Katastrophenkooperation

Wenn jede Minute zählt: Minderheiten-Initiative sichert dauerhafte Hilfe über die Grenze

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Grenzüberschreitende Rettung in Aktion: Ein Rettungshubschrauber aus Niebüll bei einem Einsatz in Tondern (Archivbild).

„Eine freudige Nachricht!“ Aus einem kommunalpolitischen Impuls der deutschen Minderheit entsteht nun eine unbefristete deutsch-dänische Notfallkooperation, die Leben in der Grenzregion schützt. Möglich gemacht hat dies eine Initiative der SP.

Das deutsch-dänische Rettungsbündnis, das seit mehr als zehn Jahren bei größeren Unfällen und Katastrophen auf grenzüberschreitende Hilfe setzt, wird ab 2026 dauerhaft. Möglich gemacht hat dies eine Initiative der Schleswigschen Partei (SP).

„Eine freudige Nachricht! Dass diese Zusammenarbeit nun permanent gemacht worden ist, haben wir der SP zu verdanken – genau genommen Stephan Kelinschmidt“, schreibt Parteisekretärin Ruth Candussi in einer E-Mail an den „Nordschleswiger“. Kleinschmidt habe den Antrag zur dauerhaften Etablierung der Zusammenarbeit im Bereich der Notfallrettung („Permanentgørelse af samarbejdet om akut beredskab“) vor einigen Monaten in den Stadtrat von Sonderburg (Sønderborg) eingebracht– und damit die Weichen für die Vereinbarung gestellt.

Im Antrag der SP hieß es: „Das deutsch-dänische Rettungsbündnis hat seit mehr als zehn Jahren schnellere und bessere Einsatzmöglichkeiten über die Grenze hinweg geschaffen. Ein effektives Rettungswesen ist entscheidend, damit die Bürgerinnen und Bürger die bestmögliche Hilfe erhalten. Daher sollte die Zusammenarbeit dauerhaft werden und als feste Säule der Rettungsinfrastruktur der Grenzregion verankert werden.“

Wie wir Mitte August bei dem großen Zugunglück bei Behrendorf erlebt haben, kam sofort Unterstützung aus Deutschland – der Nutzen des deutsch-dänischen Rettungsbündnisses ist eindeutig.

Bente Gertz

Die SP betonte zudem, dass Klimaveränderungen und Krisen die Anforderungen an das Rettungswesen weiter erhöhen. Ein dauerhaftes, verstärktes deutsch-dänisches Bündnis mit strategischer Koordination stelle sicher, dass die Grenze kein Hindernis für schnelle Hilfe ist.

Region Süddänemark: Kontinuität statt bürokratischer Hürden

In einer Pressemitteilung bestätigt die Region Süddänemark nun, dass die Vereinbarung ab 2026 in Kraft tritt und die grenzüberschreitende Hilfe flexibler und unbürokratischer gestaltet. Seit 2005 arbeitet die Region im Rahmen von Interreg-Projekten mit deutschen Partnern zusammen. Die neue Vereinbarung löst die Einschränkungen der Interreg-Strukturen ab, bei denen administrative Formalitäten und Projektbegrenzungen die dauerhafte Nutzung erschwerten.

Bo Libergren, Vorsitzender des Regionalrats, erklärt: „Es hat großen Wert, dass wir diese bürgernahe Rettungszusammenarbeit dauerhaft machen – sowohl bei alltäglichen Unfällen als auch bei größeren Katastrophen.“

Ein erprobtes System

Die Region Süddänemark nutzt deutsche Einheiten – etwa Ambulanzen und Rettungshubschrauber – für Einsätze in Dänemark, um eine gute prähospitale Versorgung im Grenzgebiet zu gewährleisten. Zudem finden gemeinsame, grenzüberschreitende Übungen statt.

Dass das länderübergreifende Rettungswesen seit Jahren zuverlässig funktioniert, zeigte sich unter anderem bei der Zugkollision bei Behrendorf (Bjerndrup) Mitte August.

Bente Gertz, Vorsitzende des Prähospitalausschusses, erklärt: „Es ist eine hervorragende Ergänzung zu unserem Rettungswesen und sichert schnelle Hilfe in ganz Nordschleswig. Wie wir bei dem großen Zugunglück erlebt haben, kam sofort Unterstützung aus Deutschland – der Nutzen des deutsch-dänischen Rettungsbündnisses ist eindeutig.“

Eine elektronische Verbindung zwischen der Leitstelle AMK in Odense und der Leitstelle Nord in Harrislee, die die deutschen Ambulanzen und Rettungshubschrauber disponiert, ermöglicht eine schnelle Koordination. Die beiden Leitstellen können laut Pressemitteilung genauso effizient kommunizieren, als befänden sie sich im gleichen Land.

Katastrophenschutz ohne Grenzen (Beredskab uden grænser)