Deutsche Minderheit

Neue Chorabteilung in Sonderburg: Gemeinschaft, Freude und persönliche Entwicklung

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Susanne Heigold (r.) ist Dirigentin der Chorabteilung. Aktuell bereitet sich die Nordschleswigsche Musikvereinigung auf das Jubiläumskonzert zum 100-jährigen Bestehen vor.

Mit der Gründung einer Chorabteilung der Nordschleswigschen Musikvereinigung in Sonderburg erleben die Mitglieder nicht nur musikalische Höhepunkte, sondern auch intensive Gemeinschaft und persönliche Weiterentwicklung. Die Stimmen von Carsten Jürgensen und Nina-Grazia Hänsel Andrésdóttir zeigen, wie das Singen vor Ort ihr Leben bereichert.

Nach jahrzehntelanger Pause gibt es in Sonderburg wieder eine eigene Abteilung der Nordschleswigschen Musikvereinigung. Die Initiative dazu ging von Susanne Heigold aus, die als Leiterin des Chors die Lücke in der Stadt erkannt hatte. „Irgendwie fehlte Sonderburg für mich, und es machte für mich keinen Sinn, dass es hier keine Abteilung gibt“, beschreibt sie ihre Motivation, die Neugründung voranzutreiben.

Für die Mitglieder bedeutet der neue Standort weit mehr als nur eine kürzere Anfahrt. Carsten Jürgensen, der in seiner Jugend bereits im Chor mitsang und nun als Vorsitzender der neu gegründeten Sonderburger Abteilung aktiv ist, betont vor allem das intensive Gemeinschaftsgefühl: „Es macht mir enorm Spaß, im Chor zu singen. Die Gemeinschaft, die gute Instruktion von Susanne, die hochprofessionell ist, das macht Spaß.“

Besonders schätzt er die kleine, feste Gruppe, in der jede Stimme zählt und individuelles Feedback möglich ist: „Susanne gibt uns hochprofessionelle Anleitung, jede Stimme wird gehört – das ist fast wie Einzelunterricht. Außerdem ist es einfach ein tolles Gefühl, gemeinsam Musik zu machen und zu erleben, wie aus den Proben richtige Konzerterfolge werden.“

Carsten Jürgensen sagt: „Das gemeinsame Singen macht etwas mit einem. Das ist eine Urbeschäftigung der Menschheit.“

Auch die 16-jährige Nina-Grazia Hänsel Andrésdóttir beschreibt die neue Chorabteilung als große Bereicherung. Für sie war die Gründung in Sonderburg der Anlass, erstmals einem Chor beizutreten: „Ich habe schon immer gerne gesungen, aber das war der erste richtige Chor für mich.“

Für die Sonderburgerin und Schülerin der Deutschen Privatschule Apenrade erleichtert die Abteilung vor Ort ihren Alltag. „Ich hätte ansonsten immer sehr lange Tage in Apenrade, wo ich nach der Schule auf die Probe warten müsste. Jetzt sind die Proben hier, wo ich wohne, und das schätze ich sehr.“

Nina-Grazia Hänsel Andrésdóttir sagt: „Es gefällt mir, dass wir auch schwerere Stücke singen. So verbessert man sich, während man im Chor zusammen singt.“

Was sie motiviert und reizt, sind die Erfolgserlebnisse nach intensiven Proben: „Es fühlt sich immer hervorragend an, wenn man ein Stück gelernt hat und bereit ist für ein Konzert. Dann fühlt es sich so an, dass man etwas Gutes geschafft hat.“

Die Nordschleswigsche Musikvereinigung

Die Nordschleswigsche Musikvereinigung ist ein Chorverband im deutsch-dänischen Grenzland, der dem Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) angehört. 1925 in Apenrade (Aabenraa) gegründet, vereint sie heute rund 100 Sängerinnen und Sänger aus den Kommunen Apenrade, Tondern (Tønder) und Hadersleben (Haderslev) und Sonderburg.

Die Proben finden wöchentlich in den jeweiligen Städten statt: montags in Apenrade, mittwochs in Hadersleben, donnerstags in Tondern und seit 2024 auch dienstags in der Deutschen Schule in Sonderburg.

Die musikalische Leitung hat Susanne Leona Heigold inne, die als Musikkonsulentin des BDN das Musikleben der deutschen Minderheit in Nordschleswig prägt.

Neben den regulären Proben bietet die Musikvereinigung Gesamtproben, Stimmbildungsworkshops, Probentage und gemeinsame Ausflüge an, um das musikalische und soziale Miteinander zu fördern.

In der vergangenen Woche hat sich für die Abteilung Sonderburg ein Verein neu gegründet. Die Proben finden immer Dienstagabend in der Deutschen Schule Sonderburg statt.