Deutsche Minderheit

SP-Politikerin: „Schließung der Schule Lunden wäre ein Rückschritt für Nordalsen“

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Derzeit besuchen 17 Kinder den Deutschen Kindergarten Lunden (Archivfoto), 33 Mädchen und Jungen gehen nebenan in die Deutsche Schule Lunden.

Die vom DSSV empfohlene Schließung der deutschen Institutionen in Lunden stößt bei der Schleswigschen Partei Sonderburg auf Kritik. Bürgermeisterkandidatin Kirsten Bachmann fordert, alternative Standorte zu prüfen.

Die Diskussion um die Zukunft der Deutschen Schule und des Deutschen Kindergartens Lunden sorgt derzeit für Unruhe auf Nordalsen. Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) hatte Ende September vorgeschlagen, die Schule sowie den deutschen Kindergarten vor Ort zu schließen. 

Für die Schleswigsche Partei (SP) Sonderburg (Sønderborg) wäre eine Schließung ein falsches Signal: „Eine Schließung der deutschen Einrichtungen wäre ein Rückschritt für die positive Entwicklung auf Nordalsen“, betont Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidatin Kirsten Bachmann. 

Nordalsen befinde sich auf einem guten Weg – öffentliche und private Investitionen würden Arbeitsplätze schaffen und neue Impulse für Zuzug und Tourismus geben. „Gerade jetzt dürfen wir nicht das Fundament schwächen, das neue Bürger anzieht und Familien aus der Region bindet“, so Bachmann.

Vorschlag: Neuer Standort mit besserer Anbindung

Jetzt ist die Zeit, kreative Lösungen zu finden – für die Schule, die Familien und für Nordalsen.

Kirsten Bachmann

Im Gespräch erklärt sie, dass sie eine Einstellung des Schulbetriebs für verfrüht hält. „Man soll das nicht einfach aufgeben. Vielleicht wäre es sinnvoll, noch einmal neugierig hinzusehen und zu prüfen, was sich verbessern lässt“, sagt sie. Bachmann regt an, über alternative Lösungen nachzudenken – etwa über eine andere Gebäude- oder Standortwahl innerhalb Norburgs, die besser an die Infrastruktur angebunden ist.

„Wenn man die Schule näher an die Buslinie 223 bringen würde, könnten auch Kinder aus umliegenden Orten wie Schwenstrup oder Guderup leichter dorthin gelangen“, erläutert sie. Das würde nicht nur die Attraktivität der Schule steigern, sondern auch neue Familien für den nördlichen Teil der Insel gewinnen. „Und das Gebäude könnte man verkaufen.“

Dass der DSSV sparen müsse, könne sie nachvollziehen, so Bachmann, „aber die Einsparungen sollten gut überlegt sein. Ich kann nicht sagen, wo stattdessen gespart werden sollte. Aber ich sage, dass man Alternativen zur Schließung ernsthaft prüft“. Die Entwicklung auf Nordalsen – etwa neue Wohngebiete und das kürzlich eröffnete Resort – zeige erst in den kommenden Jahren Wirkung. „Wir werden vielleicht erst in zwei, drei Jahren wirklich sehen, dass mehr Familien dorthin ziehen“, sagt sie.

Die SP-Politikerin sieht die deutschen Einrichtungen als unverzichtbaren Bestandteil lokaler Vielfalt. „Die deutschen Schulen und Kindergärten bieten Eltern echte Wahlmöglichkeiten und sind entscheidend für die Attraktivität der Region“, betont Bachmann. „Und ich bin mir sicher, dass sich die Entwicklung auf die deutschen Institutionen auf Nordalsen auswirken wird – und dass viele Kinder in den Institutionen dazu führen, dass sie auch finanziell gut dastehen.“

Bei der Einschulungsfeier 2025 im Garten der Schule. Seit mehreren Jahren pflanzen die Mädchen und Jungen zum Schulstart einen Obstbaum.

Wie es mit der Schule in Lunden weitergeht, ist noch offen. Der Beschluss des DSSV befindet sich derzeit in der Anhörungsphase. Für Bachmann steht fest: „Wir dürfen nicht zu schnell aufgeben. Jetzt ist die Zeit, kreative Lösungen zu finden – für die Schule, die Familien und für Nordalsen.“