Deutsche Minderheit

Bestnoten mit Konzept: Was die DSH anders macht

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Heike Henn-Winkels hat an der deutschen Schule ein eigenes pädagogisches Konzept eingeführt. Auch die Eltern sind gefragt: Die DSH hat eine Umfrage erarbeitet, um zu eruieren, wie die Eltern das Gelernte, aber auch den Schulalltag ihrer Kinder beurteilen.

An der Deutschen Schule Hadersleben läuft einiges anders, aber dafür richtig gut: Ein Besuch bei Schulleiterin Heike Henn-Winkels zeigt, warum Teamarbeit mehr ist als ein Schlagwort – und was sie sich für ihre Schule wünscht.

„Bei uns macht keiner die Tür zu und unterrichtet für sich allein“, sagt Heike Henn-Winkels. Seit 2019 leitet sie die Deutsche Schule Hadersleben (DSH) – und hat nach Amtsübernahme gleich ein pädagogisches Konzept an der Schule der deutschen Minderheit eingeführt. Das Schlüsselwort dabei ist Teamarbeit. 

Professionelle Lerngemeinschaften statt Einzelkampf

„Die Lehrkräfte arbeiten in festen Jahrgangsteams für die Unter-, Mittel- und Oberstufe. So kennen sie ihre Schüler gut und können gezielt unterrichten.“

Zentral sind für Henn-Winkels bei alldem drei Fragen: „Was sollen unsere Schüler lernen – und wie bringen wir es ihnen am besten bei? Was tun wir, wenn sie nicht lernen?“ Gegenseitiges Hospitieren, gemeinsam planen, regelmäßiges Feedback – all das gehört für sie zum Alltag an der DSH.

Hat sich dein Konzept bewährt? 

 „Ich bin sehr zufrieden. Wir sind jetzt fast da, wo ich hinwollte“, verrät die Schulleiterin.

Kleine Klassen, viel Teamgeist

Im Herbst haben die Klassen einen Ausflug in den neuen Haderslebener Klimapark gemacht und dort in der Praxis erfahren, wie die Kommune Klimaanpassung vor Ort umsetzt.

Mit derzeit 189 Schülerinnen und Schülern bleibt die DSH unter der internen Messlatte von 200. Die Schule könnte zwar noch mehr Kinder aufnehmen, allerdings nicht viel mehr: „Wir möchten überschaubar bleiben. Das sehen auch unsere Eltern als großen Vorteil“, sagt Henn-Winkels. In den Klassen arbeiten zwei Lehrkräfte parallel – ein Modell, das vor allem in der individuellen Förderung Vorteile birgt.

„Wir haben ein starkes Ressourcenteam, um das uns nicht wenige beneiden“, erzählt die Leiterin und meint damit die zusätzlichen Qualifikationen, die ihr Lehrerteam auszeichnen: Lese-, Mathematik-, Inklusions- und AKT-Lehrkräfte sowie Lernberater“, zählt sie auf. AKT steht für „Adfærd, Kontakt og Trivsel“ – also Verhalten, Kontakt und Wohlbefinden. „Das kommt unseren Kindern sehr zugute.“

Lernen aus dem Leben

„Wir haben einen sehr niedrigen Krankenstand. Für mich ist das ein wichtiges Kriterium, wenn es um das Wohlbefinden an unserer Schule geht“, sagt Schulleiterin Heike Henn-Winkels.

Projekte wie Nanotechnologie in der 9. Klasse oder das Edison-Wasserprojekt der Mittelstufe, das die Klassen in diesem Herbst in den neuen Haderslebener Klimapark führte, bringen Praxis ins Klassenzimmer. 

Unterstützung erfährt die DSH dabei vom dänischen Villum Fonden, der diese Schulprojekte mit insgesamt 50.000 Kronen unterstützt. Mit einem Teil des Geldes hat die DSH soeben einen Ausflug an Dänemarks Technische Universität bezahlt, eine Reise, die sich gelohnt hat: „Wir wollen Wissen erlebbar machen“, betont Henn-Winkels. „Im Schuljahr 2024/25 hatten wir mit 8,6 den besten Notenschnitt in der Kommune – und lagen auch bei der Unterrichtseffektivität ganz vorn.“

Auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit kommt dabei nicht zu kurz: Die DSH pflegt seit drei Jahren eine Partnerschaft mit dem Beruflichen Schulzentrum Pfarrkirchen in Bayern, dessen Schülerinnen in den deutschen Einrichtungen Praktika machen und sich mit eigenen Ideen in den Alltag der Schule einbringen. „Daraus sind Freundschaften entstanden“, fügt die Schulleiterin hinzu. 

Der Haderslebener Turnerbund, der Bund Deutscher Nordschleswiger und der Ruderverein sind ebenfalls Teil des Alltags an der DSH: „Wir haben mit unseren deutschen Vereinen eine hervorragende Zusammenarbeit.“

Wunsch zum Schluss

Bald ist Weihnachten. Was wünscht sich Henn-Winkels für ihre Schule? Die Schulleiterin überlegt nicht lange: „Dass wir mit Elan weitermachen – und dabei gesund bleiben. Das erleichtert die Planung und das Leben auch.“