Jugendtanzgruppe

Volkstanz flasht: Sascha tanzt seit ihrem ersten Lebensjahr

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Sascha Holmelund (links) ist mit Volkstanz aufgewachsen.

Junge Menschen für Volkstanz begeistern: Das ist das Ziel des Vereins „Aabenraa Folkedansere“. Seit Anfang September gibt es ein Tanz-Angebot, das sich speziell an Jüngere richtet. Wie das ankommt und was die junge Sascha an dieser Art des Tanzens begeistert.

Sie halten sich über Kreuz an den Händen, tanzen zu ansteckend fröhlicher Musik im Kreis, hüpfen und brechen immer wieder in Gelächter aus: zwölf junge Menschen, die Spaß am Volkstanz haben, es entweder neu lernen oder besser werden wollen. Seit Anfang September treffen sie sich jeden Mittwoch in der Aula des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig.

Eine von ihnen ist die 25 Jahre junge Sascha Holmelund. Sie ist mit Volkstanz aufgewachsen. „Ich war immer mit bei meinen Eltern. Mit einem Jahr hatte ich das erste Mal eine Tracht an“, erzählt Sascha, die fließend Deutsch spricht. Zum Tanztraining trägt sie ein türkisfarbenes, luftiges Kleid, dazu schwarze Tanzschuhe mit einem kleinen Absatz.

Saschas blaue Augen strahlen, während sie erzählt. Ihr Gesicht ist leicht gerötet, und ein bisschen außer Puste ist sie auch. „Das ist schon auch anstrengend“, sagt die junge Frau und lacht.

Sie und die anderen Tänzerinnen und Tänzer müssen sich auf die Schritte konzentrieren, auf die häufigen Richtungswechsel und Formationen, die sich immer wieder ändern: Mal tanzen alle im Kreis, dann geht’s in die andere Richtung, dann finden sie sich zu zweit zusammen.

Es ist schön, dass wir jetzt eine eigene Jugendgruppe haben, da können wir ein bisschen mehr spielen.

Sascha Holmelund

Die Kommandos kommen von Tanzlehrer Hans Muurmann. „Und jetzt probieren wir eine Quadrille!“, ruft er. Also formiert sich die Gruppe neu. Das klappt nicht immer auf Anhieb. „Macht nichts. Hauptsache ist doch, dass alle Spaß haben. Und es geht um die Gemeinschaft“, findet der Tanzlehrer. Seit acht Jahren unterrichtet er die ältere Gruppe der Volkstänzerinnen und -tänzer. Jetzt ist die Jugendgruppe dazugekommen.

Die Musik beim Volkstanz-Unterricht ist handgemacht und live. Das Besondere: Einige der jungen Leute, die jetzt in der Jugendgruppe tanzen, musizieren nach ihrem eigenen Unterricht dann bei der Gruppe der Älteren, die im Anschluss an die Jugendgruppe mit Tanzen dran ist. Einer dieser Musiker – und nun auch Tänzer – ist der 21-jährige Joakim Kobæk.

Die Volkstanz-Jugendgruppe trifft sich seit Anfang September jeden Mittwoch in der Aula des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig.

„Ich spiele ja schon länger für die Tänzer. Und jetzt tanze ich selbst, das macht Spaß“, erzählt der 21-Jährige, der auch schon auf dem Folk-Baltica-Musikfestival gespielt hat. Überhaupt, der Spaß: Der ist das Wichtigste, findet auch Sascha Holmelund.

Tanzlehrer Hans Muurmann unterrichtet seit Anfang September die Jugendgruppe im Volkstanz.

„Es ist schön, dass wir jetzt eine eigene Jugendgruppe haben, da können wir ein bisschen mehr spielen. Es ist auch alles ein bisschen schneller, und wenn etwas schiefgeht, macht es nichts, dann fangen wir einfach von vorne an“, erzählt die 25-Jährige, die auch in der Gruppe der Älteren mittanzt.

Joakim Kobæk (l.) hat zuerst für die Volkstanzgruppe der Älteren musiziert. Seit Anfang September tanzt er selbst mit.
Joakim Kobæk (r.) kommt von der Musikschule Apenrade.

Nach der Tanzstunde sind fast alle der jungen Frauen und Männer ganz schön außer Puste. Sie schnappen sich eine Flasche mit einem Getränk, gehen vor die Tür, setzen sich auf eine Bank, kommen wieder zu Atem. Sascha Holmelund hat nur eine kurze Pause: Sie tanzt auch bei den Älteren mit.

Joakim Kobæk hat sich ebenfalls an der frischen Luft erholt, greift nun zur Violine. Im kommenden Jahr wird er hier nicht mehr dabei sein: Er will studieren. So lange aber will er in der Jugendgruppe mittanzen. Und für die andere Tanzgruppe Musik machen.

Eine halbe Stunde dauert die Tanzeinheit für die Jugendgruppe. Danach sind die Älteren dran.
Fünf Musikerinnen und Musiker unterhalten die Volkstanzgruppe.