Vorlesewettbewerb

„Meistens lese ich abends im Bett“: Wie Kinder Bücher erleben

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Drei Schülerinnen der Deutschen Schule Sonderburg verraten, was ihnen das Lesen bedeutet.

Lesen statt Fernsehen: Die Kinder der 6. Klasse an der Deutschen Schule Sonderburg tauchen rund um den Vorlesewettbewerb in die Welt der Bücher ein. Am Rande des Wettstreits in der Deutschen Bücherei Sonderburg verrieten drei Kinder, was sie vom Lesen halten.

Sophia Westergaard Olesen liest gerne. So etwa zwei- bis dreimal pro Woche. Häufig kurz vor dem Einschlafen. „Meistens lese ich abends im Bett“, sagt die Zwölfjährige am Rande des Vorlesewettbewerbs, an dem sie mit 17 weiteren Kindern der 6. Klasse der Deutschen Schule Sonderburg Anfang dieser Woche teilgenommen hat.

Ihre Lieblingsreihe ist aktuell „Warrior Cats“, weil sie Katzen sehr mag. „Man kommt sehr in die Geschichte hinein, wenn man liest. Das ist einfach anders als Fernsehen.“ Sie sagt außerdem: „Beim Lesen kann ich in meiner eigenen Welt sein und entspanne mich dabei.“

Die zwölfjährige Rebecca Quist Zeh bezeichnet sich selbst als absolute Leseratte und liest enorm gerne und viele Stunden in der Woche. Besonders häufig dicke Fantasieromane sowie Klassiker wie „Harry Potter“ oder „Jim Knopf“. Sie findet Lesen spannend, weil ihre Fantasie alles gestalten kann: „Ich mache das alles im Kopf.“ Und sie hat noch viele Bücher vor sich: „Meine Mama hat eine ganze Kiste voller alter deutscher Bücher, die ich noch lesen soll.“

Sophia Westergaard Olesen mit ihren kriegerischen Katzen

Wilma Løh Petersen hingegen liest nur, wenn es unbedingt nötig ist, und nennt Lesen „wirklich langweilig“. Die Zwölfjährige sagt: „Ich will meine Zeit nicht damit verbringen.“ Für den Wettbewerb wählte sie das Buch „Piper Paprikorn macht Ferien“, weil es „spannend aussieht“, und ergänzt: „Lesen ist nicht meine Tasse Tee.“

Rebecca Quiast Zeh mag Klassiker und Fantasieromane am liebsten.

„Bücher eröffnen Welten, die man sonst nie betreten würde“

Wilma Løh Petersen mag Lesen eigentlich nicht so besonders – beim Vorlesewettbewerb kam sie dennoch auf den dritten Platz.

Julika Clausen hat die 6. Klasse der Deutschen Schule Sonderburg (DSS) beim Vorlesewettbewerb als Fachlehrerin begleitet und arbeitete dabei eng zusammen mit der Deutschen Bücherei Sonderburg, die seit vielen Jahren Leseförderung betreibt. Sie betont, dass gerade Wettbewerbe wie dieser Kindern den Spaß am Lesen näherbringen, weil „Bücher Welten eröffnen, die man sonst nie betreten würde“. 

Die Lehrerin sagt: „Dieses ganze Schnelllebige, was immer um einen herum passiert, macht es schwer, zur Ruhe zu kommen. In ein Buch kann man eintauchen, einfach für sich sein und die eigene Fantasie anregen, ohne ständig äußeren Input zu bekommen.“ Stattdessen überlegten die Kinder selbst, wie alles aussehen könnte, und ließen sich bewusst auf eine andere Welt ein.

„Lesen ist außerdem die Grundlage für fast alles in Schule und Leben: Man benötigt Lesefähigkeit und Leseverständnis, um andere Dinge überhaupt bewältigen zu können.“

Lehrerin Julika Clausen arbeitet für den Vorlesewettbewerb eng mit der Deutschen Bücherei Sonderburg zusammen.

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler lernten über die Besuche im Multikulturhaus die Bücherei besser kennen, und die Kinder durften sich ihre Vorlesebücher selbst aussuchen, je nach Interesse.

Für Julika Clausen ist Lesen ein zentraler Bestandteil der Bildungsarbeit an der Schule, weil es Sprache stärkt und Fantasie anregt. Sie erklärt, dass sie solche Aktionen unterstützt, „damit Lesen nicht nur Unterrichtsstoff ist, sondern etwas, worauf man sich freut“. 

Sie lasen unter allen Kindern der 6. Klasse am besten: Sieger Valdemar Ellehauge Schwartz-Hansen (m.), Zweitplatzierte Beraldine Hisnay (r.) und Wilma Løh Petersen.