musik und Theater

Die Neuen mit Vorschullehrerin Julia Wolff auf einen Blick: (v. l.) Maya Christine Bergholt Lorenzen, Nynne Thøstesen Brodersen, Otis Ogonowski, Kathrine Bundesen, Emilie Sofie Ackermann, Clara Johanna Husted und Max Krupicka

Die gesamte Schulfamilie begrüßt die Neuen auf singende Weise, bevor es „Bühne frei“, für die 2. Klasse heißt. Textsicher und charmant unterhalten die Mädchen und Jungen das Publikum mit einem kleinen Theaterstück über Monster, die sich nachts im Kinderzimmer streiten. Sie wollen so gerne wie „Mia“ und „Lena“ Kuscheltiere haben und eine Gutenachtgeschichte hören. Das gibt es alles im Wald nicht.

Mädchen und Jungen aus der 4. Klasse stellen sich danach als Partnerinnen und Partner vor, um den Vorschülerinnen und Vorschülern im Schulalltag bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Bewegung für alle Altersklassen

Im Theaterstück streiten sich die Monster.
Die Nachtruhe der zwei Schwestern wird durch Monster gestört.

Beim Bewegungstanz sind Groß und Klein auf den Beinen und machen „Winke, winke“ und wackeln unter anderem mit dem Po. Nach einer Pause mit Kuchen, gebacken von den Klassen 5 und 6, folgen die Mädchen und Jungen Vorschullehrerin Julia Wolff in den geschmückten Klassenraum.

Und während Otis kleiner Bruder gar zu gerne mitgegangen wäre, wecken im Gang die ausgestopften Tiere das Interesse von Max und Otis. „Das schauen wir uns morgen alles genau an“, sagt Julia Wolff, während die Schulleiterin die Eltern mit Informationen versorgt.

Max wird von seinem Partner begrüßt und setzt sich danach prompt nach vorne auf die Bank.

Informationen über die deutsche Minderheit

Dabei erfahren sie auch über die Wichtigkeit der Dachorganisation der Minderheit, des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) für die Bezuschussung der Minderheitenarbeit. Sie können nicht nur eine kostenlose Mitgliedskarte für das erste halbe Jahr mit nach Hause nehmen, sondern erhalten mit Blick auf die Kommunalwahl im November auch einen dezenten Hinweis. „Es gibt eine Partei, die uns unterstützt und auch in der Kommune für uns arbeitet – die SP (Schleswigsche Partei, d. Red.)“, so die Schulleiterin.

Im Klassenzimmer lernen die sieben gespannten Kinder mit „Klara“ ein weiteres Mitglied in der Klassengemeinschaft kennen, das ab und an mitmischen wird.

Mit der Vorschulklasse gibt es nun 58 Kinder an der Schule.
„Klara“ wohnt in einer Tasche und wird die Vorschulkinder ab und an begleiten.
Max erzählt und zeigt, dass Erdmännchen seine Federtasche schmücken.
Konzentriert bei der Sache

Nach dem Auspacken der Federtaschen und dem Dekorieren von Stehsammlern nach Lust und Laune ist es dann so weit: Die Eltern kommen auch, und Emilie und die anderen Kinder dürfen die Schultüten öffnen.