Deutsche Minderheit

Jes kann helfen: Alte Schreibmaschine des Vaters für die Laienspielgruppe

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Jes Jessen (r.) und Gudrun Asmussen mit der alten Schreibmaschine, die Jessen der Jündewatter Laienspielcrew als Requisite zur Verfügung stellen würde.

Auf der Suche nach Requisiten für das neue Theaterstück kann die Jündewatter Laienspielgruppe auf den Krusauer Jes Jessen zählen. Der Ruheständler würde eine alte Schreibmaschine zur Verfügung stellen, mit der eine Polizeiwache vergangener Tage realistisch nachgestellt werden kann. Das alte Familienstück wurde einst für ganz andere Texte genutzt.

„Ich sah den Aufruf der Laienspielgruppe im Nordschleswiger, und da fiel mir sofort die Maschine meines Vaters ein. Die kannst du doch zur Verfügung stellen, sagte ich mir“, so die Worte von Jes Jessen aus Krusau.

Die Theatergruppe aus Jündewatt sucht unter anderem eine alte Schreibmaschine, mit der eine Polizeistube in den 70er Jahren realistisch dargestellt werden kann. Solch ein Polizeibüro ist die Kulisse des neuen Stücks, das im März Premiere feiern soll.

Jes Jessen nahm Kontakt auf und bot der Theatergruppe die Maschine an. Gudrun Asmussen, eine der treibenden Kräfte der Laienspielcrew, ließ sich nicht zweimal bitten und stattete Jes Jessen in Krusau kürzlich einen Besuch ab, um die alte Maschine in Augenschein zu nehmen. Sie staunte nicht schlecht, was der 93-Jährige alles über das schwarze Schreibgerät der legendären Marke „Olympia“ zu erzählen hatte.

In die Tasten gehauen für die Predigt

Das Objekt der Begierde: die alte Olympia-Schreibmaschine von Jes Jessen

„Mein Vater war von 1950 bis 1970 Pastor in Tingleff hat darauf die Predigten geschrieben. Schon in Ratzeburg, bevor wir nach Tingleff zogen, schrieb er darauf“, berichtet Jes Jessen. Sein Vater stammt ursprünglich aus Lautrup (Lovtrup).

„Im Tingleffer Pastorat stand die Schreibmaschine gleich rechts im Arbeitszimmer, mit Blick auf den Grønnevej. Die Predigten schrieb er meist samstagabends. Vorher hat er immer mit uns gespielt“, erinnert sich Jes noch gut an die Zeit, als sein Vater in Deutschland und später in Tingleff das Pastorenamt bekleidete.

Er selbst habe auf der Maschine nie geschrieben, nachdem er sie nach dem Tod des Vaters 1985 übernommen hatte. Den Schreibtisch nutzte er allerdings schon. Den hat Jes Jessen seit vielen Jahren in seinem Arbeitszimmer in Krusau stehen.

 „Mir schwebte vor, die Schreibmaschine als Deko zu nutzen. Daraus ist aber nie etwas geworden. Sie landete auf dem Dachboden. Ich sagte mir aber immer, dass es für die Maschine vielleicht irgendwann eine Verwendung gibt. Und das hat sich ja glatt bewahrheitet“, so Jessen in Anspielung an die Suche der Theatergruppe.

Jes Jessen hat die alte Schreibmaschine des Vaters nie benutzt. Für die Presse kann man ja mal so tun, als ob!

Geeignete Alternative fürs Theaterstück gefunden

„Das ist eine schöne Maschine, die für unser Stück gut zu gebrauchen wäre. Wir sind dankbar, dass du an uns gedacht hast und uns die Maschine anbietest“, so die Worte von Gudrun Asmussen in Richtung Jes Jessen.

Für das Darstellen einer Polizeiwache wird die Pastoren-Maschine voraussichtlich nicht genutzt. „Wir haben ein Exemplar von Slogs Herreds Hus (Begegnungsstätte in Bülderup, red. Anm.) angeboten bekommen. Die ist etwas größer und hat einen ganz markanten Ton. Aber nochmals danke für dein Angebot und danke für die interessanten Infos zur Maschine“, ergänzte Asmussen beim Besuch in Krusau.

Für Jes Jessen war das ganz okay. Vielleicht gibt es ja bald wieder einen Verwendungszweck für das Familienstück – ob mit oder ohne Theater.