Deutsch-Dänisch

Hoptrup, das Tor zum Elfenreich

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Autorin und Regisseurin Emilie Florentine entführt ihr Musical-Publikum in eine märchenhafte Welt.

Mit „Elverkongens Kald“ öffnet die Nachschule für Musik und Tanz in Hoptrup ein Tor zu einer anderen Welt. Jugendliche aus Dänemark und auch aus Deutschland lassen ein modernes Märchen auf der Bühne lebendig werden.

Wer sich in den Elfenwald begeben will, muss nicht von Nordschleswig nach Neuseeland fahren, wo die Filmreihe „Herr der Ringe“ gedreht wurde. Eine kurze Tour nach Hoptrup ist da vollkommen ausreichend. Dort, an der Nachschule für Musik und Tanz, bringt Regisseurin und Autorin Emilie Florentine ihr eigenes Stück auf die Bühne: Elverkongens Kald heißt es – eine märchenhafte Erzählung, aber in moderner, jugendlicher Sprache. 

Darum geht es: Saga, eine junge Frau, wird ins Elfenreich entführt, um dort den Elfenkönig zu heiraten; die Frau des Elfenkönigs ist schwer krank. Doch auf einen solchen Deal will sich Saga nicht einlassen. Sie findet Freunde, die ihr helfen, wieder in ihre Welt zu kommen.

Damit dem Publikum die Reise ins mystische Elfenland mühelos gelingt, wird intensiv gearbeitet, oder besser: intensiv geprobt. Das Musical verlangt den Schülerinnen und Schülern auf der Bühne einiges ab. An einem Gesangspart etwa muss während einer Probe noch gefeilt werden. Die Schülerinnen und Schüler im Orchestergraben beginnen den Part auf ihren Instrumenten zu spielen, Anders Davidsen instruiert die Elfen, wie er gesungen werden soll. Letztere bewegen sich in weißen Kleidern mit Elfenohren auf der Bühne und singen. Mit dem Rat „passt auf, wenn ihr etwas esst, legt euch etwas drüber“, begeben sich dann alle in die Pause. Nur nicht Cecilie, Carla und Magdalena, sie bleiben, um dem „Nordschleswiger“ ein paar Fragen zu beantworten. 

Im Vordergrund Carla Guthmann aus Karlsruhe und im Hintergrund Magdalena Elise Carl aus Babitz bei Berlin.

Zwei deutsche Schülerinnen in Hoptrup

Carla Guthmann hat den Weg aus Karlsruhe nach Hoptrup gefunden. Magdalena Carl kommt aus Brandenburg, Cecilie Marie Nielsens Weg war von Tingleff (Tinglev) kürzer. 

„Meine Mutter mag Dänemark und Skandinavien. Ich mag Musical, sagt die 16-jährige Carla. Da lag es nahe, beides zusammenzubringen – in Hoptrup. Für sie ist der Umzug nach Hoptrup keine große Umstellung. Ich habe vorher ein Internat besucht, zum Dorf nebenan war es noch ein Stück“, sagt sie. Da liege die Nachschule für sie zentraler. „Musicalschule, das ist schon cool“, sagt sie, zumal das Niveau hier beeindruckend sei. Seit drei Monaten ist sie hier. Was nach dem Jahr in der Nachschule sein wird, ist noch offen. „Mal schauen“, sagt sie.

„Seitdem ich ein kleines Kind war, sind meine Eltern nach Dänemark gefahren, um Urlaub zu machen. Sie haben das Konzept der Nachschule kennengelernt und finden es toll“, erzählt Magdalena Carl. Sie hat viel getanzt in ihrer Heimat Babitz in Brandenburg, daher war die 16-Jährige nach eigenen Worten anfangs auch ein bisschen skeptisch, ob Hoptrup in Dänemark das Richtige für sie sei. „Das ist jetzt anders“, sagt sie. Es war die richtige Entscheidung. 

Cecilie Marie Nielsen (Mitte) kommt aus Lügumkloster und besuchte die deutschen Schulen in Rapstedt und Tingleff.

Beide sind sich einig: Die Verständigung auf Dänisch funktioniert. Gibt es doch eine Unklarheit, dann fragen sie nach. 

Cecilie Marie Nielsen muss nicht nachfragen. „Ich bin ja Dänin“, sagt sie. Nach der Deutschen Schule Rapstedt und der Deutschen Schule Tingleff besucht sie nun die Nachschule für Musik und Tanz in Hoptrup. Sie sah ein Plakat der Nachschule, und am Tag der offenen Tür verliebte sie sich in die Sache, wie sie sagt. Was sie besonders mag: „In jeder Ecke steht hier jemand und tanzt oder singt, das ist eine ganz besondere Stimmung.“

Nicht alle Schülerinnen und Schüler bewegen sich auf der Bühne. Im Orchestergraben sorgen die jungen Musikerinnen und Musiker für den guten Ton. Die Bühnentechnik setzt alles ins rechte Licht. Technik ist wichtig. Über Mikrofon äußert Regisseurin Emilie Florentine ihre Wünsche. Aus ihrer Feder stammt das Musical, die Musik ist von Anders Davidsen. Es ist das 20. Musical, das die Nachschule auf die Bühne bringt, und Emilie Florentines erstes für die Nachschule. Wenn es nach ihr geht, können gern weitere folgen. 

Nachschülerin Laura Dan in Aktion