Klimawandel

Kein Geld für Sturmflut-Geschädigte in Djernis: SP will neue Regeln

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Der Vorsitzende von „Grundejerforeningen Diernæs Strandby“, Verner Christiansen (links), hier zu sehen mit dem Klimaausschussvorsitzenden Carsten Leth Schmidt (SP), gibt einen Einblick in die Lage seiner Mitglieder.

Zerstörte Sommerhäuser, keine Hilfe vom Staat – in Diernæs Strandby wächst der Frust. Die SP fordert nun eine Neubewertung der Risikoeinstufung, um die Menschen besser gegen Klimafolgen zu schützen.

Sturmflut-Betroffene in Diernæs Strandby schöpfen Hoffnung. Carsten Leth Schmidt (Schleswigsche Partei), Vorsitzender des kommunalen Klimaausschusses, hat eine Mitgliedsinitiative auf die Agenda seines Gremiums gesetzt: Die Kommune soll von Umweltminister Magnus Heunicke (Soz.) eine Neubewertung des Gefährdungsstatus von Diernæs Strand in der Datenbank für dänische Küstengebiete fordern und somit eine gerechte Verteilung der Fördermittel für den Küstenschutz.

Ein Teufelskreis

Bislang bekommen die meisten Betroffenen keine Hilfe. „Es ist merkwürdig, dass die staatliche Sturmflutsicherung nicht zahlt und dies mit fehlendem Küstenschutz begründet, während der Staat diesen Küstenschutz nicht bezuschusst“, kritisiert Leth.

Gleiche Lage – ungleiche Behandlung

Die Sturmflut von 2023 hat Diernæs Strandby schwer getroffen – 64 Sommerhäuser hat sie überflutet, doch Hilfe bleibt aus. Der Naturschadensrat verweigert eine Entschädigung mit der Begründung, die Häuser lägen vor einem Deich. Lediglich für vier Häuser im selben Gebiet gab es einen Zuschuss. – Warum? Verner Christiansen, Vorsitzender der Grundeigentümervereinigung: „Ich habe keine Ahnung.“

Politische Blockade

Er hofft, dass Leths Mitgliedsinitiative Bewegung in die vertrackte Situation bringt. Enttäuscht äußert er sich angesichts der fehlenden Unterstützung aus dem dänischen Parlament. „Auf Christiansborg finden wir kein Gehör.“

Keine Antwort auf Einladung

Trotz zweier Besuche bei den sieben regionalen Volksvertreterinnen und Volksvertretern auf Christiansborg hätten nur Hans Christian Schmidt (Venstre) und Jesper Petersen (Soz.) Entgegenkommen gezeigt, doch ihnen seien die Hände gebunden, so Christiansen. Besonders ärgert ihn das veraltete Kartenmaterial des Küstensystems, das die Gefährdungslage falsch darstelle.

Behörde: „Keine akute Gefahr“

Um künftige Schäden zu verhindern, haben der Eigentümerverein und die Kommune Hadersleben ein Küstenschutzprojekt geplant: einen 700 Meter langen Deich. Doch auch hier gibt es eine Absage vom Küstendirektorat: „Die Behörde verweigert die Unterstützung, da sie keine akute Gefahr sieht. Ich habe die Minister Heunicke und Morten Bødskov zu einem Ortstermin eingeladen. Sie haben nicht einmal geantwortet“, sagt Christiansen.

Klage als letzter Ausweg

Viele seiner Mitglieder seien durch die Situation psychisch belastet, andere könnten bei Hochwasserwarnung nicht mehr schlafen. Für die Betroffenen bleibt der Gang vor Gericht. Der Grundeigentümerverein plant eine Klage gegen den Staat. „Wir fühlen uns im Stich gelassen“, sagt Christiansen und hofft, dass Leth mit seiner Initiative Erfolg hat: „Carsten, aber auch die Kommunalverwaltung haben hervorragende Arbeit geleistet. Sie helfen uns, wo sie können.“