Familiennachricht

Grete Freiberg auf dem Sprung in ein neues Jahrzehnt

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Grete Freiberg im heimischen Garten

Ob beim Schwimmen im eigenen Pool, auf dem Fahrrad oder im Modegeschäft: Grete Freiberg aus Tondern ist immer in Bewegung. Die gebürtige Renznerin engagiert sich seit Jahrzehnten im Bund Deutscher Nordschleswiger und genießt das Leben mit Familie, Freunden und viel Tatendrang, auch zum 70. Geburtstag.

Lange stillsitzen und die Hände in den Schoß legen, ist nicht ihr Ding. Sie ist stets aktiv und es gibt immer irgendetwas anzupacken. Daran wird die Tatsache, dass Grete Freiberg am Dienstag, 4. November, 70 Jahre alt wird, kaum etwas ändern. 

Egal, ob Sommer oder Winter, morgens taucht sie das ganze Jahr hindurch als erstes in den Pool im Garten im Eigenheim am Benediktevej ein. Dort haben sie und ihr Mann Kurt Freiberg seit 41 Jahren ihren Lebensmittelpunkt. „Und ich liebe es, Fahrrad zu fahren“, sagt Grete Freiberg, die auch im Fitnessstudio trainiert.

Während sie seit Jahren in der Wiedaustadt lebt, hat Grete Freiberg, geborene Hansen, ihre Wurzeln in Renz (Rens). „Ja, von den ‚Panmanns‘, sagt sie lachend. Der Spitzname hat sich durch Generationen gehalten und ist auf ihren Großvater zurückzuführen. 

Als er in Renz ein kleines, altes Reetdachhaus kaufte, ersetzte er das zu der Zeit übliche und billigere Strohdach durch teurere Dachpfannen. „Inzwischen ist es ja umgekehrt, dass das Strohdach teurer als Dachpfannen ist. Mein in Renz lebender Neffe nutzt den Spitznamen als Teil seines Namens“, erzählt Grete.

Die Mode hat es ihr angetan

Nach einer Stelle im Haushalt in Sonderburg (Sønderborg) war Tingleff (Tinglev) für sie bereits in jungen Jahren die nächste Station. Im Haushalt war sie bei dem Modegeschäft „Nyt Tøj“ von Ester Kyster Emdal nur kurz, bevor sie in den Ladenbereich wechselte. 

„Sie fanden schnell heraus, dass ich ein Flair für das Verkaufen hatte“, berichtet Grete Freiberg, die somit als erster Lehrling dort anfing. Nicht nur das Faible für Mode hatte durch die Jahre Bestand, sondern auch der Kontakt zu ihrer damaligen Lehrmeisterin. 

Mittlerweile ist sie seit 22 Jahren beim Modegeschäft „Askepot“ in Tondern als Freelancerin tätig. „Ich habe es immer als mein Hobby bezeichnet. Es war ein schöner Ausgleich zur Männerwelt in der Kiesgrube“, sagt Grete in ihrer lichtdurchfluteten, offenen Küche. 

Als Kiesgruben-Mitarbeiterin hatte sie bis zu ihrer Pensionierung ihren Arbeitsplatz im Familienunternehmen in Uk (Uge), wo sie für die Qualitätssicherung zuständig war. Bei der Damenmode denkt sie jedoch nicht an den Ruhestand.

Ehrenamtliches Engagement für die Minderheit

Zur deutschen Minderheit kam sie erst durch ihren Mann. Die drei Töchter haben alle die deutschen Einrichtungen besucht. 17 Jahre lang stand sie als Vorsitzende an der Spitze des Ortsvereins des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) in Tondern.

 „Ich wurde ziemlich schnell Vorsitzende, weil niemand anderes es wollte. Es war schon ein bisschen komisch als Dänin. Ich habe aber deswegen nie Probleme gehabt und habe mich immer in der Gemeinschaft willkommen gefühlt und den Zusammenhalt geschätzt“, so Grete, die sich weiterhin im Vorstand engagiert.

Oma mit Leib und Seele

Ob im Alltag oder im Urlaub - hier in Kroatien – Grete Freiberg ist gerne auf dem Fahrrad unterwegs.

Inzwischen hat sich die Familie durch das Zutun der drei Kinder um einiges vergrößert. Davon erzählt auch die Bilderwand hinter ihr. Grete Freiberg genießt das Zusammensein im Familienkreis mit ihren sechs Enkelkindern, die einen großen Platz in ihrem Herzen einnehmen. Während die mittlere Tochter Katja in Tondern lebt, ist der Weg zur ältesten Tochter Jane in Schweden und zur Tochter Maria in Ringsted länger.

Die Reiselust ist ein gemeinsames Steckenpferd

Eine gemeinsame Leidenschaft von ihr und ihrem Mann Kurt ist das Reisen – sei es im Wohnmobil in Europa, auf dem Motorrad oder zu ferneren Zielen. „Wir sind an vielen Orten gewesen und haben viel von der Welt gesehen“, sagt die noch 69-Jährige.

Auch im Schützenverein ist das Ehepaar gemeinsam aktiv. „Ich glaube, ich bin auf jeden Fall seit 35 Jahren Mitglied“, so Grete Freiberg.

„Ich freue mich, dass ich 70 Jahre alt werde. Was wäre die Alternative?“, so die freundliche und hilfsbereite Jubilarin. Aber der Gedanke daran, dass sie damit auf dem Weg auf die 80 ist, sei dennoch etwas gewöhnungsbedürftig. 

Grete und Kurt Freiberg reisen gerne.

Das Geburtstagskind ist am Dienstag zu Hause und ihre Tür ist für Gäste geöffnet.