Leserbrief

„Gebäude statt Kinder???!“

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„Rücksichtslos und panikgetrieben“ – so beschreiben Susanne Scheller und Elke Bundgaard die Schließungspläne des DSSV. In ihrem Leserbrief erheben sie Vorwürfe gegen die Verantwortlichen und stellen unbequeme Fragen.

(Bezugnehmend aufdie geplanten vier Institutionsschließungen und denLeitartikel von Gwyn Nissen „DSSV-strategische Entwicklung …“)

Wir verstehen den DSSV/BDN nicht mehr! Betroffen und schockiert haben wir von den Plänen des DSSV gelesen und wundern uns über die Art und Weise, wie rücksichtslos man mit Kindern, Mitarbeitern und ehrenamtlichen Vorständen umgeht.

Es scheint ein von Panik gesteuerter Beschluss zu sein, wenn von heute auf morgen solche Entscheidungen gefällt werden. Im recht oberflächlichen Leitartikel haben wir kritische Fragestellungen sehr vermisst!

Deshalb stellen wir sie halt auf diesem Wege:

  • Warum sollen nur die 4 Institutionen Überlebenskonzepte ausarbeiten? Warum nicht alle? Rapstedt und Lunden sind nicht schuld an der Misere und bekommen 6 Wochen dafür, mit der Pistole auf der Brust!
  • Muss der DSSV die Gebäude alle besitzen oder gäbe es andere Möglichkeiten, Schulen/Kindergärten zu stationieren?
  • Hat der DSSV gezielt Mittel aus Fonds gesucht/Investoren gesucht, um das Gebäudeproblem zu lösen? Wenn Lunden und Rapstedt einsparen sollen, müssten andere Schulen das ähnlich leisten können …
  • Sind die SP-Politiker rechtzeitig mit ins Boot geholt worden, um zu versuchen, bessere Konditionen in den Kommunen auszuhandeln oder müssen sie nun Kohlen aus dem Feuer holen?
  • Warum sind im Kindergartensektor des DKA Jahre vergangen, ehe eingeschritten wurde? Der Schaden ist immens. Halbleere Kindergärten durch Abwahl unzufriedener Eltern und ein Kindergarten sogar unter kommunaler Aufsicht! Trotzdem sitzen im Haus Nordschleswig immer noch dieselben Verantwortlichen!
  • Es fehlen nicht 140 Kindergartenkinder. Viele wären noch da gewesen, wenn die übergeordnete Leitung im DKA verantwortungsvolle Arbeit geleistet und früher reagiert hätte.
  • „Kurze Beine – kurze Wege“ war lange Zeit das Motto der SP – sprich Landschulen sind für die Minderheit wichtig, die BASIS. Jetzt reißt der DSSV aktiv diese mit Wurzeln aus.
  • Warum wird nicht erst in der Krone „ausgelichtet“?
  • Anscheinend ist der DSSV nicht in der Lage, die Gebäudeproblematik in den Griff zu bekommen, aber sind Steine (sprich Neubauten, Anbauten, Umbauten) wirklich wichtiger als Kinder und lebendige Standorte?
  • Wie kann man Vertrauen haben, wenn die Misere schon lange sichtbar gewesen ist und keine Maßnahmen und Strategien zur Abwendung dieser Krise entwickelt worden sind?

Schulen sind immer schon kulturelle Zentren gewesen. Das gilt auch für Rapstedt und Lunden. Kleine Schulen sind zwar immer schon etwas teurer gewesen, was solidarisch aufgefangen wurde von größeren Schulen, die von Zubringern allerdings auch profitiert haben.

Gwyn Nissen spricht über strategische Entscheidungen statt langsamen Ausblutens. Sind er und der Hauptvorstand sich im Klaren darüber, dass strategische Entscheidungen in dieser Weise dazu führen, dass viele nordschleswigsche Familien der Minderheit den Rücken kehren?

Das ist dann nicht langsames Ausbluten, sondern eine bewusste Abwahl, was wiederum in anderen Bereichen wie Kirche, Sozialdienst, Sportvereinen etc. spürbare Konsequenzen mit sich bringen wird.

Die Deutsche Schule Rapstedt ist vielleicht das beste Beispiel dafür, wie Gemeinschaft in einem kleinen Ort „gelebt“ wird – zusammen mit der Mehrheitsbevölkerung. Zusammen machen sie den Ort aus. Das wird in Lunden kaum anders sein.

Für uns stellt sich zum Schluss die Frage: Worauf möchte die Minderheit in Zukunft bauen – auf Kinder oder Gebäude?

Susanne Scheller; Elke Bundgaard