Deutsche Minderheit

Feldstedter Weihnachtsfeier: „Wie immer“ – und genau deshalb so besonders

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„Pippi plündert den Weihnachtsbaum“ – so lautet der Titel des diesjährigen Weihnachtsstückes an der DPF.

Seit über 35 Jahren feiert die Deutsche Privatschule Feldstedt am Sonnabend vor Heiligabend Weihnachten. In der Sporthalle treffen sich Generationen, um gemeinsam zu singen, zu spielen und das Jahr ausklingen zu lassen.

Schon beim Betreten der Deutschen Privatschule Feldstedt (DPF) liegt an diesem Sonnabend vor Heiligabend etwas Besonderes in der Luft. Eltern balancieren Kuchenbleche mit selbst gebackenen Klassikern und neuen Lieblingsrezepten durch die Eingangstür, in der Küche werden sie freundlich in Empfang genommen. Es riecht nach Kaffee, nach Weihnachten – und nach Vorfreude.

Während in der Küche emsig gearbeitet wird, spielen die Kinder ausgelassen in der Sporthalle. Eltern begrüßen sich, bleiben stehen für ein paar Worte, lachen und suchen schließlich ihre Plätze an den langen, festlich gedeckten Tafeln. Vorn in der Turnhalle – die zur Festhalle geworden ist – die große Bühne, auf der gleich etwas passieren wird, das für viele fest zum Jahresabschluss dazugehört.

„Seit über 35 Jahren gibt es die feste Tradition, am Sonnabend vor Heiligabend die Weihnachtsfeier abzuhalten“, sagt Schulleiterin Viola Matthiesen. „Und daran wollen wir auch weiter festhalten.“ Traditionen wie diese seien wichtig, betont sie. Sie gäben Halt, stifteten Gemeinschaft und erinnerten daran, an guten Dingen festzuhalten – gerade in einer Zeit, in der vieles im Wandel sei.

Warten auf den großen Auftritt hinter der Bühne

Seit über 35 Jahren feste Größe im weihnachtlichen DPF-Trubel

Zu diesen guten Dingen gehört auch das, was hinter den Kulissen geschieht. Seit vielen Jahren ist Linda Rütter eine feste Größe in der Küche. Sie kocht Kaffee, richtet Kuchenteller an und sorgt dafür, dass die Festtafel sich füllt – mit Kuchen, die Eltern gebacken haben. Seit 16 Jahren ist auch ihre Tochter Winnie Østergaard dabei. „Ich rufe immer an und frage nur: ,Wie immer, Mutti?‘“, erzählt diese schmunzelnd. Die Antwort sei jedes Jahr dieselbe: „Wie immer.“ Ebenfalls seit rund 15 Jahren hilft Kerstin Brüning mit. Für alle schwingt dabei auch die Erinnerung an die frühere Hausmeisterin Siegried mit, die diese Art des gemeinsamen Anpackens geprägt hat.

In der Halle laufen derweil die letzten Vorbereitungen. Hinter der Bühne werden Kostüme gerichtet, Requisiten sortiert, letzte Absprachen getroffen. Eine der Darstellerinnen, die Pippi Langstrumpf spielt, gibt offen zu: „Ich bin aufgeregt – aber es geht.“ Die Lehrerin gibt letzte Anweisungen, dann wird es allmählich still.

Seit vielen Jahren dabei: (v. l.) Linda Rütter, Winnie Østergaard und Kerstin Brüning

Viola Matthiesen begrüßt die Gäste offiziell und verweist noch einmal auf die lange Tradition der Weihnachtsfeier. Sie freut sich zudem über die neuen Heizungen und Fenster in der Sporthalle, die der Bund Deutscher Nordschleswiger finanziert hat. „Die Handwerker waren noch in der Vorweihnachtszeit hier“, sagt sie. „Das hat die Proben herausgefordert – aber wie immer haben wir es an der DPF geschafft.“

Alle versammeln sich vor der Bühne für das erste Lied: Schulleiterin Viola Matthiesen (Mitte rechts) mittendrin.

Alle sind mit dabei

Letzte Anweisungen vor dem Auftritt

Dass die Weihnachtsfeier ein Gemeinschaftsprojekt ist, zeigt allein schon, dass die 42 Kinder am Theaterstück „Pippi plündert den Weihnachtsbaum” beteiligt sind. Manche stehen auf der Bühne, andere helfen hinter den Kulissen oder bei den Vorbereitungen. „Jeder so, wie er es kann und mag“, sagt Matthiesen. In den vergangenen vier Wochen seien die Kinder an ihren Aufgaben gewachsen – sichtbar und spürbar.

Zwischendurch wird gemeinsam gesungen. „Ihr Kinderlein kommet“, „Kling Glöckchen“ und „Alle Jahre wieder“ füllen die Halle, getragen von vielen Stimmen – nicht perfekt, aber ehrlich. Es sind diese Momente, in denen sich der Raum für einen Augenblick anders anfühlt: ruhiger, näher, gemeinsamer.

Gäste aus nah und fern

Die Kinder versammeln sich vor der Bühne.

Unterstützt wird das Fest auch von ehemaligen Schülerinnen und Schülern, die ausschenken oder zusätzliche Getränke verkaufen. Zu den Gästen mit Grußworten zählen das Pastorenpaar Astrid und Ole Cramer, Schulvorsitzender Jonny Müller sowie Vertreterinnen und Vertreter der Plattdüütsch Gilde aus Eckernförde und der Partnerstädte Eckernförde und Heide.

Zum Abschluss schaut noch der Weihnachtsmann vorbei, verteilt kleine Geschenke an die Kinder – dann ist es Zeit. Zeit für Abschiede, für gute Wünsche und schließlich für die Weihnachtsferien.

Was bleibt, ist das Gefühl, Teil von etwas Gewachsenem zu sein – einer Tradition, die Jahr für Jahr neu mit Leben gefüllt wird.

Konzentriert und gespannt folgen die Gäste dem Schauspiel auf der Bühne.