Familiennachrichten

Große Verbundenheit zu Jündewatt: Adolf Nissen in memoriam

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Die Familie trauert um Adolf Nissen. Er wurde 92 Jahre alt.

Obwohl er viele Jahre in Tingleff wohnte, schlug sein Herz für den Heimatort Jündewatt und für die dortige deutsche Gemeinschaft. Im Alter von 92 Jahren ist Adolf Nissen gestorben.

Sein letzter Wille ist dem Verein Deutsches Haus Jündewatt gewidmet, und das spiegelt die enge Bindung von Adolf Nissen wider, der kürzlich 92-jährig verstorben ist. 

Anstelle von Blumen wird zur Beisetzung am 14. Januar um eine Spende für das Deutsche Haus gebeten (Reg. 7930; Konto 0001601419). Die Trauerfeier findet ab 13 Uhr in der Kirche zu Tingleff statt.

Adolf Nissen wurde in Klein-Jündewatt (Lille Jyndevad) geboren und ließ sich nach dem Besuch der Schule zum Landwirt ausbilden. Kurz vor der Heirat mit seiner Gretel, die aus Bögelhuus (Bøgelhus) stammte, übernahm er 1959 den Hof „Ny Østerholm“ bei Groß-Jündewatt. 

Der landwirtschaftliche Betrieb wurde bis Ende der 80er-Jahre gemeinsam betrieben. Adolf und Gretel zogen nach Tingleff, wo sie ihren Ruhestand genossen und engen Kontakt zur dortigen deutschen Gemeinschaft sowie auch zur Gemeinschaft in Jündewatt hielten.

Lokalmatador mit diplomatischem Geschick

In seiner alten Heimat war Adolf Nissen Vorsitzender des Deutschen Hauses und auch des Schulvereins, als in der Jündewatter Begegnungsstätte noch unterrichtet wurde. Auch für den örtlichen Ringreiterverein engagierte sich Adolf Nissen viele Jahre als Vorsitzender.

Er führte seine Ämter stets mit großer Diplomatie aus, wie Sohn Eggert erzählt. Es sei seinem Vater immer wieder gelungen, die Menschen an einen Tisch zu bringen und Lösungen zu finden, wenn es mal schwierig wurde.

Gruppenfoto zum 85-jährigen Bestehen des Deutschen Hauses Jündewatt 2022 mit ehemaligen Vorsitzenden und Vertretern der Patenschaft Elmshorn. Ganz links Adolf Nissen.

Zur Jündewatter Zeit war Adolf und Gretel Nissen zudem der Kontakt zur Patenschaft Elmshorn sehr wichtig. Oft wurden Patenschaftsfreunde bei einem Besuch einquartiert und von Gretel liebevoll bewirtet.

Zweite Heimat Tingleff

Für die Familie war es ein schwerer Verlust, als Gretel 2010 verstarb. Adolf Nissen blieb am Vibænget in Tingleff wohnen und versorgte sich bis ins hohe Alter selbst. Bis auf etwas Haushaltshilfe kochte er für sich und hielt den Garten in Schuss. Noch im Oktober vergangenen Jahres war er auf seinem Gartentrecker zu sehen, und er fuhr bis vor einigen Jahren immer noch Auto. 

Geistig fit, hielt er Kontakt zur deutschen Gemeinschaft in Tingleff und in Jündewatt. Seine große Leidenschaft war dabei das Skatspielen. Ob im Deutschen Haus oder in Tingleff – Adolf war ein regelmäßiger Gast bei Skatabenden. Gern nahm Adolf Nissen auch an Veranstaltungen des Sozialdienstes teil, insbesondere im Haus Quickborn in Kollund.

Fußballinteressiert und Bayern-Fan

Der Deutschnordschleswiger war sport- und vor allem fußballbegeistert. Seit der ruhmreichen Zeit der Beckenbauer-Ära in den 70er-Jahren war Adolf Nissen Anhänger des FC Bayern München. 

Jeden Sonnabend schaute er sich die Sportschau im deutschen Fernsehen an, um die Spiele seiner Bayern und der anderen Bundesligaklubs mitzuverfolgen. „Danach haben wir dann telefoniert und die Spiele wurden besprochen“, berichtet Sohn Eggert.

Der Verstorbene hinterlässt zwei Kinder mit Familien. Tochter Frauke wohnt in Ekensund und Eggert nach einer längeren Zeit in Hamburg mittlerweile in Kolding. Zur Familie zählen drei Enkel- und vier Urenkelkinder.

Der Kontakt zu seinen Lieben war Adolf sehr wichtig. Bei Familientreffen war er stets dabei und erfreute sich am Beisammensein mit den Kindern, Enkel- und Urenkelkindern. Sein Platz bleibt nun leer.