Wirtschaft

Hohe Handwerkerpreise in Nordschleswig? Diese vier Tipps hat der Verbraucherrat

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Wem momentan die Handwerker aufs Dach steigen, der muss für die Rechnung tiefer in die Tasche greifen als noch vor zwei Jahren.

Bauprojekte wie Badrenovierungen oder neue Dächer sind in den vergangenen zwei Jahren in Nordschleswig Handwerkerinnen und Handwerkern zufolge um bis zu 40 Prozent teurer geworden. Worauf die Kundschaft bei der Auftragsvergabe achten sollte und warum Vorkasse keine gute Idee ist.

Das Dach undicht, das Badezimmer alt, und die Terrasse könnte auch mal eine Schönheitsbehandlung vertragen. Glücklich ist, wer da im wahrsten Sinne des Wortes selbst Hand anlegen kann. Alle anderen brauchen Handwerkerinnen und Handwerker.

Und die sind in den vergangenen beiden Jahren teurer geworden. „Der Nordschleswiger“ hatte darüber berichtet. Im Durchschnitt müssen Kundinnen und Kunden für Handwerkerdienstleistungen in Nordschleswig mit 5 bis 40 Prozent höheren Kosten rechnen.

Was also ist zu beachten, wenn man externe Hilfe für seine Bauprojekte benötigt? Morten Bruun Pedersen, Senior-Ökonom vom Verbraucherrat Tænk (Forbrugerrådet), hat vier Tipps.

Klare Absprachen treffen

Wer helfende Hände beim Renovieren oder Sanieren benötigt, sollte beim Preis genau hinschauen.
Morten Bruun Pedersen vom Verbraucherrat Tænk

Kundinnen und Kunden sollten nicht das erstbeste Angebot akzeptieren.

Morten Bruun Pedersen

Dass Materialpreise plötzlich steigen oder es Lieferengpässe gibt, kommt immer wieder vor. Aber: „Wichtig ist, hier eine klare Absprache zu treffen. Also etwa ein Limit festzulegen, bis zu dem man einen höheren Preis akzeptiert“, rät Pedersen. Man könne aber auch vereinbaren, wann die Handwerkerfirma ein neues Angebot abgeben müsse.

Detaillierte Angebote einholen

„Vor allem sollten Kundinnen und Kunden nicht das erstbeste Angebot akzeptieren. Am besten mindestens drei einholen“, so Morten Bruun Pedersen. Aus dem Angebot sollte klar hervorgehen, welche Arbeit konkret für welchen Preis geleistet wird.

Außerhalb der Hochsaison umbauen

Eine hohe Nachfrage sorgt für hohe Preise – so weit das ökonomische Prinzip. Daraus leitet Pedersen folgenden Tipp ab: „Wenn es irgendwie machbar ist, sollte man nicht in der Hochsaison renovieren.“

Sicher nicht immer einfach umzusetzen – etwa wenn es um Arbeiten im Sommerhaus geht, die in der Regel dann starten, wenn die Feriensaison zu Ende geht. Da lohnt es sich, zu rechnen und mögliche Mieteinbußen im Sommer und die Handwerkerangebote gegenüberzustellen.

Vorkasse möglichst vermeiden

Vor allem aber sollte man bei Handwerkerarbeiten nicht in Vorleistung gehen. Zumindest nicht mit dem vollen Betrag. „Bei einem Konkurs wird es sonst sehr schwer, Geld zurückzubekommen“, warnt Morten Bruun Pedersen.