Deutsche Minderheit

Mit Liebe zu Menschen, Meer und Nordschleswig – und einer Prise Koffein

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Simone Mischke verstärkt als Vertretung die Redaktion des „Nordschleswigers“ in Sonderburg – mit journalistischer Leidenschaft, Naturverbundenheit und einer Vorliebe für Kaffee.

Schweinswale beim Stand-up-Paddling, Entschleunigung im Wald und beim Reiten, freundliche Nachbarn: Simone Mischke hat sich in Nordschleswig verliebt – und wird nun für vier Monate Teil der Redaktion des „Nordschleswigers“ in Sonderburg. Die Reporterin bringt nicht nur viel journalistische Erfahrung mit, sondern auch eine klare Mission: Menschen zuhören, ihre Geschichten erzählen – und Brücken bauen zwischen Deutschland und Dänemark.

Simone Mischke ist neu beim „Nordschleswiger“ und bringt als Vertretung für die kommenden vier Monate frischen Wind in die Sonderburger Redaktion. Ihre Geschichte ist geprägt von Neugier, Naturverbundenheit und journalistischer Leidenschaft.

Nähe zu Menschen – auch beruflich

Die Reporterin kennt viele Ecken Europas. Ursprünglich stammt die Dänemark-Liebhaberin aus Marburg. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften in Frankfurt zog es sie zunächst in die PR-Branche – mit Stationen in Hamburg und London. Dort arbeitete sie unter anderem als Pressesprecherin und PR-Beraterin, bis sie merkte, dass ihr Herz doch eher für den Journalismus schlägt.

Der journalistische Seitenwechsel kam auf Sylt, wo sie bei einer Wochenzeitung erste Erfahrungen sammelte. „Viele wechseln vom Journalismus in die PR – bei mir war es genau umgekehrt“, sagt sie schmunzelnd. Seit 2011 arbeitet Simone als freie Journalistin – zunächst unter anderem für die „dpa“, verschiedene Tageszeitungen, Magazine sowie für „NDR 1 Welle Nord“. Seit sechs Jahren ist sie freie Mitarbeiterin beim „NDR“ – crossmedial auf allen Kanälen.

Es ist etwas Besonderes, wenn Menschen dir Vertrauen schenken und ihre Geschichte erzählen.

Simone Mischke

Die Wahl-Nordschleswigerin schreibt in ihrer Kolumne „Hyggepost“ über ihren Alltag in Dänemark, moderiert gemeinsam mit Anders Køpke („TV Syd“) das deutsch-dänische Magazin „Grænzenlos“ und ist als Filmemacherin vor allem im Norden Schleswig-Holsteins unterwegs.

Ihre Themen: oft grenzüberschreitend – in den Bereichen Gesellschaft, Kultur und Politik. Vor allem aber geht es ihr um eines: Menschen. „Es ist etwas Besonderes, wenn Menschen dir Vertrauen schenken und ihre Geschichte erzählen. Das ist ein großes Geschenk und eine Verantwortung. Das ist es, was Journalismus für mich ausmacht“, sagt sie.

Neues Zuhause in Gravenstein – und in der Natur

Vor vier Jahren ist Simone mit ihrem Mann nach Gravenstein (Gråsten) gezogen. „Wir waren häufig zum Stand-up-Paddling in Kollund am Lillestrand. Die Natur, die Menschen und die entspannte Atmosphäre haben uns sofort begeistert.“ Auch praktische Gründe spielten eine Rolle: „Die niedrigeren Immobilienpreise haben die Entscheidung leichter gemacht“, gibt sie schmunzelnd zu.

In Dänemark angekommen, war sie überrascht von der Offenheit ihrer Mitmenschen: „Man hört ja oft, die Dänen seien zurückhaltend – das kann ich nicht bestätigen. Ich hatte gleich einen tollen Austausch mit meinen Nachbarn und im Reitstall.“ Dass nicht alle Menschen in Dänemark Deutsch sprechen, war allerdings eine kleine Lektion: „Ich war da vielleicht etwas naiv“, sagt sie lachend. „Aber ich möchte mich integrieren – und würde sagen, das gelingt ganz gut. Ich spreche ja auch Dänisch. Oder versuche es zumindest.“

Die Wahl-Nordschleswigerin freut sich auf die Arbeit beim „Nordschleswiger“.

Lieblingsorte zwischen Wald, Förde und Bühne

In ihrer Freizeit ist Simone am liebsten draußen unterwegs – ob auf dem Pferd oder auf dem Wasser. „Ich liebe die Natur in Nordschleswig – die Nähe zum Wald, die Tiere, die Ruhe.“ Besonders der Strand bei Vemmingbund hat es ihr angetan: „Einmal sind beim Stand-up-Paddling Schweinswale um uns herum geschwommen. Das war ein ganz besonderes Erlebnis.“

Auch die Kultur kommt bei ihr nicht zu kurz: Konzerte, Theaterabende – und immer eine Tasse Kaffee in der Hand. „Wahrscheinlich trinke ich zu viel davon“, gesteht sie lachend. „Vier Tassen am Tag sind es bestimmt.“

Journalismus mit Brückenfunktion

Seit dem 2. Juni verstärkt Simone das Team des „Nordschleswigers“ als Redaktionsvertretung in Sonderburg (Sønderborg). Warum sie sich für den „Nordschleswiger“ entschieden hat?

„Ich wurde gefragt und hatte sofort Lust. Das deutsch-dänische Verhältnis, die Minderheit, Nordschleswig – das alles reizt mich sehr. Ich freue mich darauf, beruflich noch mehr davon kennenzulernen und journalistisch dazu beizutragen, das Verbindende zwischen Deutschland und Dänemark sichtbar zu machen.“