Verkehrsprojekt

Mit Aussichtsplattform: Das sind die Pläne für den Flughafen Sonderburg

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Der Architektur-Vorschlag des deutschen Architekten J. Mayer. H., der die Ausschreibung gewonnen hat.

Der Flughafen für das deutsch-dänische Grenzland wird sein Äußeres komplett verändern: 2025 passiert so einiges rund um die Landebahn auf der Halbinsel Kjer. Woran er am Standort arbeitet, verrät der Flughafenchef Jákup Sverri Kass.

Barcelona, Edinburgh, Montenegro, Oslo oder Pisa: Im Jahr 2025 kann man von Sonderburg aus zu 17 Destinationen in ganz Europa fliegen, wenn man ein Urlaubspaket über einen Reiseanbieter bucht.

18 Prozent mehr Fluggäste in 2024

Europa von Sonderburg aus entdecken – 58.000 Fluggäste haben sich 2024 am Alsensund (Alssund) in eine der Maschinen gesetzt und sind losgeflogen. Das langfristige Ziel des Flughafens: 150.000 Passagiere im Jahr 2032. Im vergangenen Jahr ist der Flughafenbetrieb bereits um 18 Prozent gewachsen. Wobei die Anzahl der Passagiere, nicht aber die der Flüge, gestiegen ist.

Jákup Sverri Kass leitet den Flughafen seit einem Jahr. Zuvor saß er fünf Jahre im Vorstand von „Grønlands Lufthavne“, war Verkaufs- und Marketingchef der Fluggesellschaft „Atlantic Airways“ und der Reederei „Smyril Line“, die eine Fähre zwischen Dänemark, den Färöern und Island betreibt.

Ein Vorbild für den Flughafen in Sonderburg ist der Flughafen auf Sylt. Der hat mehrere Fluggesellschaften und 100.000 Gäste im Jahr. „Die sind besonders gut darin, ihren Gästen einen guten Service zu bieten und die persönlichen Beziehungen zu pflegen“, sagt Jákup Sverri Kass.
Das Terminal wird abgerissen, auch der Kontrollturm verschwindet. Das kostenlose Parken bleibt auch nach dem Umbau in Sonderburg erhalten, versprechen die Betreiber.

Er hat als Flughafenchef bereits den Flughafen Vágar auf den Färöern groß gemacht und die Passagierzahlen vor Ort mehr als verdoppelt. Jetzt arbeitet er daran in Sonderburg.

17 Städte in Europa sind ab Sonderburg erreichbar

„Über die Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern haben wir in diesem Jahr 17 Destinationen im Programm. Darüber arbeiten wir daran, einen weiteren festen Linienflug einzurichten“, so der Flughafenchef.

Der Linienflug nach und von Kopenhagen findet unter der Woche und sonntags fünfmal täglich statt, ab Mitte Januar fliegt auch sonnabends eine schwarze Propellermaschine Richtung Hauptstadt und zurück.

Eine Wunschroute Sonderburgs: mit Lufthansa nach München und zurück. „Die Verhandlungen mit einer Luftfahrtgesellschaft brauchen Zeit, oft dauert das Jahre“, sagt Jákup Sverri Kass. „Wir befinden uns bereits in Gesprächen mit der Lufthansa, weitere folgen.“

Dieser Entwurf des beauftragten Architekten Mayer zeigt eine Aussichtsplattform mit Blick auf die Landebahn direkt am Alsensund.
Die Start- und Landebahn liegt auf der Halbinsel Kjer direkt neben dem Alsensund.

Ziel: Gäste aus Süddeutschland einfliegen

Das Ziel ist klar definiert: Nicht nur sollen Menschen von Sonderburg aus die Welt entdecken. „Über einen direkten Linienflug von München nach Sonderburg können Menschen aus dem süddeutschen Raum Sonderburg und Nordschleswig besuchen. In den Sommermonaten kommen die meisten Touristen aus Deutschland zu uns. Mit einem Flug ab München sparen sie sich eine lange und anstrengende Autoreise über die A7“, sagt der Flughafenchef.

Auch Zielstädte wie Frankfurt oder Amsterdam stehen auf der Wunschliste, und der Flughafen Sonderburg führt Gespräche mit anderen Fluggesellschaften und Flughäfen.

Wann könnte der erste Flug ab München starten? „Wir arbeiten daran, die Gespräche laufen.“ Wenn das neue Terminal ab 2027 in Betrieb sein wird, ist der Linienflug nach München ein gutes Stück näher gerückt, hofft Jákup Sverri Kass.

Jákup Sverri Kass ist seit einem Jahr Flughafenchef in Sonderburg. Er kommt von den Färöern, wo er die Passagierzahlen des Flughafens Vágar mehr als verdoppelt hat.

Dass der Flughafen in den kommenden Jahren ausgebaut wird und ein neues Terminalgebäude entsteht, dürfte helfen. 212 Millionen Kronen investieren die Kommune Sonderburg in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Bitten und Mads Clausen“ in den Flughafen.

Das jetzige Terminal wird abgerissen

Die Technik entlang der 1.797 Meter langen Landebahn ist bereits renoviert und modernisiert. Ende 2025 beginnt die Verlegung des Terminals in eine mittelfristige Unterkunft. Dann wird das jetzige Terminal abgerissen – und ein neues entsteht.

Die Pläne für den Neubau sind spektakulär: Eine Holzfront zum Parkplatz und eine Aussichtsplattform inklusive Cafébereich oben auf dem Gebäude sieht der deutsche Architekt vor, der die Ausschreibung gewonnen hat.

Von diesem Gebäude aus gehen die Fluggäste zu den Maschinen.
Die Skizze zeigt, wie das Gelände des Flughafens nach Fertigstellung des Bauvorhabens aussehen könnte.

Auch der ikonische Kontrollturm verschwindet – ein mit Kameras ausgestatteter, virtueller Kontrollmast übernimmt in Zukunft den Rundumblick.

Das Enteisungsfahrzeug fährt mit Strom

Nachhaltigkeit spielt auf dem Flughafen eine Rolle. Das Enteisungsfahrzeug ist neu und funktioniert mit Strom. „Das erste dieser Art in ganz Dänemark“, sagt Jákup Sverri Kass.

Auch was grünen Brennstoff angeht, will der Flughafen Vorreiter sein. Die Vision ist das Fliegen mit grünem Brennstoff, eine entsprechende Inlandsroute wird derzeit auf Christiansborg geplant. „Wir stünden bereit. Derzeit arbeitet man in Kopenhagen aber noch an den Kriterien, da müssen wir abwarten“, sagt der Flughafenchef.

Reisen vom Flughafen in Sonderburg

Das Enteisungsfahrzeug wird mit Strom betrieben, daneben steht ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehrbereitschaft.
Wachwechsel im Kontrollturm: Zwei Mitarbeiter des Flughafens an ihrem Arbeitsplatz.
Auch nach dem Umbau des Flughafens sollen Gäste in Sonderburg schnell, persönlich und unkompliziert einchecken können, verspricht der Flughafenchef. Linienflugreisende von und nach Kopenhagen werden ihre eigene Abfertigungsspur beibehalten.