Deutsche Institutionen

Der Zaun des Anstoßes am Jürgensgaard

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Der neue Zaun am Deutschen Kindergarten Jürgensgaard ist der Nachbarschaft ein Dorn im Auge.

Vor wenigen Jahren ist der Zaum am Deutschen Kindergarten Jürgensgaard erneuert worden. Während man in der Institution zufrieden damit ist, regt sich in der Nachbarschaft Widerstand. Der Zaun passe nicht in die Umgebung, so der Vorwurf. Außerdem stören sich die Anwohnenden an der Lautstärke, die von den Kindern ausgeht. Obwohl es von rechtlicher Seite keinen Handlungsbedarf gibt, möchte der Kindergartenträger doch reagieren.

Der charmante Charakter des Apenrader Stadtviertels rund um den Gammel Kongevej soll erhalten bleiben. Das hat der Stadtrat jüngst im neuen Bebauungsplan für das Viertel festgelegt. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels sind großteils froh über diese Entscheidung.

Kindergarten im Villenviertel

Die Häuser dort stammen zumeist aus der Zeit um 1900. Es sind Kaufmannsvillen mit großen Gärten. Auch der Deutsche Kindergarten Jürgensgaard gehört zu diesen Villen. Die Institution liegt dort seit den 1950er-Jahren, und Generationen haben dort einen Teil ihrer ersten Lebensjahre verbracht.

Die Nachbarschaft stört die Institution jedoch. Vor wenigen Jahren wurde der Zaun zur Straße hin ersetzt. Statt eines klapprigen Holzzauns steht dort nun ein stabiler Stahlzaun, der den Blick vom Gelände – und umgekehrt – zulässt.

Auch die Lautstärke, die von den Kindern ausgeht, stört die Nachbarschaft.

Zum Missfallen der Nachbarschaft

Der frühere Zaun (oben) und der aktuelle Zaun des Kindergartens Jürgensgaard

Die Nachbarinnen und Nachbarn aus acht umliegenden Häusern haben die aktuelle Stadtratsentscheidung genutzt, um Beschwerde einzulegen. Der Zaun passe nicht mehr ins allgemeine Bild, nachdem es jetzt Vorgaben gebe, so die Begründung. Die Lautstärke sei zudem zu hoch, so ein weiterer Vorwurf.

Treffen ohne Ergebnis

Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV), der Träger der deutschen Tagesinstitution ist, hatte ein Treffen mit den Anwohnenden, wie Stefan Sass, Geschäftsführer für den Kindergartenbereich, berichtete. Auch gibt es einen engen Kontakt zur Kommunalverwaltung, wie aus dem Bericht zur Stadtratssitzung hervorgeht. „Wir sind über die letzten Jahre mehrfach mit Nachbarn des Kindergartens im Dialog gewesen – sowohl schriftlich als auch im direkten Austausch im Kindergarten. Hier haben wir uns auch in Teilbereichen annähern können – müssen aber feststellen, dass wir und Teile der Anwohnerschaft in grundsätzlichen Fragen weiterhin weit auseinander liegen“, antwortete er auf Anfrage.

DSSV kompromissbereit

Die Mädchen und Jungen des Kindergartens sind der Nachbarschaft zu laut (Archivfoto).

Trotzdem hat der DSSV Überlegungen angestellt. „Es liegt ein Antrag auf Erneuerung des Zauns vor. Wir gehen davon aus, dass es zeitnah eine Entscheidung geben wird“, schreibt Sass weiter.

Aus rechtlicher Sicht notwendig wäre das nicht, denn die Kommunalverwaltung hat in einer Stellungnahme für den Stadtrat festgestellt, dass „der Bebauungsplan das Aussehen des existierenden Zauns nicht regulieren kann“. Sollte der Zaun allerdings durch einen neuen ersetzt werden müssen, „müssen bestimmte Anforderungen erfüllt werden“. Die neue Abzäunung muss dann eine Hecke sein.

Kinderlautstärke muss nicht reguliert werden

Die Lautstärke, die tagsüber von den Kindern ausgehe, „könne nicht durch den geltenden Bebauungsplan reguliert werden“, so die Kommunalverwaltung. Man hoffe von dort, dass „die Lärmproblematik zusammen mit dem DSSV gelöst werden kann“.

Man stehe im Dialog, heißt es vom DSSV-Geschäftsführer.

Die Nachbarinnen und Nachbarn fordern indessen, den Kindergarten stillzulegen und stattdessen „den neu renovierten Kindergarten Margrethenweg zu benutzen“.

Das passiert allerdings schon. Denn dort verbringen die angehenden Schulkinder ihre Zeit.

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