Deutsche Minderheit

DSSV-Vorsitzender zum Tästensen-Exit: „Für die Eltern und Kinder gibt es gar keine Auswirkungen“

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Welm Friedrichsen (links) und Lasse Tästensen in der Geschäftsstelle des DSSV im Haus Nordschleswig (Archivfoto)

Trennung nach nur fünf Monaten: Der Geschäftsführer des deutschen Kindergarten- und Schulverbandes hört auf. Für den Vorsitzenden Welm Friedrichsen „ein großer Verlust“. Er erklärt, wie es weitergeht.

„Es ist ein großer Verlust für den DSSV“, sagt dessen Vorsitzender Welm Friedrichsen am Dienstagmittag auf die Frage, ob er die Entscheidung des Geschäftsführers Lasse Tästensen bedaure, nach nur fünf Monaten zu Ende März das Feld zu räumen.

Der 32-jährige Tästensen hatte früher als Konsulent und Abteilungsleiter im Jugendverband der Minderheit, DJN, gearbeitet und galt als Reformer. Nach zwei Jahren in der freien Wirtschaft war sein Wechsel zum Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig im Herbst 2024 mit großen Hoffnungen verbunden.

In einer Pressemitteilung am Dienstag erklärte Tästensen nun das überraschende vorzeitige Aus damit, dass er „andere Erwartungen an die mit der Stelle verknüpften Aufgaben“ gehabt habe.

Vorsitzender will nichts von einer Krise wissen

„Im Schulamt sind die Kolleginnen und Kollegen darüber informiert und natürlich überhaupt nicht glücklich. Alle dort haben sich sehr über Lasses großes Engagement und Fachwissen gefreut“, sagt Friedrichsen nach der Bekanntgabe telefonisch zum „Nordschleswiger“.

„Es ist wirklich ein riesiger Verlust. Von allen Seiten höre ich, wie prima er sich eingearbeitet hat, wie er die Dinge schnell verstanden hat“, so Friedrichsen.

Von einer Krise will er aber jetzt nicht sprechen: „Wir kennen die Stellen, an denen wir jetzt weiterarbeiten müssen. Ich werde mich da natürlich nun etwas einklinken und versuchen, die Übergangszeit so hinzukriegen, dass Entscheidungen getroffen werden können.“

Am 4. März geht es weiter

Für die Eltern, die Kinder sowie für die Schülerinnen und Schüler habe die Trennung „gar keine Auswirkungen“. Es werde zunächst wie gehabt und unter Tästensen geplant weitergehen, „auch in der Ökonomie“.

So sieht es auch der Generalsekretär des Dachverbandes der deutschen Minderheit (BDN), Uwe Jessen. „Wir bedauern die Entscheidung sehr. Aber es ist sicherlich nichts, was die Eltern und Kinder im Alltag betrifft und spüren werden“, sagt er.

Aber wie geht es mit der Suche nach einer Nachfolge weiter? Vor dem 4. März, an dem sich der DSSV-Hauptvorstand regulär versammelt, werde es laut Friedrchsen und Jessen keine Entscheidung und auch keine weiteren Kommentare dazu geben, wer die Geschäftsführung übernehmen könnte. Bis zum 31. März arbeite Tästensen weiter „und wird uns natürlich in der Kontinuität erst einmal helfen“, so der DSSV-Vorsitzende Friedrichsen.

Und geht es dann im Bösen auseinander? „Überhaupt nicht!”, sagt er. „Das Gegenteil ist der Fall.“
Anmerkung: Der Artikel wurde um 14:32 Uhr um die Aussagen Uwe Jessens ergänzt.