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Messe: Spektakuläre Sammlung von unschätzbarem Wert

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Aus Dänemark und Deutschland kamen Sammlerinnen und Sammler angereist, um sich auf der Messe umzuschauen und das eine oder andere Stück zu ergattern. Sogar aus dem dänischen Skælskør stammte ein Ehepaar, das im Wohnmobil übernachtete.

Der Apenrader Jürgen Drexel ist begeistert von dem Angebot, das kürzlich in den Rothenkruger Messehallen stattfand. Neben den dänischen Gästen, fanden auch viele aus Deutschland den Weg dorthin. Der Grund dafür wurde Drexel schnell klar.

Schon kurz nach Öffnung herrscht reger Betrieb in den Messehallen in Rothenkrug. Menschen beugen sich über Alben, halten Lupen bereit, diskutieren über Drucke, Prägungen und kleine Details, die für Außenstehende unscheinbar wirken – für Sammlerinnen und Sammler aber große Geschichten erzählen. Die Sammlermesse, organisiert vom lokalen Sammlerverein, entwickelt sich am Wochenende zu einem vollen Erfolg.

Mehr als 50 Anbieter präsentieren Briefmarken, Münzen, Briefe und Postkarten. Rund 400 Besucherinnen und Besucher kommen zwischen 10 und 15 Uhr vorbei. „Das Interesse war enorm“, sagt Jürgen Drexel vom örtlichen Sammlerverein. „Wir hatten durchgehend Betrieb.“

„Vermutlich die größte Messe dieser Art in Dänemark“

Besonderen Besuch bekommt die Messe ebenfalls: Der Vorsitzende des dänischen Philatelistenverbandes schaut vorbei. Sein Eindruck: „Es könnte gut sein, dass das hier die größte Sammlermesse dieser Art in ganz Dänemark ist.“ So berichtet es Drexel vom Treffen mit dem Vorsitzenden.

Auch wirtschaftlich lohnt sich der Tag für viele Händler. Einige hätten bereits zur Mittagszeit Waren im Wert von über 10.000 Kronen verkauft, sagt Drexel. Die Mischung aus Fachpublikum, Neugierigen und erfahrenen Sammlern mache den Erfolg aus, meint er.

Ein Album, das nicht zu bewerten ist

Für besonderes Staunen sorgt ein Besucher, der sein Album bewerten lassen möchte – und damit an Grenzen stößt. Enthalten sind sogenannte Fire Rigsbanksskilling, die zu den ersten gedruckten dänischen Briefmarken überhaupt zählen. Die ersten Exemplare wurden 1851 verkauft. Gerade weil Druckqualität und Papier damals stark schwankten, gleicht kaum eine Marke der anderen. Das macht es für die Sammlerinnen und Sammler attraktiv. „Fast jede dieser Marken ist ein Unikat“, erklärt Drexel. Eine klassische Bewertung sei deshalb kaum möglich. Für viele Anwesende wird genau diese Geschichte zum Höhepunkt des Tages: Sammlerstücke, die nicht nur Geldwert haben, sondern Einblick in die Anfänge der Postgeschichte geben.

Großes Interesse aus Deutschland

Jürgen Drexel sammelt seit vielen Jahren Briefmarken (Archivfoto).

Auffällig ist auch der hohe Anteil deutscher Gäste. Sammlerinnen und Sammler reisen unter anderem aus Lübeck, Hamburg und Heide an. Drexel kommt mit vielen von ihnen ins Gespräch. Ihr Fazit: Solche Messen gebe es in Deutschland in dieser Form kaum – und schon gar nicht mit einem solchen Angebot. „Die Auswahl hier ist groß, und die Preise sind fair“, berichteten Drexel mehrere Besucher. Gerade die Mischung aus professionellen Händlern und privaten Anbietern mache den Reiz aus.

Blick nach vorn: Planung läuft bereits

Erste Standplätze für die nächste Messe im Januar 2027 sind bereits vergeben. Für den Sammlerverein ist das ein starkes Signal. „Das bestätigt uns darin, dass es ein großes Interesse gibt – auch über die Region hinaus“, sagt Drexel.