Spendenaktion

Iman hatte die Idee: Die SFO Tingleff backte und verkaufte für das Kinderkurheim in Kollund

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Die SFO-Gruppe aus Tingleff überbrachte die Spende persönlich an Fjormark-Leiter Jesper Lildholdt (l.).

Eine Abordnung der Schulfreizeitordnung (SFO) aus Tingleff begab sich kürzlich zur Kindereinrichtung „Fjordmark“ in Kollund, um eine Spende zu überreichen. Die Kids hatten mit dem Verkauf selbst gebackener Produkte Geld eingenommen. Für SFO-Mitarbeiterin Iman Sørensen lag es auf der Hand, zugunsten des Erholungsheims zu kneten und zu backen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe sind in der Schulfreizeitordnung (SFO), der außerschulischen Betreuung an der Deutschen Schule Tingleff, geschlagen worden. Im September und Oktober betätigten sich die Kinder und Mitarbeitenden als Bäckerinnen und Bäcker und widmeten ihre Produktion einmal mehr einem guten Zweck.

Die Mission: Knäckebrot backen und es zugunsten des Kollunder Kinderkurheims „Fjordmark“ verkaufen. Die Eltern und andere Angehörige der Schülerinnen und Schüler nahmen die Backwaren ab und unterstützten so die Aktion.

2.741,83 Kronen kamen zusammen. Den selbst entworfenen, symbolischen Scheck überreichte eine Gruppe der SFO kürzlich persönlich an Einrichtungsleiter Jesper Lildholdt.

Wohltätige Bäckerinnen und Bäcker des SFO am Werk
Greta am Verkaufsstand der SFO. Der gesamte Erlös kommt dem Kinderkurheim „Fjordmark“ zugute.

Auch Muffins fanden Abnehmerinnen und Abnehmer

Die Knäckebrot-Herstellung wurde ergänzt, um möglichst viel Geld für die gute Sache einzunehmen. „Es wurden auch Apfel-Muffins gebacken, die sich ebenfalls gut verkauften“, berichtet SFO-Mitarbeiterin Silke Lorenzen.

Die Idee für das wohltätige Backen zugunsten des Kinderkurheims hatte Kollegin Iman Jaber Sørensen, die seit acht Jahren Mitarbeiterin in der Tingleffer SFO ist.

„Mir war schon länger daran gelegen, für ein Kinderheim zu spenden. Kinder sind doch das A und O. In Dänemark gibt es aber keine Kinderheime im klassischen Sinne. Als ich mehr über die Einrichtung in Kollund erfuhr, kam mir der Gedanke, zusammen mit unseren SFO-Kindern dafür zu spenden“, so Iman Sørensen am Rande der symbolischen Scheckübergabe.

Ein Besuch in der Schwimmhalle gab den Anstoß

Einblicke in die Arbeit der Kollunder Einrichtung, in der mental belastete Kinder bei einem zehnwöchigen Aufenthalt aufgebaut werden, erhielt die SFO-Mitarbeiterin in der Schwimmhalle Bau (Bov).

„Als ich schwimmen wollte, war zeitgleich eine Fjordmarkgruppe in der Halle. Ich bin mit einem Mitarbeiter ins Gespräch gekommen und habe viel über die Mission und den Alltag der Einrichtung erfahren. Das war interessant, und jede Krone ist dort gut aufgehoben“, so Iman.

Iman Sørensen hatte die Idee, mit Backen das Kollunder Kinderkurheim zu unterstützen.

Die sogenannten „Julemærke“-Heime, von denen es fünf in Dänemark gibt, finanzieren sich über Spenden. Im Fjordmark und den anderen Kurheimen werden Kinder aufgepäppelt, deren Alltag von Mobbing, mangelnder Akzeptanz und sozialer Isolation geprägt ist.

Die Bemühungen der Einrichtungen, Kinder aufzurichten und ihnen neuen Lebensmut einzuhauchen, sind absolut förderwürdig, so der Gedanke von Iman.

Jeder Betrag ist willkommen

Dass die Spendensumme der SFO aus Tingleff eher zu den kleinen Beträgen gehört, die das Kollunder Heim erreichen, hielt Fjordmark-Leiter Jesper Lildholdt nicht davon ab, sich Zeit für die Überbringerinnen und Überbringer zu nehmen, sich bei ihnen zu bedanken und ihnen bei einer kleinen Führung die Einrichtung zu zeigen.

Es komme auf die Geste an, und wenn Kinder sich für andere Kinder und die „Julemærkehjem“ einsetzen, könne es nicht hoch genug angerechnet werden, so Lildholdt während des Spendenbesuchs.

Beim Smalltalk mit den Kindern aus Tingleff wunderte sich Lilholdt ein wenig über den krummen Betrag. Wie es denn komme, dass bei der Summe auf dem Spendenschild hinter dem Komma 83 Öre stehen. Die Backwaren werden doch sicherlich nicht mit so schiefen Beträgen verkauft worden sein, fragte der Leiter mit einem Schmunzeln in die Runde.

Das Gruppenbild von der Spendenüberreichung in Kollund

Krumme Summe auch gern gesehen

SFO-Leiter Dieter Søndergaard, der die Spendengruppe mit dem Kleinbus der Schule nach Kollund gebracht hatte, konnte auflösen. Beim Kauf sei teilweise MobilePay genutzt worden. Dabei seien Gebühren angefallen, die der Gesamtsumme abgezogen wurden.

„Ah, ach so! Die 83 Öre nehmen wir aber auch gern mit,“ entgegnete der Fjordmarkleiter mit einem Lächeln.

Julemærkehjem

Julemærkehjem sind Einrichtungen, die jährlich etwa 1.000 dänische Kinder aufnehmen, vorwiegend aus einem sozial benachteiligten Umfeld. Die Aufenthalte werden durch den Julemærkefond finanziert. Die Gelder stammen aus dem Verkauf von Weihnachtsmarken, der Organisation von sogenannten Weihnachtsmarkenmärschen und aus privaten Spenden.
Das erste Julemærkehjem wurde 1911 in Kolding gegründet. Heute gibt es insgesamt fünf Einrichtungen in ganz Dänemark. Eines davon befindet sich in Kollund an der Flensburger Förde. Dort können bis zu 30 Kinder im Alter 7 bis 14 Jahren aufgenommen werden.