Deutsche Minderheit

Jan W. Schmidt: Warum Vize-Chef der Minderheit werden?

Veröffentlicht Geändert
Jan Wachtberg Schmidt am Eingang der Deutschen Schule Sonderburg (Archivbild)

Der stellvertretende Schulleiter an der Deutschen Schule Sonderburg hat Lust auf mehr. Was motiviert ihn, und warum wünscht sich der 47-Jährige den Posten des stellvertretenden Hauptvorsitzenden? Diese Fragen beantwortet er in einem Gespräch mit dem „Nordschleswiger“

Nicht nur für die beiden möglichen neuen BDN-Hauptvorsitzenden Claudia Knauer und Stephan Kleinschmidt, auch für den Sonderburger Jan Wachtberg Schmidt (47) wird die BDN-Delegiertenversammlung am 2. Juni ein sehr spannender Abend. Der stellvertretende Schulleiter der Deutschen Schule Sonderburg geht neben dem Tonderaner Rasmus B. Jessen als stellvertretender Hauptvorsitzender ins Rennen. 

„Generell überlege ich schon seit Jahren, ein größeres Ehrenamt zu übernehmen“, sagt Jan Wachtberg Schmidt, der im Augenblick auch Kassierer des BDN Ortsverein Sonderburg ist. 

Wieder Zeit für größere Dinge

Seine Tochter Tilda ist nun in der 8. Klasse – so hat Vater Jan wieder Zeit für etwas Größeres. „Ich habe manchmal Abende, wo etwas anderes passieren könnte. Ich kann nicht immer zu Hause sitzen, ich brauche Menschen um mich herum. Viele Menschen und viele Begegnungen“, so Jan W. Schmidt. Er will in der Minderheit gern mehr Verantwortung übernehmen. „Aber ich habe ja auch meine Frau gefragt“, meint er lachend.

Jan Wachtberg Schmidt ist in der Minderheit aufgewachsen und diese Gemeinschaft liegt ihm am Herzen. Er gehört seit 2008 zu den festen Mitarbeitenden deutscher Schulen in Nordschleswig. So ist Jan W. Schmidt seit über 30 Jahren bei der Sankelmark-Tagung dabei, und war schon als junger Handballer beim Knivsbergfest. 

Ich habe manchmal Abende, wo etwas anderes passieren könnte. Ich kann nicht immer zu Hause sitzen, ich brauche Menschen um mich herum. Viele Menschen und viele Begegnungen.

Jan Wachtberg Schmidt

„Wenn du Sankelmark nimmst: Es ist einfach nett, mit anderen zu reden. Ob jung oder alt. Man ist unter sich und das gefällt mir“, meint der stellvertretende Schulleiter der Deutschen Schule Sonderburg. Die Minderheit, ihre Strukturen und das Zusammenleben interessieren ihn: „Deswegen kandidiere ich“. 

Auch als Stellvertreter immer präsent

Welche Aufgaben er bei dem angestrebten Amt übernehmen wird, das wird sich erst zeigen. „Die oder der Hauptvorsitzende sind ja Fahnenträger. Man muss dann sehen, was ich machen könnte. Ich habe mit der Schule gesprochen und ich hätte die Möglichkeit, auch Aufgaben z.B. am Vormittag übernehmen zu können“, sagt er. Er würde auch gern repräsentative Aufgaben übernehmen. Gerade Präsenz sei nicht zuletzt bei neuen Kräften ganz wichtig, meint er.

Auch als Stellvertreter ist es wichtig, überall präsent zu sein: „Man sollte mal bei den Verbänden und den Vereinen vorbeischauen und sich persönlich vorstellen.“ In der Minderheit geht es um Toleranz, Integrität, Brückenbauen, Kultur und Spracherhaltung, Geschichte, Toleranz und Integrität.

Jan Wachtberg Schmidt ist in der deutschen Minderheit aufgewachsen.

„Aber es geht ja auch darum, dass wir auch ein großer Arbeitgeber sind. Da gehört eine gewisse Professionalität dazu in den einzelnen Einrichtungen. Das ist ebenfalls wahnsinnig spannend“, sagt Jan Wachtberg Schmidt. 

Aber es geht ja auch darum, dass wir auch ein großer Arbeitgeber sind. Da gehört eine gewisse Professionalität dazu in den einzelnen Einrichtungen. Das ist ebenfalls wahnsinnig spannend.

Jan Wachtberg Schmidt

In den vergangenen 40 Jahren hat sich auch in der Minderheit sehr viel verändert. „Ich will nicht sagen, dass früher alles besser war. Aber heute geht es viel um Effektivität und Professionalität. Das war früher noch anders. Heute ist Koordination besonders wichtig, um als Minderheit voranzukommen. Man muss sich noch viele Gedanken machen.“

Jan Wachtberg Schmidt ist nun bereit, als Stellvertreter für die oder den BDN-Hauptvorsitzenden einzuspringen. Egal, in welchem Gremium oder welcher Versammlung. 

Stärken und Schwächen

Jan Wachtberg Schmidt ist ein echter nordschleswigscher Junge mit Wurzeln in Apenrade. Seit 2015 leben er und seine Familie – Frau Mareike und Tochter Tilda – in Sonderburg. „Wir fühlen uns hier sehr wohl, und es ist einfach eine tolle Schule“, sagt er lächelnd.  

Jan Wachtberg ist kommutativ, offen und hat durch seine Arbeit an verschiedenen Schulen viel Erfahrung mit anderen Menschen. Er verfügt über eine ausgeprägte Organisationsfähigkeit und ist außerdem sehr ehrlich: „Ich habe es schwer dabei, zu lügen“, gibt er zu.

Jan Wachtberg Schmidt hat das Herz am rechten Fleck, ist aber auch ein sehr rationaler Mensch. Er weiß, dass er wenig Gefühle zeigt: „Manchmal schon, aber nicht oft.“ Tochter Tilda findet die Witze des Papas nicht unbedingt lustig und Jan Wachtberg Schmidt kann auch ungeduldig sein, weiß er.

Dann kommt er plötzlich auf einen weiteren bedeutungsvollen Teil in der Familie: „Wir haben ja auch einen Zwergpudel, Molly. Mit dem mache ich jeden Morgen einen Spaziergang.“

CV Jan Wachtberg Schmidt (47)

Jan Wachtberg Schmidt wurde in Apenrade (Aabenraa ) geboren. Nach dem deutschen Kindergarten ging es für ihn an die Deutsche Privatschule Apenrade und später ans Deutsche Gymnasium Nordschleswig. Nach dem Militär in Hadersleben (Haderslev) begann er seine Ausbildung zum Sonderschullehrer in Flensburg und Kiel. 2006 schloss er seine Ausbildung mit dem Referendariat ab. 

2008 kam Jan Wachtberg Schmidt als Förderkraft in die Deutsche Schule Rapstedt (Ravsted). 2009 übernahm er für die kommenden sechs Jahre nach Susanne Scheller die Leitung dieser Schule. 2015 ging es für Jan Schmidt, Frau Mareike und Tochter Tilda nach Sonderburg. In der Deutschen Schule Sonderburg ist er seit 2015 stellvertretender Schulleiter. 

Seine Hobbys: alle zwei Jahre aktiver Teilnehmer im TheaterDrang, Spaziergänge mit dem Zwergpudel Molly, Fitnesscenter und Kino. 

Konrektor Jan Wachtberg Schmidt überbrachte 2020 in der Deutschen Schule Lunden Grüße von der Deutschen Schule Sonderburg. Sein Zwergpudel Molly begleitete ihn bei der Überreichung eines Apfelbaums.