Deutsche Bücherei

Buchtipp des Monats: Magie der Pflanzen

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Anna hat sehr viele Interessen, die Natur- und Pflanzenwelt steht dabei ganz oben auf der Liste.

In unserem Format „Buchtipp des Monats“ widmen wir uns jeweils einem Werk, das die Mitarbeiterinnen der deutschen Büchereien vorstellen. Der Januar-Buchtipp kommt von der Praktikantin Anna. Sie erzählt, warum es sich lohnen kann, mehr über die Verwendungsmöglichkeiten von Pflanzen und deren Geschichte zu lesen.

„Ich bin einfach glücklich, wenn ich draußen bin und alles wächst“, erzählt Anna lachend, während die Bücher, die sie heute vorstellen möchte, vor ihr ausgebreitet auf dem Tisch liegen.

Anna absolviert im Rahmen ihres Studiums „Bibliothek und digitale Kommunikation“, ein sechsmonatiges Praktikum in der Deutschen Zentralbücherei in Apenrade und stellt diesen Monat den Buchtipp vor. Vor ihrem derzeitigen Studium hat sie bereits ein Studium der Ethnologie abgeschlossen.

Sie hat eine Reihe an Sachbüchern mitgebracht, die sie beim Stöbern in der Bibliothek für sich entdeckt hat. Alle befassen sich mit einem ähnlichen Thema und vereinen zwei Leidenschaften von Anna in einem.

Bücher über Pflanzen und deren Nutzungsmöglichkeiten gibt es in der deutschen Bücherei zur Genüge.

Zum einen mag sie Bücher und Geschichten, und zum anderen interessiert sie sich sehr für die Pflanzenwelt: „Jetzt, wo es draußen nicht so grün ist, kann man die Zeit ja vielleicht nutzen, um sich vorzubereiten“, sagt sie.

Teufelsauge und Zombiegurke

Eines der Bücher, die sie mitgebracht hat, heißt „Liebeskraut und Zauberpflanzen“ von Stefan Haag. In diesem Werk werden viele verschiedene Pflanzen und Kräuter vorgestellt.

Der Autor beschreibe dabei unter anderem, für welche Zwecke die Pflanzen früher verwendet wurden, zum Beispiel für Rituale oder als Heilmittel.

Aber auch Geschichten über die Bedeutung für die Kultur der Menschen sind darin enthalten, wie Götter, die mit den Pflanzen in Verbindung stehen und welche Mythen und Legenden sich um die Pflanzen ranken.

Die Spitznamen der im Buch beschriebenen Pflanzen sprechen dabei schon für sich: Vom „Teufelsauge“ (Schwarzes Bilsenkraut) bis hin zur „Zombiegurke“ (Weißer Stechapfel) kommen die verschiedensten Namen vor.

Wirkung von Pflanzen nicht unterschätzen

Viele der in dem Buch beschriebenen Pflanzen seien giftig und gefährlich, und man könne sie auch schnell verwechseln, darum solle man nicht einfach so irgendwelche Pflanzen ausprobieren, sondern nur die Geschichten im Buch genießen.

Das Buch sei nämlich ein kleines Sammelsurium an Geschichten, erzählt die Praktikantin begeistert. Von der Antike bis zum Mittelalter und zur Gegenwart könne man viele spannende Dinge erfahren. „Du gehst nachher ganz anders durch die Welt“, sagt sie.

Ein „Sammelsurium“ an Geschichten

Dem Schwarzen Bilsenkraut wird zum Beispiel nachgesagt, dass es seinen Namen von der tschechischen Stadt Pilsen erhalten hat, da dort mit dem Kraut ein Bier gebraut worden sein soll. Gleichzeitig soll es im Mittelalter als Hexen- und Zauberpflanze gegolten haben.

Tinte aus Liguster

Das Buch „Geheimnisse der Hecken“ von Rudi Beiser sei im Gegensatz dazu etwas praktischer veranlagt und enthalte mehr anschauliche Bilder. Außerdem erfahre man mehr über die ökologische Bedeutung der Pflanzen.

In diesem Buch liege der Fokus auch nicht so sehr auf Rauschmitteln oder giftigen Pflanzen, weswegen auch über weniger gefährliche Pflanzen und deren Anwendungsmöglichkeiten, wie Haselnuss oder Holunder, geschrieben werde.

Besonders interessant fand Anna eine Beschreibung, wie man aus Liguster Tinte herstellen kann.

Chili gegen Muskelkater

„Geheimnisse der Hecken“

Das Buch „Meine Naturapotheke – Natürliche Heilmittel selbst gemacht“ von James Wong beziehe sich noch mehr auf die praktische Anwendung von bestimmten Pflanzen und wie man daraus natürliche Heilmittel herstellen kann.

Etwa ein Gel aus Rosskastanien gegen Krampfadern oder Chili-Pflaster gegen Muskelkater werden dort vorgestellt. Anna hat bisher nichts von diesen Mitteln ausprobiert, aber hat es sich fest vorgenommen.

In ihrer Heimat hat sie nämlich einen Zimmergarten mit vielen verschiedenen Pflanzen, und auf dem Balkon baut sie regelmäßig Chilis an.

Es sei spannend, wie wenig die Menschen über das Thema wissen, erzählt Anna. Auch in der Schule sei nicht wirklich darüber gesprochen worden: „Ich hätte es als Kind cool gefunden“.

Wer sich über natürliche Heilmittel informieren möchte, könnte hier fündig werden.

Trotzdem müsse man an das Thema sehr verantwortungsvoll herangehen und sich gut informieren.

In der Bibliothek gibt es auch mehrere Bücher mit kompakteren Informationen, wie zum Beispiel: „Essen in der Natur – Kräuter, Beeren, Pilze sammeln und verwenden“, herausgegeben von der Stiftung Warentest: „In diesem Buch hat man viele Kurzporträts und auch einige Informationen zu der Verwechslungsgefahr mit anderen Pflanzen“, erklärt Anna.

Über die Verwechslungsgefahr von bestimmten Pflanzen lässt sich hier einiges nachlesen.