Jubiläum

Architektur aus Tondern: Uwe und Annemarie Nielsen haben ein Herz für die Region

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Annemarie und Uwe Nielsen freuen sich auf die Projekte, die auf das Ehepaar zukommen.

Uwe und Annemarie Nielsen feiern das 30-jährige Bestehen ihres Architekturbüros Arkkon in Tondern. Was als kleines Büro begann, ist heute an Projekten im ganzen Land beteiligt. Ein Gespräch über Krisen, Heimatverbundenheit – und die Freude an guter Gestaltung – auch an verschiedenen Gebäuden der Minderheit.

„Momentan läuft es richtig gut“, sagt Uwe Nielsen, der an einem weißen Konferenztisch in seinem Architekturbüro sitzt. Wie schön, das am Tag vor dem Jubiläumsempfang zum 30-jährigen Bestehen sagen zu können. Seine Frau Annemarie Nielsen setzt sich neben ihn. Sie koordiniert die administrativen Aufgaben.

Die Räumlichkeiten sind lichtdurchflutet und gleichzeitig hyggelig – es gibt viele Fenster, und die verglasten Flügeltüren stehen offen. Man spürt sofort: Hier hat jemand mit einem Sinn für Gestaltung gearbeitet. Ein Büro als Aushängeschild.

Der richtige Schritt

Bei der Renovierung kamen unter mehreren Schichten Tapete gemalte Märchenfiguren zum Vorschein – früher war in dem Haus ein Kindergarten untergebracht, erzählt Annemarie Nielsen. Aus bunt wurde weiß.

An seinen ersten Auftrag, der ihm den Schritt in die Selbstständigkeit ermöglichte, kann sich der 67-Jährige gut erinnern: „Ich durfte 14 Handwerkerwohnungen in Tondern planen.“ Von da an folgte ein Auftrag dem nächsten.

Vor 25 Jahren zog die damals fünf Jahre junge Firma an ihre heutige Adresse am Brorsonvej in Tondern. „Wir sind hier wirklich sehr glücklich“, sagt Uwe Nielsen.

Arkkon Architekten ist heute an Projekten in ganz Dänemark beteiligt – aktuell zum Beispiel an drei Wohnungsbauprojekten in Kopenhagen. „Das sind dann Leute, die ich von hier kenne, die uns beauftragen.“ Das Hauptgebiet sei natürlich die Kommune Tondern und Nordschleswig. Arkkon war unter anderem mit Projekten wie dem Anbau an der Ludwig-Andresen-Schule (LAS) oder der Deutschen Schule in Apenrade betraut.

Unter anderem der Anbau der Ludwig Andresen Schule (LAS) wurde an Schreibtischen dieses Büros geplant.

Krise, Neustart und Zukunftspläne

Doch es gab auch schwierigere Zeiten. „Es ist ein stetiges Auf und Ab“, sagt die 66-Jährige.

2008 war ein Jahr voller Herausforderungen. „Wir hatten gerade mit einer anderen Firma fusioniert, und drei Monate später kam die Finanzkrise.“

Der Fusionspartner entschloss sich, den Standort in Tondern zu schließen – die Nielsens sollten mit ihrem Büro nach Rothenkrug umziehen. „Das war aber nicht das, was wir wollten. Da sprach so viel dagegen. All die Kunden, die wir damals hatten, kamen aus dem lokalen Umfeld rund um Tondern. Außerdem kommen wir beide von hier und fühlen uns nach wie vor absolut wohl. Was sollen wir woanders?“, sagt Uwe Nielsen.

„Wir haben uns also von der anderen Firma getrennt und sind zurück in die Selbstständigkeit gegangen – haben dort weitergemacht, wo wir aufgehört hatten“, erzählt er rückblickend.

Die Zeit sei nicht einfach gewesen und habe sie viel Geld gekostet. Aber sie haben durchgehalten – und es habe sich gelohnt.

„Auf und ab geht’s immer. Aber im Großen und Ganzen haben wir gut davon gelebt“, sagen sie. Und sie sind sich einig, was sie seit jeher antreibt: „Es muss Spaß machen – und das tut es.“

Ans Aufhören denken sie noch nicht – und sie wirken auch nicht wie Menschen, die darin ihre Erfüllung finden könnten. „Wir haben noch Lust auf spannende Projekte und hoffen, dass wir auch in den nächsten Jahren noch viel zu tun haben“, sagt Uwe Nielsen.