Deutsche Minderheit

„Eine persönliche Entscheidung“: DSSV-Geschäftsführer erklärt seinen Abschied

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Lasse Tästensen, damals noch Abteilungsleiter beim DJN, im Sommer 2021 auf dem Festplatz der Bildungsstätte Knivsberg: Vier Jahre später ist seine berufliche Rückkehr in die Minderheit nach nur fünf Monaten beendet.

Der Verband der Schulen und Kindergärten in Nordschleswig braucht eine neue Geschäftsführung. Nach nur fünf Monaten wirft Lasse Tästensen hin. Haben Erwartung und Wirklichkeit nicht zueinander gepasst? Der 32-Jährige gibt Antworten.

„Wenn einer schuld ist, dann bin ich es“, sagt Lasse Tästensen am Dienstagnachmittag zum „Nordschleswiger“. Der 32-jährige Geschäftsführer des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig (DSSV) hat kurz zuvor seine Kündigung zu Ende März öffentlich gemacht – in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem DSSV-Vorsitzenden Welm Friedrichsen.

Darin erklärt Tästensen das überraschende vorzeitige Aus damit, dass er „andere Erwartungen an die mit der Stelle verknüpften Aufgaben“ gehabt habe.

Keine Vorwürfe an den Arbeitgeber

„Wenn ich das sage, dann ist es eine persönliche Erkenntnis meinerseits. Vonseiten des DSSV wurde mir in der eng begleiteten Einarbeitungsphase und in vielen Gesprächen auch im Vorfeld ein richtig guter Start gegeben“, sagt Tästensen.

Er ist darum bemüht, deutlich zu machen, dass die Erwartungen klar abgestimmt waren, er sich aber dann doch „in den Aufgaben persönlich nicht wiederfinden konnte“, die seit Oktober 2024 seinen Arbeitsalltag prägten.

Lasse Tästensen war damals aus der Wirtschaft zurück in die Minderheit geholt worden, um beim DSSV die Rolle eines Reformers und Strategen zu übernehmen. Eine Rolle, für die er in anderen Positionen früher schon im Jugendverband der Minderheit, DJN, bekannt war.

Wurde er dann im Alltagsgeschäft als Feuerlöscher zwischen den Brandherden zerrieben?

„Ich finde, dass wir im DSSV über die Bereiche Schule und Kindergarten hinweg eine gute Zusammenarbeit gehabt haben. Ich finde auch, dass wir sehr gute Anstöße in Gang gesetzt haben, was die Organisation angeht, und hoffe natürlich, dass daran weitergearbeitet wird“, so Tästensen, der offenkundig im Guten gehen will. „Wir haben durch das Dreiergespann Geschäftsführung, Schulbereich und Kindergartenbereich eine enge Verflechtung der Bereiche angeschoben“, sagt er.

„Die Bereichsleiter werden für den DSSV das Beste geben“

Wie geht es für ihn selbst beruflich weiter? Dazu könne er noch nichts sagen. Fest stehe aber, dass es perspektivisch um eine Rolle gehe, in der „ich mich fachlich stark einbringen kann“. Vorrang habe für ihn, mit der Familie darüber zu sprechen, „was ein möglicher Schritt in die Zukunft ist“.

Um die eigene Nachfolge beim DSSV mache er sich unterdessen keine Sorgen. „Ich bin überzeugt davon, dass der Vorstand und der Vorsitzende Welm Friedrichsen hart an Möglichkeiten für eine Neubesetzung oder Weiterentwicklung arbeiten. Ich habe größten Respekt davor, dass der Vorstand sich jetzt auch die Zeit nehmen muss, das zu tun“, sagt Tästensen. Es sei nun nicht mehr seine Aufgabe, sich dort einzumischen oder dies zu kommentieren. „Aber ich unterstütze den DSSV sehr gerne dort, wo es gewünscht ist.“

„Und wir haben in den Abteilungen richtig gute Bereichsleiter, sowohl im Schul- als auch im Kindergartenbereich und der Finanzabteilung. Die werden ihre gute Arbeit weiter leisten und für den DSSV das Beste geben. Das hier ist eine persönliche Entscheidung“, unterstreicht Tästensen abschließend.

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