Deutsche Minderheit

Bei der LAS kommt Erste Hilfe auf den Stundenplan

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Seit dem vergangenen Jahr hängt ein Defibrillator an der Musikkneipe Hagge's. Wann und wie man ein solches Gerät im Ernstfall benutzt, sollen die Schülerinnen und Schüler der deutschen Schule von Tondern im Rahmen des Unterrichts lernen (Symbolfoto).

Die LAS in Tondern will Erste Hilfe zum Teil des Unterrichts machen – und künftig auch die Kinder und Jugendlichen im Umgang mit dem Defibrillator schulen. Möglich macht das eine weitere Förderung der Stiftung TrygFonden.

Seit November 2024 hängt der Defibrillator an der Außenwand der Musikkneipe Hagge’s in Tondern – ein gemeinschaftlich erkämpftes Projekt der Ludwig-Andresen-Schule, der Musikkneipe und des Tønder Festivals. Jetzt geht das Engagement für mehr Sicherheit im Alltag in eine neue Runde: Die Schule hat weitere 16.000 Kronen vom Regionalrat der Stiftung TrygFonden erhalten – diesmal für Erste-Hilfe-Schulungen direkt an die Schülerinnen und Schüler gerichtet.

Schon vor einigen Monaten hatten sich Schulleiterin Bonni Rathje-Ottenberg, das Schulsekretariat und der Hausmeister in die Anwendung des „Hjertestarters“ einweisen lassen. Im April folgten mehrere Lehrkräfte mit einem aufgefrischten Erste-Hilfe-Kurs.

Nun sollen auch die Jugendlichen von diesem Wissen profitieren – allen voran der Schülerrat mit Jugendlichen aus der 8. und 9. Klasse. „Wir reichten den Antrag ein, um diese Schülerinnen und Schüler gezielt zu schulen“, sagt Bonni Rathje-Ottenberg im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“. „Vielleicht können wir das sogar auf die gesamte Oberstufe ausweiten – zumal einige unserer Jugendlichen ohnehin Kurse über die kommunale Jugendschule belegen, etwa wenn sie den Mopedführerschein machen.“

Sicherheit durch Verantwortung – auch bei Schülerlotsen

Auch das Schülerlotsenteam an der Schule könnte künftig in die Handhabung des Geräts eingewiesen werden. „Das ergibt absolut Sinn“, so die Schulleiterin. „Allerdings sollten die Schülerinnen und Schüler alt genug sein, um mit der Verantwortung umgehen zu können, die das mit sich bringt“, fügt sie fürsorglich einschränkend hinzu.

Doch für Rathje-Ottenberg geht es um mehr als punktuelle Schulungen. Sie denkt langfristig: „Wir sollten Erste Hilfe als Teil unserer pädagogischen Arbeit begreifen. In Schweden werden schon jüngere Kinder altersgerecht für Notfälle sensibilisiert – das könnte ich mir auch für die LAS vorstellen.“

Gleichzeitig mahnt sie eine fundierte Vorgehensweise an: „Bevor wir einfach loslegen, sollten wir gemeinsam eine klare Politik formulieren: Wie gehen wir damit um? Wie setzen wir es um? Und wie stellen wir sicher, dass das Wissen regelmäßig aufgefrischt wird? Denn es bringt wenig, wenn Erste Hilfe nur einmal vermittelt wird und dann wieder in Vergessenheit gerät.“

Defibrillator bleibt Gemeinschaftsprojekt

Der Defibrillator am Hagge’s bleibt ein Symbol für Zusammenarbeit – zwischen Schule, Festival und Kulturort. Die Stiftung TrygFonden hatte den Antrag im vergangenen Jahr unterstützt, nachdem die Partner gemeinsam auf das Thema aufmerksam gemacht hatten. Seitdem ist das Gerät öffentlich zugänglich und im Notfall rund um die Uhr einsatzbereit.

Die neue Fördersumme zeigt: Das Engagement bleibt lebendig – und wächst über das Gerät hinaus.

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