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Pendlerleben: Kontrollen sind selten, aber der Alltag ist schwer zu planen

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Claus Püschke arbeitet in Pattburg und schaut immer auf Google Maps, bevor er losfährt, um seine Kinder aus dem Kindergarten in Tarp bei Flensburg abzuholen.

Auch wenn die Grenzkontrollen reduziert wurden, können sie im täglichen Leben dennoch Probleme bereiten. Zwei Pendler berichten.

Wenn Claus Püschke an der Reihe ist, die Kinder aus Kindergarten und Schule in Tarp abzuholen, wirft er vorab einen Blick auf Google Maps, bevor er von der Arbeit in Pattburg losfährt.

„Ich muss die Kinder um halb vier abholen, und ich habe um 15 Uhr Feierabend, also habe ich es etwas eilig. Wenn Google Maps zeigt, dass dichter Verkehr an der Grenze ist, rufe ich kurz im Kindergarten an und bitte sie zu warten, bis ich komme. Eine Kontrolle verzögert mich ungefähr um eine Viertelstunde", sagt er.

„Es werden jedoch nicht alle Autos angehalten. Die meisten können einfach durchfahren. Und es ist inzwischen dreiviertel Jahr her, dass ich meinen Pass zeigen musste", fügt er hinzu.

Letztes Mal im Sommer angehalten

Die Grenzlandmedien „JydskeVestkysten“, „Flensborg Avis“, „Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag“ und „Der Nordschleswiger“ berichten in diesen Tagen über die Lage an der Grenze. Grund sind die von Dänemark vor 10 Jahren eingeführten Grenzkontrollen.

Zehn Jahre nach Einführung der dänischen Grenzkontrollen stellen diese für ihn und die gut 14.500 anderen Grenzpendler kein großes Problem mehr dar. Auf dänischer Seite wurde Claus Püschke zuletzt im Sommer 2025 angehalten.

„In den vergangenen drei Monaten habe ich nur zwei oder vielleicht drei Kontrollen gesehen. Also betrifft es mich nicht mehr so sehr", sagt er.

Zusätzlich zur dänischen Grenzkontrolle wurde im Sommer eine deutsche Grenzkontrolle eingeführt, die als Stichprobenkontrolle zwischen den verschiedenen Grenzübergängen wechselt.

Nach Claus Püschkes Erfahrung prüfen die Beamten zunächst das Nummernschild und anschließend, ob Mitfahrer im Auto sind – falls nicht, darf man in der Regel weiterfahren, ohne das Fenster herunterkurbeln zu müssen.

Peter Hansen, Leiter des Regionsbüros und Infocenters in Pattburg, beschreibt die Grenzkontrolle der vergangenen zehn Jahre als wechselhaft. Heute sei die dänische Grenzkontrolle im Vergleich zur Anfangszeit, als sich die Pendler erst daran gewöhnen mussten, auf ein Minimum reduziert.

„Dann kam die Pandemie, bei der es eine andere Form der Grenzkontrolle mit nur drei offenen Übergängen gab. Hier ging die Kontrolle um Tests und Impfungen. Das führte zu langen Schlangen, besonders am Ende der Pandemie", erinnert er sich.

Die wirklich langen Schlangen erlebt

Jürgen Handler, pensionierter Chefarzt mit Anstellungen unter anderem am Apenrader Krankenhaus, erinnert sich an die Pandemiezeit als äußerst chaotisch – verbunden mit erheblicher Zeitverschwendung auf seinem täglichen Weg von Harrislee zur Arbeit nach Dänemark.

„Man musste sich dreimal pro Woche testen lassen. Gleichzeitig musste man alle möglichen Papiere dabeihaben, um zu zeigen, dass man einen Arbeitsplatz in Dänemark hatte. Das bedeutete, dass es viele Male wirklich lange Schlangen gab", sagt Handler, ehemaliger Vorsitzender des Grenzgängervereins.

„Im Krankenhaus hatten wir einen Ausweis, der akzeptiert wurde. Und wir konnten leichter Tests machen lassen. Es dauerte typisch 10-15 Minuten, wenn ich um Viertel vor sieben morgens über die Grenze fuhr. (...) In unserem Job mussten wir immer noch Zeit haben, uns umzuziehen, da tickte die Uhr, um das rechtzeitig zu schaffen. Da war es ärgerlich, fünf oder zehn Minuten in der Schlange an der Grenze gefangen zu werden", fügt Jürgen Handler hinzu.

Seiner Einschätzung nach wäre es ohne die Ärzte von der deutschen Seite der Grenze schwierig gewesen, den Betrieb des dänischen Krankenhauses aufrechtzuerhalten.

„Wenn nicht Personal von südlich der Grenze gekommen wäre, hätten sie Schwierigkeiten gehabt, die notwendigen Funktionen abzudecken. Das gilt sowohl für Anästhesie- als auch Röntgenärzte."

Obwohl Jürgen Handler mittlerweile im Ruhestand ist, überquert er regelmäßig die Grenze, um Freunde und Familie zu besuchen.

„Wir pendeln also immer noch", wie er sagt.