Deutsche Minderheit

BDN im Folketing: Diese persönlichen Begegnungen sollten nicht unterschätzt werden

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Der Hauptvorstand bei einer Führung durch das ehemalige Reichsarchiv

Der Hauptvorstand des Bundes Deutscher Nordschleswiger hat am Donnerstag Christiansborg besucht. Dabei gab es Streicheleinheiten – und die Möglichkeit, sich zwanglos mit den Abgeordneten auszutauschen.

Es ist nicht alle Jahre wieder, aber jedes zweite Jahr lädt der Vorsitz des Folketings (Præsidiet) den gesamten Hauptvorstand des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) nach Christiansborg ein. 

Dabei geht es nicht um gewichtige Verhandlungen über ernste Themen, sondern um Gespräche in einer lockeren Atmosphäre.

„Solche Begegnungen sind nicht zu unterschätzen. Sie sind auf einer anderen Ebene ausgesprochen wichtig“, sagt der BDN-Hauptvorsitzende Hinrich Jürgensen.

Streicheleinheiten vom Vorsitz

Zunächst bekam die Delegation der Minderheit eine Führung durch das ehemalige Reichsarchiv, das in das Parlamentsgebäude integriert werden soll. Dann lud das Präsidium zu einem Essen in einem Nebenraum des „Snapstinget“ ein.

Auch Mitglieder des Folketingsausschusses für die Deutsche Minderheit waren erschienen. Die zweite Vizevorsitzende des Parlaments, Karina Adsbøll von den Dänemarkdemokraten, begrüßte die Gruppe im Namen des Präsidiums. 

„Ihr seid ‚Sønderjyder‘ mit einem Twist, der euer Merkmal ist. Ihr tragt zur kulturellen und sprachlichen Vielfalt in Nordschleswig bei“, sagte sie. 

„Vor dieser Begegnung wusste sie wenig über uns. Wie sollte sie auch?“, so Jürgensen über die Politikerin aus Kolding. „Jetzt kennt sie uns.“

Jesper Petersens wichtiger Brief

Ein guter alter Bekannter der Minderheit ist der Vorsitzende des Ausschusses für die Deutsche Minderheit, Jesper Petersen (Soz.). Er hatte im Namen des Ausschusses einen Brief an den Minderheitenbeauftragten der Bundesregierung, Bernd Fabritius, geschrieben. In diesem machte er auf die zunehmende Schieflage zwischen Dänemark und Deutschland bei der Finanzierung der Minderheit aufmerksam.

Das Schreiben hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Bundestag 14 Millionen Euro (104,5 Millionen Kronen) für das Campusprojekt in Apenrade bewilligt hat. Damit kann das Projekt realisiert werden.

„Es freut mich, dass ich mit dem Brief eure beharrliche Arbeit unterstützen konnte“, so Petersen. 

Für Jürgensen ist der Brief ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, bei einem Stück Smørrebrød Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Ohne die engen Beziehungen zu Petersen und anderen Ausschussmitgliedern wäre ein solcher Brief nicht zustande gekommen.

„Die Zeit, die wir an so einem Tag investieren, kommt uns auf andere Weise wieder zugute“, so die Einschätzung des BDN-Chefs.