Kulturveranstaltung

Kunstausstellung zeigt Grenzlandgeschichte in neuen Formen

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Die Künstlerin Tina Maria Nielsen bei der Arbeit an einer vergangenen Ausstellung (Archivfoto)

Im Kunstzentrum Augustiana setzt die Bildhauerin Tina Maria Nielsen die deutsch-dänische Geschichte als Erinnerungsraum in Szene. Ihre Ausstellung „Lost and Gained“ verknüpft antike Skulpturen, neue Materialien und die historischen Schichten des Schlosses zu einer Erzählung darüber, wie sich Vergangenheit immer wieder neu formt.

Die Kunsthalle Augustiana zeigt unter dem Titel „Lost and Gained“ neue Skulpturen der Bildhauerin Tina Maria Nielsen. Dabei spielt sie mit Erinnerungen, Materialien, Veränderungen und Lokalgeschichte. 

Die Künstlerin hat an der Königlichen Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen studiert. Sie arbeitet mit Abdrücken bereits existierender Gegenstände, von Alltagsobjekten bis zu antiken Skulpturen. Auch in Augustenburg zeigt die Künstlerin, was geschieht, wenn Formen in neuen Materialien wie Paraffin, Wachs, Gips, Aluminium oder Bronze wieder entstehen und dabei Bedeutungen verlieren – oder gewinnen. 

Ein Schwerpunkt liegt auf der antiken Marmorskulptur „Mnemosyne“ aus der Sammlung des Louvre. Tina Maria Nielsen filmt diese Figur und überträgt die Aufnahmen in eine 3D-Datei, aus der Arbeiten in unterschiedlichen Formaten entstehen. Auf diese Weise entwickelt die Ausstellung neue Formen und Spuren, die an vergangene Zeiten erinnern und zugleich eine gegenwärtige Sicht auf Geschichte eröffnen. 

Der Eingangsbereich zum Weißen Palais von Augustiana

Auch das historische Umfeld von Augustenburg wird thematisiert: Die Ausstellung greift die verschiedenen Schichten der Ortsgeschichte auf – von Kriegen, Grenzziehungen und dem Alltag in der Region bis zur Zeit der staatlichen Psychiatrie im Schloss – und lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, über die Funktion von Erinnerungen nachzudenken. 

Freier Eintritt bis zum 26. April

Erinnerung erscheint hier nicht als exakte Wiedergabe der Vergangenheit, sondern als Rekonstruktion, die sich aus dem Blick, den Bedürfnissen und den Erfahrungen der Gegenwart speist und damit auch die gemeinsame deutsch-dänische Geschichte in einem neuen Licht zeigt. 

„Lost and Gained“ stellt das Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart, von Beständigem und Vergänglichem sowie von Verlust und neu Geschaffenem ins Zentrum und öffnet damit einen Raum, in dem sich persönliche und kollektive Erinnerungen im deutsch-dänischen Grenzland begegnen. 

Die Ausstellung läuft vom 7. Februar bis zum 26. April, der Eintritt ist frei. Die Stiftungen „Augustinus Fonden“ und „Statens Kunstfond“ sowie die Kommune Sonderburg (Sønderborg) unterstützen das Projekt.

 

Die Kunsthalle Augustiana

„Augustiana Kunsthal“ liegt in den historischen Palais am Schloss Augustenburg direkt an der Augustenburger Förde und verbindet Kunst mit der Geschichte des Ortes. Die kommunal getragene Institution präsentiert professionelle zeitgenössische Kunst in wechselnden Ausstellungen und ergänzt diese durch Kunstprojekte und Erlebnisse im umliegenden Kunstpark. Der Kunstpark mit Skulpturen und alten Baum- und Strauchbeständen ist rund um die Uhr geöffnet, der Eintritt in Kunsthalle und Park ist frei.

Zur Internetseite von Augustiana geht es hier

Ein Werk der Künstlerin Tina Maria Nielsen von 2024