Kommunales

Im Frack nach Amalienborg: Tonderns Bürgermeister zu Gast beim König

Veröffentlicht Geändert
Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen ließ sich vor Amalienborg mit zwei Gardisten ablichten.

Winterwetter, Bürgermeisterkette und königlicher Smalltalk: Beim Neujahrsempfang von König Frederik in Kopenhagen war auch Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen dabei. Der Vertreter der Schleswigschen Partei berichtet von einer frühen Reise, ungewohnten Schuhen und einer persönlichen Begegnung mit dem dänischen Königspaar.

Dänemarks König Frederik hat am heutigen Montag, 5. Januar, alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landes zu einem Neujahrsempfang auf Schloss Amalienborg eingeladen. Für Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) bedeutete dies einen sehr frühen Start in den Tag: Bereits in den Morgenstunden machte er sich auf den Weg nach Kopenhagen.

„Normalerweise hätte ich mich in den Zug gesetzt“, erzählt Popp Petersen im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“. „Da ich diesmal aber nicht nur die vorgeschriebene Kleidung, sondern auch die Bürgermeisterkette mitnehmen musste, habe ich ausnahmsweise das Auto gewählt.“ Auf Fünen erschwerte frischer Schneefall die Fahrt ein wenig, insgesamt sei er jedoch gut und vor allem rechtzeitig angekommen.

Kollegiale Anziehhilfe

Treffpunkt der Kommunaloberhäupter war das KL Huset, die Geschäftsstelle der Landesvereinigung der 98 dänischen Kommunen. Die Zusammenkunft wurde für eine kurze „Vollversammlung“ genutzt. Zudem nahmen viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister die Gelegenheit wahr, sich vor Ort in die festliche Garderobe zu werfen. „Wir haben uns gegenseitig geholfen – auch dabei, die Bürgermeisterkette korrekt anzulegen“, berichtet Popp Petersen.

Unter normalen Umständen hätte er den Weg vom KL Huset zum Schloss Amalienborg zu Fuß zurückgelegt. Angesichts der winterlichen Temperaturen und der festlichen Kleidung griff er jedoch gerne auf den angebotenen Bus-Shuttle-Service zurück. Zudem war rund um das Schloss deutlich mehr Betrieb als erwartet. „Es hatten überraschend viele Menschen Aufstellung genommen, darunter auch zahlreiche Pressevertreterinnen und -vertreter. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet“, so der Tonderner Bürgermeister.

Jørgen Popp Petersen mit seinen drei nordschleswigschen Amtskollegen Mads Skau, Erik Lauritzen und Jan Riber Jakobsen (v. .l.)

Frack ja – Schuhe nein

Obwohl Jørgen Popp Petersen in seiner langen politischen Laufbahn bereits mehrfach mit dem dänischen Königshaus in Kontakt war, hatte er bislang keinen Anlass, das auf der Einladung geforderte „Kjole og hvidt“, wie der Frack mit weißer Fliege auf Dänisch heißt, zu tragen. „Der Frack war in Tondern allerdings problemlos zu bekommen“, erzählt er. Schwieriger gestaltete sich hingegen die Suche nach den passenden Schuhen: „Die waren in keinem Schuhgeschäft der Kommune Tondern erhältlich. Die musste ich außerhalb besorgen.“

Die Investition könnte sich jedoch lohnen. Denn bei der Begrüßung machte König Frederik deutlich, dass es sich zwar um seinen ersten Neujahrsempfang für die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister handele, „aber ganz bestimmt nicht um den letzten“, zitiert Popp Petersen den König. Entsprechend zuversichtlich ist er, den taillenkurzen Herrenrock mit den langen Schößen künftig noch häufiger tragen zu dürfen.

Einladung zum Gespräch

Jørgen Popp Petersen ist zuversichtlich, dass er den Frack und die weiße Fliege noch mehrmals anlegen darf.

Nach einer kurzen Ansprache des KL-Vorsitzenden Martin Damm, der die anwesenden Kommunaloberhäupter dem Königspaar vorstellte, kam es zu persönlichen Begegnungen. König Frederik wurde von Königin Mary begleitet. Einige Bürgermeister und Bürgermeisterinnen wurden gezielt für ein kurzes Gespräch ausgewählt – darunter auch Jørgen Popp Petersen sowie seine nordschleswigschen Amtskollegen Jan Riber Jakobsen (Konservative) aus Apenrade (Aabenraa) und Erik Lauritzen (Sozialdemokratie) aus Sonderburg (Sønderborg). Alle drei sind schon länger politisch engagiert und können auf eine oder im Falle von Sonderburgs Lauritzen sogar auf drei Legislaturperioden als Bürgermeister zurückblicken. 42 der 98 Kommunaloberhäupter hatten dagegen erst vor wenigen Tagen, am 1. Januar 2026, ihren Amtsantritt. 

Eine vorbereitete Rede war allerdings bei dem überraschenden persönlichen Gespräch mit dem König nicht erforderlich. Umso erfreuter zeigte sich der Bürgermeister der Wiedaustadt darüber, dass Frederik X. eine persönliche Verbindung zu Tondern hat. „Er erzählte unter anderem, dass er bei Besuchen in seiner Jugendzeit öfter auf unserer Tennisanlage gespielt hat“, verrät Popp Petersen.

Die Kulinarik beim Neujahrsempfang war übrigens ziemlich überschaubar und ist mit einem Glas Sekt und Marzipangebäck schnell erzählt. 

Offizielle Bilder vom Empfang:

Bürgermeister Popp Petersen gemeinsam mit den Amtskolleginnen und -kollegen beim Gang in das Christian VIII-Palais auf Amalienborg.
König Frederik und Königin Mary mit ihren Gästen