Deutsche Minderheit

Abschied mit Herz und Humor: Wenn Lina, Lena und Nina gehen

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Die Abschlussklasse 2025 zeigt obere Reihe: Lorenz Constantin Haase, Noah Maana Landa, Niklas Holm Haderup, Mikkel Peters Puhlmann, Frederik Adams, Hannes Aoexander Schwenke und Jakob Rackl; mittlere Reihe: Schulleiterin Berit Kynde, Cathrin Kothe Møller, Isabella Yared Wollsen Diers, Kian Aagaard Kapela, Emil Mejer Brejning, Rasmus Tjalve Essner, Lucas von Hacht Wettengel und Lehrer Dietmar Krauskopf; untere Reihe: Emma Maria Kildemoes Hansen, Nina-Grazia Hänsel, Josephine Moon Christesen, Lena-Maria Brinch Hansen, Lina Marie Bundtzen, Ida Ludwigsen Gerschefski und Klassenlehrerin Semira Werner. Auf dem Foto fehlt Isarr Trausti Traustason.

Die Deutsche Privatschule Apenrade entlässt 20 Jugendliche in einen neuen Lebensabschnitt. Es wurde gelacht, gefeiert und sogar ein bisschen geweint.

Es wurde gelacht, gescherzt – und auch ein paar Tränen flossen: Am Mittwochabend verabschiedete sich die Deutsche Privatschule Apenrade (DPA) von 20 Jugendlichen, die das 9. Schuljahr abgeschlossen haben. Nun beginnt für sie ein neuer Abschnitt – sei es an einer weiterführenden Schule oder im Rahmen einer Ausbildung.

Für leichte Verwirrung sorgte bei der Zeugnisvergabe die Namensähnlichkeit dreier Schülerinnen. Als „Lina“, „Lena“ oder „Nina“ aufgerufen wurde, blickten sich jeweils mehrere Mädchen fragend an. Dank des kühlen Kopfes von Schulleiterin Berit Kynde kam dennoch jede Urkunde an die richtige Empfängerin.

Obwohl die Schulleiterin erst seit Kurzem im Amt ist, hielt sie an der liebgewonnenen Tradition fest: Nach dem feierlichen Einzug der Entlassschülerinnen und -schüler – diesmal zu „When the Saints Go Marching In“ – folgte die offizielle Begrüßung. In ihrer Ansprache ermutigte Kynde die Jugendlichen, neugierig und authentisch zu bleiben. „Das Leben verläuft selten gradlinig – aber genau das macht es spannend“, sagte sie.

Der traditionelle Einmarsch der Abgangsklasse in die Aula

Der Schulchor aus den Klassenstufen 5 bis 9 berührte das Publikum mit einer mehrstimmigen Version des dänischen Liedes „Lyse Nætter“ von Alberte Winding – begleitet von der Schulleiterin selbst am Klavier. Bereits am Vortag war das Stück bei der Entlassung der 10. Klasse erklungen.

Starke Gemeinschaft

Klassenlehrerin Semira Werner hatte Bilder aus den vergangenen drei gemeinsamen Jahren zusammengestellt. Die Veränderung war auch für Gäste zu sehen.

Anschließend sprach Semira Werner, stellvertretende Schulleiterin und Klassenlehrerin der 9. Klasse. Seit dem 7. Schuljahr hat sie die Jugendlichen begleitet – und offenbar eine starke Verbindung aufgebaut. Ihre liebevolle, humorvolle Bilderschau zeigte: Aus Kindern sind junge Persönlichkeiten geworden – mit eigenen Gedanken, Träumen und Zielen. Mit einem Augenzwinkern zitierte sie Winston Churchill: „Dies ist nicht das Ende. Es ist nicht einmal der Anfang vom Ende. Aber es ist, vielleicht, das Ende des Anfangs.“

Auch der Schulvereinsvorsitzende Jan Peters fand Worte zum Nachdenken – und zum Schmunzeln. Er erinnerte an Mark Twains Satz: „Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn der letzte Dollar weg ist.“ Und fügte hinzu: „Was ihr hier an der DPA erlebt, gelernt und mitgenommen habt, ist mehr als nur Unterricht. Es ist ein Rucksack fürs Leben.“ Mit einem Zitat von Astrid Lindgren – „Sei frech, wild und wunderbar!“ – entließ er die Jugendlichen in die Welt – „mit klarem Kopf, offenem Herzen – und vielleicht einem Lächeln, wenn ihr an eure Zeit an der DPA zurückdenkt.“

Ertappt!

Für Berit Kynde war es die erste Entlassfeier als Schulleiterin der DPA.

Ein emotionaler Höhepunkt: Elternvertreterin Karina Wollsen überreichte der Klassenlehrerin einen Geschenkkorb mit ihren Lieblingssüßigkeiten. Offenbar hatten die Jugendlichen deren Vorlieben bestens weitergegeben. Semira Werner zeigte sich gerührt – und herzlich ertappt.

Klassensprecherin Ida Gerschefski bedankte sich im Namen der Klasse für drei besondere Schuljahre. „Die vielen Fahrten und Erlebnisse haben uns enger zusammengeschweißt“, sagte sie.

Traditionell wurden bei der Feier auch Stipendien vergeben – nicht nur für gute Noten, sondern vor allem für soziale Kompetenz und Engagement. Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger:

Isabella Yared Wollsen Diers erhielt aus den Händen von Hans Thomas Lorenzen ein Legat des BDN Ortsvereins Apenrade.
  • BDN-Ortsverein Apenrade: Isabella Yared Wollsen Diers und Ida Gerschefski
  • Bürgerverein Apenrade: Frederik Adams
  • Deutsche Selbsthilfe: Cathrin Kothe Møller
  • Förderverein der DPA: Nina-Grazia Hänsel und Lina Marie Bundtzen

Für Schmunzeln sorgte erneut die Namensverwandtschaft – doch als den beiden Freundinnen klar wurde, dass sie beide gemeint waren, war die Freude doppelt so groß.

Zwischen den Redebeiträgen setzte Clara Bodeux musikalische Glanzpunkte. Sie spielte Stücke von Edvard Grieg und Mona Rejino – gefühlvoll und souverän.

Zum Abschluss luden die Eltern der Klasse zu einem gemeinsamen Essen ein – ein stimmungsvoller Ausklang eines besonderen Abends.