Kommunalpolitik

Deutsche Schulen in Apenrade auf dem Weg zur Gleichstellung

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Um Schwimmen zu unterrichten, sind die deutschen Schulen auf die kommunalen Schwimmhallen angewiesen. Die Miete müssen sie aus eigener Tasche zahlen (Archivfoto).

Minderheitenrechte: Die deutsche Minderheit hat in Kopenhagen schon vor Jahren die Gleichstellung ihrer Schulen erwirkt. Doch in den Kommunen sind sie benachteiligt – etwa bei der Nutzung von Sport- und Schwimmhallen. Mit dem neuen Haushalt räumt die Kommune den Missstand ein: 200.000 Kronen jährlich könnten künftig für Gleichbehandlung sorgen.

Der Stadtrat hat sich bei den Haushaltsverhandlungen geeinigt und am Dienstagmorgen einen Entwurf vorgestellt. „Mit der Zustimmung aller Parteien“, wie Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Kons.) bei der Pressekonferenz zufrieden sagte.

Und über noch etwas war er froh: „Wir haben keine Sparmaßnahmen einleiten müssen.“

Die Kommune Apenrade hat einen stabilen Haushalt mitgebracht und konnte somit „aus dem Vollen schöpfen“.

Gleichstellung deutscher Schulen

Erwin Andresen, der als Fraktionsvorsitzender der Schleswigschen Partei bei der Präsentation dabei war und seine Unterschrift unter den Haushaltsentwurf setzte, zeigte sich besonders zufrieden mit „der Gleichstellung der deutschen Schulen“, wie er sagte. 200.000 Kronen sind jährlich im Entwurf für diese vorgesehen. „Dafür haben wir uns sehr eingesetzt“, so Andresen.

Mit dem Geld sollen die Miete von Sporthallen und die Fahrt von und zu der Schwimmhalle gezahlt werden. Da mussten die deutschen Schulen bisher tiefer in die Tasche greifen als die dänischen.

Fokus auf Wohlfahrt

SP-Politiker Erwin Andresen unterschreibt den Haushaltsentwurf für das Jahr 2026.

Allerdings bedürfen die Zuschüsse noch einer juristischen Abklärung, und es muss die Frage beantwortet werden, welche weiteren Zugeständnisse es braucht, damit die Schulen mit den kommunalen Einrichtungen gleichgestellt werden.

Insgesamt liegt das Augenmerk des aktuellen Haushalts bei Investitionen in die Wohlfahrt. 15,6 Millionen Kronen sollen in diesen Sektor fließen.

So legten alle Parteivertreterinnen und -vertreter Wert darauf zu erwähnen, dass es in Tingleff (Tinglev) eine neue Kindertagesstätte geben wird, die dicht an den vorhandenen Institutionen und Freizeitangeboten liegen wird.

Als besondere Highlights hebt der Stadtrat folgende Punkte hervor:

  • Erhöhte Chancengleichheit für alle Kinder in der Kommune. Dafür sollen verschiedene Programme entwickelt werden, um den Durchschnitt der Abschlussnoten in den Fächern Dänisch und Mathematik zu erhöhen. Zudem sollen Fachräume modernisiert werden.
  • Im Kulturbereich sollen vor allem Böden der Sporthallen erneuert werden.
  • Die Dörfer werden durch Zuschüsse unterstützt, die das Landleben attraktiver machen sollen, darunter vor allem Mittel für die Ortsverschönerung.
  • In Loit (Løjt) sollen 24 neue Pflegeheimplätze entstehen.
  • In Bülderup-Bau (Bylderup-Bov) soll die Heimpflege näher zu den Bürgerinnen und Bürgern rücken. Dafür sind neue Räume eingeplant und 7,3 Millionen Kronen an Investitionen.
  • Ebenfalls 7,3 Millionen Kronen sollen in neue Fahrradwege fließen.

Fehlender Wohnraum: Lösung sind Hochhäuser

Herausforderungen gebe es bei den Wohnungen. Es fehlten allein in der Stadt Apenrade in den kommenden Jahren 1.400 Wohnungen. „Wir verlieren mögliche Neubürgerinnen und -bürger, weil es an Wohnraum fehlt“, sagt Venstres Thomas Andresen.

Nicht einfach, solchen zu schaffen, denn Platz gebe es nur noch wenig. „Deshalb müssen wir in die Höhe bauen“, so Bürgermeister Jan Riber.

Ob es neue Seniorenwohngemeinschaften geben könnte? „Es sind Gelder eingeplant, aber gebaut wird erst in vier Jahren“, so Riber Jakobsen. Solche könnten aber auch als gemeinnütziger Wohnungsbau (almene boliger) angelegt werden.

Der Haushaltsentwurf 2026 ist verabschiedet und unterschrieben. Die Parteivertreterinnen und -vertreter gemeinsam auf der Treppe des Rathauses.