Deutsche Kindergärten

Gezielter Impuls: Wie sich Kindergarten Jürgensgaard für neue Familien öffnet

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Leiter Aljosha Heitsch (rechts) mit seinem Kollegen Tim Henning und Clara (4)

Im November hatte der Deutsche Kindergarten Jürgensgaard in Apenrade erstmals einen Tag der offenen Tür mit Fokus auf Familien der dänischen Mehrheitsbevölkerung. Ob das zu neuen Anmeldungen geführt hat, das Konzept auch für andere Kindergärten taugt und was Leiter Aljosha Heitsch nächstes Mal anders machen würde.

„Wir haben anfangs gesagt: Wenn wir nur eine externe Familie erreichen, war es den Aufwand wert“, umreißt der Leiter des Deutschen Kindergartens Jürgensgaard, Aljosha Heitsch, das Ziel des besonderen Tags der offenen Tür. Der war am 22. November, „Der Nordschleswiger“ hatte darüber berichtet.

Ob künftig tatsächlich neue Kinder aus der dänischen Mehrheitsbevölkerung im Kindergarten in Jürgensgaard spielen? Dazu später mehr. 

Ihr anfangs definiertes Ziel haben Aljosha Heitsch und sein Team jedenfalls erreicht: Insgesamt waren drei Familien, die den Kindergarten noch nicht kannten, am Tag der offenen Tür im November dabei. Davon eine aus Deutschland zugezogene Familie und eine aus der dänischen Mehrheitsbevölkerung. 

Eltern führten selbst durch „ihren“ Kindergarten

Besonders gut habe den Interessierten „die tolle Stimmung“ gefallen, wie Aljosha Heitsch sagt. Und: „Dass die Eltern selbst durch den Kindergarten geführt haben. Es ist einfach authentischer, wenn die Eltern erzählen und nicht ich.“ Auch etwas, das sie nun zum ersten Mal ausprobiert haben. 

Eines der neuen Kinder habe auch gleich bei den Aktionen mitgemacht, die der Kindergarten angeboten hatte: Stockbrot und Plätzchen backen – eine Runde Spielen in den Gruppenräumen inklusive. 

Die Eltern hätten dann natürlich auch inhaltliche Fragen gehabt, so Heitsch. „Wie wir arbeiten, was unsere Schwerpunkte sind. Für viele ist auch wichtig, wie wir die Natur nutzen.“ Das Haus selbst sei ja schon älter und der Platz begrenzt, doch Meer und Wald seien ja vor der Haustür, wie der Kindergartenleiter erklärt. 

Die Stimmung war toll, das hatte was Heimeliges und Authentisches.

Aljosha Heitsch

Empfehlung an andere Kindergärten?

So einen Tag der offenen Tür würden sie jederzeit wieder machen, sagt Aljosha Heitsch: beim nächsten Mal allerdings anders planen. Denn der Weg zwischen Idee und Umsetzung sei sehr kurz gewesen. „Wir hatten die Mitarbeiter und die Elternvertretung mit im Boot, das war gut. Aber es gab viele Parallelveranstaltungen, unter anderem in einem dänischen Kindergarten.“ 

Inhaltlich würde er aber nichts anders machen, sagt er. „Es war sehr familiär.“ Auf die Frage, ob diese Art von Veranstaltung auch für andere Kindergärten interessant sein könnte, kommt eine schnelle und deutliche Antwort: „Klare Empfehlung, unbedingt!“ 

Und: Die eine Familie aus der dänischen Mehrheit hat ihr Kind in Jürgensgaard angemeldet. Für Aljosha Heitsch und sein Team genau das, was sie sich erhofft hatten. 

Ob es am Ende die dänische Mehrheitsbevölkerung ist, die den Fortbestand der deutschen Schulen sichert – wohl nicht. „Es ist ein Mosaikstück, das es schon immer gab.“ Und das sie in Jürgensgaard weiter ausbauen wollen.