Kommunalwahl 2025

SP Sonderburg verliert laut Umfrage über die Hälfte aller Stimmen

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Aktuell sitzen im Sonderburger Stadtrat 31 Vertreterinnen und Vertreter von sechs Parteien. Drei Posten sind mit Parteimitgliedern der Schleswigschen Partei besetzt.

Eine Umfrage von Epinion prognostiziert der Schleswigschen Partei in Sonderburg einen deutlichen Rückgang der Stimmen. Wie die Zahlen aussehen und was die Partei am Alsensund dazu sagt.

Die Schleswigsche Partei in Sonderburg erhält bei der Kommunalwahl am 18. November 3,8 Prozent aller Wählerstimmen und damit möglicherweise ein Mandat im Stadtrat. Das ist das Ergebnis der aktuellen Epinion-Umfrage, „Dit valg. Vores Danmark“, die weniger als einen Monat vor der Wahl einen starken Stimmenrückgang für die SP Sonderburg prognostiziert.

Hinter der Umfrage stehen das „Constructive Institute“ und eine Reihe Stiftungen (siehe Infokasten).

„Welche Effekte haben wir noch nicht gesehen?“

Kirsten Bachmann ist Bürgermeisterkandidatin der Schleswigschen Partei (SP) in Sonderburg. Sie sagt: Da die Umfrage auf nur wenigen hundert Rückmeldungen aus der Wählerschaft beruhe, sei sie mit Vorsicht zu genießen. 

Dennoch wolle die Partei die Ergebnisse nutzen, um gezielt nachzulegen. Die Stadtratspolitikerin sieht die jüngste Wahlumfrage als Anstoß, den Wahlkampf noch einmal zu intensivieren. „Wir nehmen das zum Anlass, dass wir noch einmal schauen: Wo geben wir noch mal Gas? Was haben wir gemacht, welche Effekte haben wir noch nicht gesehen?“

SP will das Gespräch mit der Wählerschaft intensivieren

Kirsten Bachmann ist Stadtratspolitikerin im Sonderburger Kommunalparlament und Vorsitzende des Technik-, Stadt- und Wohnungsausschusses.

Für Bachmann bedeutet das insbesondere, den direkten Kontakt zu den Menschen zu suchen. „Ich schreibe einmal die Woche einen Brief an unsere Kandidatinnen und Kandidaten, um sie noch einmal anzufeuern“, erklärt sie. 

Zudem wolle die SP im Straßenbild präsenter sein und die persönliche Ansprache bei Aktionen und im Alltag verstärken. Das Ziel sei, bis zur Wahl sichtbarer zu werden und die Wählerinnen und Wähler noch stärker zu erreichen.

SP stellt die einzige Bürgermeisterkandidatin

Arno Knöpfli, Vorsitzender der Schleswigschen Partei (SP) in Sonderburg, sieht die aktuellen Umfragewerte mit Zurückhaltung. Seit der Umfrage, die Anfang September begann, sei viel geschehen. Auch bei anderen Parteien. „Daher beinhaltet die Umfrage eine kleine Wahrscheinlichkeit und große Unsicherheiten. Ich genieße die Zahlen daher mit großer Vorsicht“, sagte Knöpfli. 

Er betonte, dass sich viele Wählerinnen und Wähler aufgrund der Entwicklungen in den vergangenen Wochen neu orientieren könnten. „Wir können zum Beispiel mittlerweile feststellen, dass wir die einzige Bürgermeisterkandidatin haben, nachdem Venstre-Politikerin Ellen Trane Nørby mitgeteilt hat, nicht erneut zu kandidieren“, erklärte Knöpfli. 

Mit Kirsten Bachmann stellt die SP nun die einzige Bürgermeisterkandidatin. Bei der Kommunalwahl 2021 erhielt die SP 3.239 Stimmen, 8 Prozent der Wählenden setzten ihr Kreuz bei der SP. Davon entfielen 2.040 Stimmen auf Stephan Kleinschmidt. Er wird nach 20 Jahren im Stadtrat seine kommunalpolitische Karriere beenden und kandidiert nicht erneut.

Stephan Kleinschmidt ist Wahlhelfer der Schleswigschen Partei (SP) in Sonderburg und sieht in den aktuellen Umfrageergebnissen einen besonderen Aspekt. „Bei uns geht es nicht nur darum, wie viele Mandate wir bekommen, sondern welches Mandat wir haben“, sagt Kleinschmidt. Die SP könne laut der jüngsten Übersicht das entscheidende Mandat der Mitte stellen, das sowohl in die eine als auch in die andere politische Richtung wirken könne.

Vier Jahre ist es her, dass Stephan Kleinschmidt (l.) als Vertreter der SP in Sonderburg in der Wahlnacht mit den anderen Parteien vor die Presse trat und die Konstellation des neuen Stadtrats präsentierte. Stephan Kleinschmidt wurde erster stellvertretender Bürgermeister, Ellen Trane Nørby zweite Stellvertreterin und Erik Lauritzen (r.) Bürgermeister. Kleinschmidt und Trane Nørby kandidieren 2025 nicht erneut.

„Wenn wir das Mandat haben, das zwischen den Blöcken vermittelt, wird uns laut dieser Studie das entscheidende Mandat zugeteilt“, erklärt Kleinschmidt. Damit hätte die SP in den klassischen rot-blauen Lagern erneut eine potenziell zentrale Rolle im politischen Gefüge Sonderburgs.

Mit Blick auf die geringe Zahl der Befragten betrachtet Kleinschmidt das Ergebnis der Umfrage aber prinzipiell als sehr unsicher.

Laut der aktuellen Umfrage könnte die Sozialdemokratie mit 13 Mandaten rechnen, Venstre mit 6, Liberale Allianz und Dänemarkdemokraten mit jeweils 3, Dänische Volkspartei mit 2, Sozialistische Volkspartei mit 2 und die Konservativen mit einem.

So soll die Umfrage gedeutet werden

Die Zahlen aus der Umfrage sind mit Vorsicht zu genießen. Dies liegt vor allem daran, dass fast die Hälfte der Wählerinnen und Wähler angibt, dass sie zwar wählen gehen, aber noch nicht entschieden haben, wem sie ihre Stimme geben werden.

Sie zeigt also ausschließlich den aktuellen Stand bei der Hälfte der Wählerschaft, und auch diese Hälfte kann ihre Meinung noch ändern. Die Parteien und Listen können somit im Wahlkampf noch etliche Stimmenanteile gewinnen und verlieren.

Hinzu kommt die statistische Unsicherheit, die in der Grafik abzulesen ist. Sie unterscheidet sich von Partei zu Partei. In Tondern (Tønder) liegt sie für die SP bei 3,9 Prozentpunkten. Der Wert für die Partei liegt somit zwischen 22,7 und 30,5 Prozent.

In Hadersleben (Haderslev) liegt die SP zwischen 0,7 und 3,3 Prozent, in Sonderburg (Sønderborg) zwischen 2,1 und 5,5 Prozent und in Apenrade (Aabenraa) zwischen 4,3 und 9,1 Prozent.

Diese Unsicherheiten bedeuten auch, dass die berechneten Mandatzahlen mit noch größerer Vorsicht zu genießen sind. „Der Nordschleswiger“ hat sie auf Grundlage der Umfrage mithilfe eines Rechners nach der D’Hondt-Methode berechnet. Die Wahlbündnisse sind in dieser Berechnung berücksichtigt.

Selbst kleine Verschiebungen bei den Prozentzahlen können zu einer anderen Mandatsverteilung führen.