Deutsche Minderheit

90 Musikbegeisterte haben auf dem Knivsberg im Chor geschmettert

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Monika Merz (r.) leitete durch das Wochenende.

Das Wochenende stand auf dem Knivsberg ganz im Zeichen von Rock und Pop. Rund 90 Musikbegeisterte kamen zum Chorwochenende, ließen unter professioneller Leitung ihren Stimmen freien Lauf und hatten dabei vor allem auch noch eine Menge Spaß.

„Das Allerwichtigste ist, dass die Atmosphäre stimmt und alle mit Spaß bei der Sache sind“, sagt Monika Merz, Musikkonsulentin beim Bund Deutscher Nordschleswiger. Gemeinsam mit den Musikern Mads Møller Jacobsen, Rasmus Løhde und Johanna Løhde hat sie von Freitag bis Sonntag das Chorwochenende „RockPop geht über Grenzen“ auf dem Knivsberg durchgeführt.

Knapp 90 Hobbysängerinnen und -sänger aus Deutschland und Dänemark haben sich angemeldet. Auf sie wartet ein buntes Programm aus Proben und Zeit zum Schnacken und Hyggen.

„Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Leute hier am Freitag zum Teil nach langen Anreisen gestresst ankommen und bereits nach der ersten Probe ein breites Lächeln auf dem Gesicht haben“, sagt Merz.

Der Theatersaal war an diesem Wochenende prall gefüllt.

Alles kann, nichts muss

Johanna Løhde und sie haben je drei Lieder ausgewählt, die geübt werden und dann beim Abschlusskonzert am Sonntag vorgetragen wurden. Darunter Klassiker wie „Halt mich“ von Herbert Grönemeyer, „Ohne dich schlaf ich heut' Nacht nicht ein“ von der Band Münchener Freiheit oder „Ticket to ride“ von den Beatles. Druck, alle Lieder bis zum Sonntag einstudiert zu haben, gibt es allerdings nicht.

„Unser Fokus liegt nicht darauf, dass alles perfekt ist am Ende. Sondern wir machen das, was uns gefällt“, sagt die Musikkonsulentin.

Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist unter anderem BDN-Mitarbeiterin Sally Flindt-Hansen. Sie hat ihre Mutter Anne direkt mitgebracht. „Ich kenne bisher nur den Kirchenchor. Ich freue mich sehr auf die Lieder, habe aber auch ein bisschen Angst, falsch zu singen“, sagt Anne. Hinter ihr sitzt Nathalie, deren Gesangskünste Monika Merz höchstpersönlich bei einer BDN-Veranstaltung im Haus Quickborn entdeckt hatte. „Monika hat mich fast gezwungen, hier dabei zu sein. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Am besten finde ich, dass hier so viele sind, dass mich keiner hört, wenn ich krumm und schief singe“, sagt sie mit einem Lachen am Sonnabendvormittag vor der ersten Probe des Tages.

Warm-up: Gebannt wird den Worten von Monika Merz gelauscht.

Körper und Seele entspannen

Nathalie (2. v. l.) und Anne (2. v. r.) waren zum ersten Mal dabei.

Doch bevor gesungen wird, müssen Körper und Stimmbänder erst einmal aufgewärmt werden. So könnte man zunächst vermuten, dass sich ein sehr großer Bienenschwarm in den Theatersaal des Knivsberges verirrt hat, so laut ist das Summen, das aus diesem nach draußen dringt. Drinnen wird aber nicht nur gesummt, sondern auch fleißig mit den Armen gerudert, begleitet von tiefen Atemzügen, um den Körper zu entspannen, bevor es dann ans Eingemachte geht.

Bereits nach der ersten Probe am Freitagabend sitzt der erste Song „Let Me Down Easy“ so, wie Monika Merz sich das wünscht.

„Das war ein toller Anfang, wir haben viele schöne Töne erzeugt und dabei auch noch viel Spaß gehabt“, so die Projektleiterin.

Drittes Chorwochenende im Blick

Vor dem Singen haben sich die Teilnehmenden ausgiebig aufgewärmt.

Gefördert wird das Projekt unter anderem vom Bund Deutscher Nordschleswiger und mit den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Projektpartner auf deutscher Seite sind PopSingers e. V. und ChorColores aus Schleswig (Slesvig).

Es ist bereits das zweite Chorwochenende dieser Art, das Monika Merz auf die Beine stellt, nach dem Gospel-Wochenende im vergangenen Jahr. Da auch dieses Mal der Andrang riesig ist, ist sich Merz sicher, dass es auch im kommenden Jahr wieder ein Chorwochenende geben wird. Unter welchem Motto, das will sie aber noch nicht verraten.