Deutsche Minderheit

Krieg, Krise, Kummer: Was hilft, nicht den Mut zu verlieren

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Von links: Wencke Andresen, Sophia Wittmaack, Elina März und Paul Klöss

Die Medien sind voll von niederschmetternden Nachrichten. Das auszuhalten ist nicht leicht. Wie also umgehen mit der negativen Dauerbeschallung? Nordschleswigerinnen und Nordschleswiger erzählen, was ihnen hilft, nicht den Mut zu verlieren.

Sieben von zehn Erwachsenen in Deutschland meiden gelegentlich Nachrichten. Viele fühlen sich von Krisen, Negativität und Informationsflut überfordert. Laut dem Digital News Report vom Reuters Institute 2024 nimmt diese Nachrichtenmüdigkeit seit Jahren zu – über alle Altersschichten hinweg.

Wencke Andresen: „Informiert bleiben und Austausch pflegen“

„Ich habe ein paar Freunde, die die negativen Schlagzeilen ignorieren. Ich mache das nicht, denn ich finde es wichtig, informiert zu bleiben“, sagt Wencke Andresen.
Ihr hilft es, in der Familie über verschiedene Themen zu sprechen – egal, ob es um lokale oder internationale Ereignisse geht. Der Austausch hilft ihr, die Dinge besser einzuordnen.

Trotzdem achtet sie auf ihr seelisches Gleichgewicht: „Damit es mir gut geht, verbringe ich Zeit mit Freunden und Familie.“ So bleibt sie informiert, ohne sich zu sehr von den täglichen Krisen vereinnahmen zu lassen.

Sophia Wittmaack und Elina März: „Reden hilft“ 

Auch Sophia Wittmaack und Elina März, Schülerinnen des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN), setzen auf Austausch. „Es hilft, mit Freunden darüber zu reden“, sagen sie. „Die Dinge auszusprechen und über sie zu sprechen, ist wie ein Ventil.“

Beide informieren sich regelmäßig über das Weltgeschehen – aber möglichst bewusst und gezielt. Genauso wichtig wie das Informiertsein ist für sie der Ausgleich: „Man braucht etwas Leichtes als Gegengewicht“, sagt Sophia. Für die 17-Jährige bedeutet das Schwimmen, während ihre Klassenkameradin neue Energie aus Treffen mit Freundinnen und Freunden zieht.

Paul Klöss: „Ruhe bewahren und dankbar sein“

Paul Klöss hat für sich ebenfalls Strategien entwickelt, um einen klaren Kopf zu behalten. „Mir hilft es, Zeit mit meinen Geschwistern zu verbringen, zu angeln oder spazieren zu gehen“, erzählt der 18-Jährige. 

Er betont, wie wichtig es ist, die Ruhe zu bewahren: „Ich denke, man sollte nicht in Panik geraten und sich das Leben nicht schwerer machen, als es ist.“ Ihm hilft dabei die bewusste Erinnerung daran, dass er selbst in Sicherheit lebt – eine Haltung, die ihm Gelassenheit schenkt, auch wenn die Nachrichtenlage belastend ist.