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Sonderburger Haushalt 2026: Finanzielle Entlastung für deutsche Schulen in Sicht

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Sechs Vertreter der Parteien im Sonderburger Stadtrat präsentierten am Mittwoch in der Reimers-Schule den gemeinsam erarbeiteten Finanzplan.

Die Kommune Sonderburg setzt im Haushaltsplan für 2026 bis 2029 ihre Schwerpunkte auf soziale Sicherheit, nachhaltige Entwicklung und die Gleichstellung der deutschen Minderheitsschulen mit den kommunalen Institutionen. Was das für die deutschen Einrichtungen bedeutet.

Alle sechs Parteien des Sonderburger Stadtrats haben sich auf einen Etatentwurf für 2026 und die Folgejahre geeinigt. Das Ergebnis: Die Bürgerberatungsstelle kehrt zurück, die Wartung von Straßen, Radwegen, Ortschaften und Gebäuden, und auf dem Rønhaveplads entsteht ein neuer Spielplatz.

Einer der insgesamt 72 Punkte im neuen Haushaltsentwurf (die Absprache ist hier einzusehen) umfasst die Gleichstellung der Schulen der deutschen Minderheit. Aktuell läuft eine juristische Prüfung, die klären soll, wie die deutschen Schulen rechtlich und finanziell auf eine Stufe mit den kommunalen Einrichtungen gebracht werden können.

Beispielsweise zahlt die Deutsche Schule Lunden aktuell pro Nutzung der öffentlichen Schwimmhalle in Norburg (Nordborg) 950 Kronen Hallenmiete für die Schwimmhalle sowie 1.450 Kronen für den Bus, der die Kinder zum Schwimmen fährt. „Wir haben 28-mal im Schuljahr Schwimmunterricht. Da würden wir also schon einiges sparen, wenn wir dafür nichts mehr bezahlen müssten“, sagt Schulleiterin Marion Petersen.

Kostenlose Nutzung von Naturschulen und Schwimmbädern

Für Stephan Kleinschmidt (l.) war es der 20. und letzte Haushaltsentwurf, den er für den Stadtrat im Namen der Schleswigschen Partei vorgelegt hat. Nach 20 Jahren in der Lokalpolitik stellt er sich im November nicht wieder zur Wahl. Bürgermeister Erik Lauritzen (r.) kandidiert erneut als Bürgermeisterkandidat.

Auch für die Nutzung der Naturschulen und der „VidensBy“ müssen die deutschen Schulen – im Gegenteil zu den kommunalen Schulen – bezahlen. „Ein Angebot, das wir gerne nutzen würden, wären die Angebote der Naturschule. Was sie im Einzelnen kosten, kann ich dir allerdings nicht sagen“, so der Schulleiter der deutschen Förde-Schule, Niels Westergaard.

Eine Überschlagsrechnung der Kommunalverwaltung ergibt: kostenlose Besuche für alle drei deutschen Schulen in den Naturschulen 120.000 Kronen pro Schuljahr, der Besuch der „VidensBy Sønderborg“ rund 200.000 Kronen sowie Schwimmbadnutzung und Transport rund 75.000 Kronen.

Stadtratspolitiker Stephan Kleinschmidt (Schleswigsche Partei) sagte am Rande der Haushaltspräsentation am Mittwoch: „Dass wir die Gleichstellung der Minderheitenschulen im Budget festgehalten haben, ist eine starke Absichtserklärung, mit der der neue Stadtrat weiterarbeiten kann.“ Sobald die juristische Prüfung der Angelegenheit abgeschlossen ist, soll die Gleichstellung erfolgen.

Kernbereiche Kinder, Ältere und Soziales

„Es ist kein fester Betrag für den Punkt festgelegt worden“, bestätigt Kleinschmidt, „das nötige Geld würde dann im Budget des zuständigen Ausschusses gefunden werden.“

„Ich bin sehr zufrieden, dass wir im Stadtrat erneut geschlossen hinter einer Budgetvereinbarung stehen. Das zeigt, dass wir gemeinsam Verantwortung für die heutigen und künftigen Generationen in der Kommune übernehmen. Besonders freue ich mich, dass wir mit dem Haushalt 2026 die Kernbereiche Kinder, Senioren und Soziales weiter stärken. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass Sonderburg eine attraktive Kommune für Familien, Kultur und Wirtschaft bleibt. All dies ist eine Investition in eine funktionierende Kommune – zum Wohl der aktuellen und zukünftigen Bürgerinnen und Bürger“, so Bürgermeister Erik Lauritzen (Sozialdemokratie).

Kernpunkte der Haushaltsabsprache 2026-2029

Der Stadtrat von Sonderburg hat einstimmig die Budgetvereinbarung für das Haushaltsjahr 2026 und die Folgejahre bis 2029 beschlossen. Die Parteien Sozialdemokratie, Venstre, Schleswigsche Partei, Neue Bürgerliche, Dänische Volkspartei und Einheitsliste stehen gemeinsam hinter dem Haushalt und den künftigen Prioritäten der Kommune. Den gemeinsamen Entwurf haben Vertreter der Parteien am Mittwoch vorgestellt, er soll auf der kommenden Stadtratssitzung verabschiedet werden.

Der Haushalt sieht eine Reihe von Initiativen vor, die auf eine nachhaltige Entwicklung der Kommune abzielen. Dazu zählen: