Deutsche Schule Hadersleben

Platz fürs Ankommen: Erstmals zwei Vorklassen an der DSH

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26 Kinder – bald 27 – besuchen die beiden Vorschulklassen der DSH.

Die Deutsche Schule Hadersleben startet erstmalig mit zwei Vorklassen ins Schuljahr. Die Freude ist groß – das Pensum ebenso. Sprache fördern, Erwartungen anpassen, das Ankommen begleiten: Schulleiterin Heike Henn-Winkels setzt auf Verlässlichkeit und klare Worte – damit der Einstieg für die Jüngsten gelingt.

Die Deutsche Schule Hadersleben (DSH) startet mit einer Premiere ins Schuljahr: Erstmals hat die Schule der deutschen Minderheit zwei Vorschulklassen mit insgesamt 27 Kindern.

„Es gab eigentlich 32 Anmeldungen“, sagt Schulleiterin Heike Henn-Winkels. „Aber wie es so ist: Familien aus Deutschland sind dann im letzten Augenblick doch nicht umgezogen.“

Kleine Klassen – mehr Nähe

Die fünfjährige Madita aus Hadersleben bekommt ihre Schultüte.

Die Entscheidung, die Vorschule heuer in zwei Klassen aufzuteilen, sei früh gefallen, auch um den Eltern Gewissheit zu geben. Kleinere Klassen, in denen sich ein engagiertes Schulteam kümmert, bieten aus Sicht der Schulleiterin einen verlässlichen Rahmen zum Einstieg in den „Ernst des Lebens“.

Deutscher Kindergarten als stabiler „Lieferant“

Die Kinder warteten – mehr oder weniger geduldig – bis sie an der Reihe waren und ihre Schultüten in Empfang nehmen konnten.

18 Kinder wechselten aus dem Deutschen Kindergarten Hadersleben direkt an die benachbarte DSH, unter ihnen Kinder aus Zuzüglerfamilien. Hinzu kommen Kinder aus dänischen Familien.

Zwischen Anspruch und Realität

Die stolzen Eltern beim Fototermin auf dem Schulhof.

Mit dem Zuzug aus Deutschland in den vergangenen Jahren kommen Hoffnungen – manchmal überzogene: „Ich habe mit Eltern gesprochen, die weg wollten vom deutschen Schulsystem – in ein humaneres“, erinnert sich Henn-Winkels. Andere brächten hohe Leistungsambitionen mit, befürchteten, dass ihre Kinder in der Schule nicht genug lernen. Die DSH aber müsse sich am dänischen, nicht am deutschen Schulsystem orientieren. Das sei ein großer Unterschied.

„Unsere Eltern erleben, dass es für ihre Kinder besser ist, diesem Weg zu folgen. Viele sind überglücklich. Eine Mutter sagte mir nach anderthalb Jahren an der DSH, jetzt habe ihr Sohn endlich auch mal Freizeit“, erinnert sich Henn-Winkels.

Zuzug mit Risiken: sprachliche und soziale Hürden

Diese Vorschülerin bekam ihre Schultüte von der kleinen Schwester überreicht.

Nicht für alle Familien erfüllt sich der Traum von einem Neustart in Dänemark. Das bekommt auch die deutsche Schule zu spüren.

„Einige Familien sind auch schnell wieder weg, melden sich per Mail bei uns kurzfristig ab. Schön ist das nicht, denn mein Team hat viel Arbeit in die Vorbereitung auf die Einschulung investiert“, bedauert Heike Henn-Winkels.

Appell an künftige Eltern: bewusst entscheiden

Vorfreude schönste Freude

Bei der Einschulung am Mittwoch freute sich die DSH-Leiterin sehr über den Zuwachs für ihre Schule, auch wenn die Zuwanderung nicht zuletzt eine erhöhte sprachliche Anforderung bei der Integration der Neuankömmlinge stellt.

An Eltern, die erwägen, sich in Dänemark niederzulassen, richtet sie einen eindringlichen Appell: „Familien sollten diesen Schritt gut vorbereiten, sich informieren – und ihre Erwartungen anpassen: Wer an die DSH kommt, muss eine humane, am dänischen System ausgerichtete Schulwirklichkeit akzeptieren.“

Ein Fest in der Turnhalle: Dort erhielten die Kinder ihre Schultüten.
Schultütenvergabe in der DSH
Gespannte Erwartung
Schultüten-Vergabe
Was ist wohl drin in der Tüte?
Ingeborg Engels aus Schleswig-Holstein und Enkelin Madita aus Hadersleben im Klassenzimmer: Die Fünfjährige hat bereits den deutschen Kindergarten besucht.