Deutsche Schule Rapstedt

Kein Mitlaufen in Lunden, aber Brötchenpräsente für die eigene Sache

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Mit kostenlosen, selbst geschmierten Brötchen machten Eltern und Kinder am Montagmorgen in Rapstedt auf ihre deutsche Schule und ihren deutschen Kindergarten aufmerksam. Das drohende Aus der beiden Einrichtungen soll verhindert werden.

Die Teilnahme an einem Spendenlauf bei der Schule in Lunden, für die ebenfalls eine Schließung ins Spiel gebracht worden ist, musste die Deutsche Schule Rapstedt am Montag absagen. Eine Aktion pro Schule und Kindergarten gab es dennoch. Man verteilte belegte Brötchen.

Mit einem kulinarischen Gruß wurden vor dem deutschen Kindergarten und der deutschen Schule in Rapstedt am Montag Verkehrsteilnehmende überrascht. 

Elternvertretungen beider Einrichtungen servierten 100 belegte Brötchen, um Werbung für ihre Einrichtungen zu machen und sich für den Erhalt ihres Kindergartens und ihrer Schule einzusetzen.

Die Bäckerei Kock mit Niederlassung in Tingleff hatte 50 Brötchen für die Aktion gespendet. Die anderen 50 zahlte Sabrina Bargum als Mutter zweier Schulkinder aus eigener Tasche. Sie war es auch, die die Idee für die Aktion hatte.

Brötchenstand in Rapstedt für den Erhalt von Schule und Kindergarten.
Auch Brummifahrerinnen und -fahrern wurden am Morgen belegte Brötchen angeboten.

Kurzfristige Absage des Spendenlaufs

Am Montag hätte mit der Teilnahme an einem Spendenlauf in Lunden eine weitere Aktion stattfinden sollen. In Lunden kämpft man ebenfalls für den Erhalt von Schule und Kindergarten. 

Der Deutsche Schul- und Sprachverein (DSSV) gab den Rapstedtern und anderen Schulen vor einigen Tagen allerdings zu verstehen, dass während der Unterrichtszeit nicht an einer solchen Veranstaltung teilgenommen werden darf.

Die Mitteilung an die Schulleitung habe sie verwundert, sagt Rapstedts Schulvereinvorsitzende Christina Buchmeier auf Anfrage. 

Sie hätte nicht gedacht, dass dagegen etwas einzuwenden ist, weil Sponsorenläufe an sich regelmäßig an deutschen Einrichtungen stattfinden. 

„Zu den genauen Hintergründen kann ich aber nichts sagen. Wir vom Vorstand und die anderen Eltern sind von Jan Röhrig (Schulleiter, red. Anm.) am Freitag nur kurz darüber informiert worden, dass die Teilnahme an der Veranstaltung in Lunden nicht stattfindet“, so die Vorsitzende.

Loyalitätskonflikt

DSSV-Schulrätin Simone Sippel Pedersen erklärt, dass die Vorgabe für die Schulen, sich beim Spendenlauf in Lunden nicht einzuklinken, nur für die Unterrichtszeit galt. Was Lehrkräfte, Eltern- und Schülerschaft aus den Schulen nach dem Unterrichtsschluss tun, sei ihnen überlassen. Es gab keine explizite Vorgabe an Rapstedt, sondern dies war eine Antwort auf die Anfrage von Schulen, wie sie sich zum Spendenlauf verhalten sollen.  

Da es sich um eine Aktion gegen die Empfehlung des DSSV handelt, die Einrichtungen in Lunden und Rapstedt zu schließen, geraten die Schulleitungen laut Sippel Pedersen in einen Loyalitätskonflikt. „Mit dem Bescheid an die Schulen, während der Unterrichtszeit nicht nach Lunden zu fahren, werden die Schulleitungen aus diesem Konflikt herausgeholt“, so die Schulrätin. Die Rückmeldung an die Schulen sei in Absprache mit DSSV-Geschäftsführer Uwe Jessen erfolgt, der zugleich Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) ist.

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