Kindergarten Jürgensgaard

Warum hier noch mehr dänische Kinder willkommen sind

Veröffentlicht Geändert
Wenn es nach der Kindergartenleitung geht, sollen in Jürgensgaard bald mehr dänische Kinder toben (Archivfoto).

Dass die deutschen Kindergärten in Nordschleswig nicht exklusiv Kindern aus der deutschen Minderheit vorbehalten sind, wissen längst nicht alle hier im Landesteil, sagt der Leiter des Kindergartens Jürgensgaard in Apenrade. Das wollen er und sein Team ändern. Dazu soll auch eine besondere Veranstaltung beitragen.

„Die Idee kam aus dem Team heraus“, erklärt der Leiter des deutschen Kindergartens Jürgensgaard, Aljosha Heitsch, warum sie jetzt einen Tag der offenen Tür der etwas anderen Art planen. Einen, der den Kindergarten mehr in den Fokus dänischer Familien aus der Mehrheitsbevölkerung rücken soll.  

Heitsch sieht seine Einrichtung zwar aktuell nicht von einer Schließung bedroht – anders als in Rapstedt (Ravsted) und Lunden, wo deutsche Schulen und Kindergärten geschlossen werden sollen. Darüber hatte „Der Nordschleswiger“ berichtet. Dennoch: „Es geht um sinkende Kinderzahlen und um die Frage nach Perspektiven“, sagt Aljosha Heitsch.  

Gezielt Mehrheitsbevölkerung ansprechen

Mit einem Tag der offenen Tür am 22. November wollen sie deshalb gezielt dänische Eltern aus der Mehrheitsbevölkerung ansprechen. Hintergrund: Aljosha Heitsch zufolge wüssten die dänischen Familien oft gar nicht, dass der deutsche Kindergarten auch ihnen offen stünde. „Deutschkenntnisse sind nicht die Voraussetzung, um in den deutschen Kindergarten zu kommen.“

Schon jetzt basiere der Kindergarten Jürgensgaard auf drei Säulen: den Kindern aus der gewachsenen deutschen Minderheit, Kindern, die mit ihren Eltern nach Dänemark gezogen sind, und dänische Kinder aus der Mehrheitsbevölkerung. „Diese dritte Säule wollen wir jetzt stärken“, sagt Aljosha Heitsch. 

Tag der offenen Tür wird ein Weihnachtsbazar 

Mit dem Tag der offenen Tür wollen Aljosha Heitsch und sein Team zeigen, dass die Kindergärten der Minderheit auch für die Mehrheitsbevölkerung attraktiv sein können.

Damit die Informationen zur Veranstaltung auch bei der Zielgruppe ankommen, kommuniziert der Kindergarten zweisprachig: etwa mit Posts in Facebook-Gruppen wie „Det sker i Aabenraa“ (Das passiert in Apenrade). Geplant ist ein Weihnachtsbazar mit verschiedenen Ständen, an denen die Familien unter anderem Weihnachtsdekoration selbst basteln können. Kulinarisch dürfen sich kleine wie große Gäste auf selbst gebackene Kekse, Waffeln und Æbleskiver freuen.

„Wir wollen einfach ein Angebot machen, als Teil der lokalen Gemeinschaft hier in Apenrade“, sagt Aljosha Heitsch. 

Damit die Kinder und auch deren Eltern den Kindergarten als Einrichtung besser kennenlernen können, hat sich das Team Folgendes überlegt: „Wir bieten Führungen an, die die Eltern aus dem Elternvorstand übernehmen.“ 

Der weihnachtliche Tag der offenen Tür findet am Sonnabend, 22. November, ab 12 Uhr statt.